Reisebericht Schweden und Nordkap - Teil 3

So, 01.09.2019

  • Arctic Circle nach Jokkmokk

  • Storforsens nature reserve

  • Lappsteden in Arvidsjaur

 

Den Morgen starteten wir etwas verschlafen, denn durch die Nordlichtsichtung sind wir gestern doch erst relativ spät ins Bett gekommen. Der Tag startete wieder wolkenverhangen, so gingen wir auf dem Rastplatz nur eine kleine Runde mit den Hunden und fuhren auch bereits los. In Jokkmokk tankten wir unser Wohnmobil noch einmal voll, bevor wir in Richtung Storforsen fuhren. Zuvor hielten wir noch einmal kurz beim Polarkreis Jokkmokk, den wir hier bereits 2014 überquert hatten. Kurz kam etwas Traurigkeit auf, denn wir wären wirklich gerne noch viel länger im Norden geblieben.

Polarkreis bei Jokkmokk

Polarkreis bei Jokkmokk

Schließlich fuhren wir auf einsamen Straßen vorbei an Wäldern zu den Storforsen, sogar ein paar Rentiere ließen sich am Straßenrand blicken. Die Sonne hatte die morgendlichen Wolken verdrängt und es waren inzwischen 23 °C. Der Parkplatz bei den Storforsen war tatsächlich schon relativ gut gefüllt, was am Wochenende bei diesen Temperaturen aber nicht so ungewöhnlich ist. Wir liefen die ausgebauten Stege bis zu den gigantischen Stromschnellen und waren mal wieder von den Wassermassen, die sich dort ihren Weg bahnen, erstaunt. Mit welcher Kraft und in welcher Menge das Wasser dort herunterfließt ist einfach nur beeindruckend. Die Gischt, die uns ins Gesicht wehte, wenn der Wind günstig stand, erfrischte uns etwas, denn diese Temperaturen hätten wir im Norden Schwedens mal wieder nicht erwartet. Wir machten einige Fotos, genossen den Anblick und gingen dann langsam zum Wohnmobil zurück. Einige gingen in den Nebenarmen der Storforsen, die quasi eher ruhig dahinplätscherten sogar baden.

Storforsen

Storforsen

Storforsen

Storforsen

Storforsen

Storforsen

Wieder beim Wohnmobil angekommen, aßen wir noch eine Kleinigkeit, bevor wir im Anschluss nach Arvidsjaur weiterfuhren. Dort schauten wir uns die historische Sami-Kirchstadt „Lappsteden“ an. Das Areal ist zwar nicht so groß, aber dennoch ziemlich interessant. Es gibt verschiedene Hütten-Typen in unterschiedlichen Größen. Überall roch es nach altem Holz, diesen Geruch haben wir inzwischen in unser Herz geschlossen :-) Die Hütten werden auch nach und nach restauriert, sodass dieses historische Erbe erhalten bleibt.

Arvidsjaur - Lappsteden

Arvidsjaur - Lappsteden

Arvidsjaur - Lappsteden

Arvidsjaur - Lappsteden

Inzwischen hatte es sich wieder komplett zugezogen und die Wolken über uns sahen nicht sehr einladend aus. Da wir morgen den Vildmarksvägen entlangfahren wollen und dieser ein Stück weiter südlich liegt, legten wir noch ein paar Kilometer zurück. Der später einsetzende Regen störte uns daher nicht wirklich. Wir fuhren die E45 entlang und staunten trotz des schlechten Wetters über die schöne Landschaft. Es wurde moorastiger und teilweise bereits ziemlich herbstlich. Gegen 19.30 Uhr kamen wir in Storuman an, dort fuhren wir hinauf zum Aussichtspunkt (Utsiktsvägen) und fanden dort oben nicht nur einen schönen Stellplatz für die Nacht, sondern auch einen tollen Ausblick auf den Storuman See. Der Platz ist zwar teilweise etwas schief, doch wir stellten uns etwas an den Rand und kamen auch ohne Auffahrkeile ganz gut klar. Wir waren sehr zufrieden mit der Wahl unseres Übernachtungsplatzes :-)

 

Gefahren sind wir 379,1 km.

Storuman

Storuman

 

Mo, 02.09.2019

  • Litsjöforsen

  • Trappstegsforsen

  • Fahrt über den Vildmarksvägen

  • Gaustafallet

  • Hällingsåfallet

 

Wir gingen heute mit den Hunden noch eine kurze Runde in dem Waldgebiet beim Aussichtspunkt, so wie es aussieht, führt dort ein Wanderweg entlang. Wir fuhren weiter auf der E45 in Richtung Vilhelmina, dort bogen wir dann in Richtung Vilmarksvägen ab. Nach einigen Kilometern kam ein Rastplatz an den Litsjöforsen. Natürlich mussten wir dort halten, um die Stromschnellen anzuschauen. Diese waren schön verzweigt und aufgrund der vielen Felsen konnten wir das fließende Wasser aus verschiedenen Perspektiven anschauen :-)

Litsjöforsen

Litsjöforsen

Wenig später fuhren wir schon wieder weiter und hielten kurze Zeit später bei den Trappstegsforsen. Diese Stromschnellen fallen über natürliche Stufen herunter. Einfach insgesamt ein sehr schönes Bild.

Auf dem dortigen Rastplatz blieben wir noch ein bisschen länger, denn mit der Aussicht wollten wir dann erst noch frühstücken ;-) Danach setzten wir unsere Fahrt auf dem Vildmarksvägen fort. Wir fuhren vorbei an Seen bzw. Flüssen und erreichten immer mehr Höhenmeter, sodass auch die Natur immer karger wurde, bis wir schließlich auf der Hochebene des Klimpfjälls angekommen sind.

Trappstegsforsen

bei den Trappstegsforsen

Trappstegsforsen

Vildmarksvägen - Klimpfjäll

Vor uns lagen Flüsse und Seen sowie eine Hochebene, die in den verschiedensten Farben leuchtete und im Hintergrund lagen die teilweise noch mit Schnee bedeckten norwegischen Berge des Børgefjell Nationalparks. Auch ein paar Rentiere standen am Straßenrand, vielleicht die letzten auf unserer diesjährigen Reise.

Vildmarksvägen - Klimpfjäll

Vildmarksvägen - Klimpfjäll

Vildmarksvägen - Klimpfjäll

Vildmarksvägen - Klimpfjäll

Kurz nachdem wir die Hochebene wieder verlassen hatten, kam ein Parkplatz am Gaustafallet. Dieser war zunächst nicht so richtig als Parkplatz erkennbar, da das „Sehenswürdigkeiten-Schild“ diesmal blau und nicht braun oder weiß war, aber ein Stopp lohnt sich definitiv. Ein kurzer Weg führt hinunter zum Wasserfall, dessen türkisblaues Wasser über zwei Trassen in die Tiefe stürzt.

Gaustafallet

Gaustafallet

Da heute unser Tag des Wasserfalls war :-) fuhren wir im Anschluss weiter zum Hällingsåfallet. Die Zufahrt ist ab Gäddede ausgeschildert. Von Gäddede aus führt im Übrigen auch eine Straße nach Norwegen. Leider ist die Zufahrt zum Wasserfall (21 km) mal wieder eine nicht befestigte Straße und somit nicht wirklich für Wohnmobile geeignet. Wir haben zunächst noch gedacht, dass die Zufahrt schon noch besser wird und sind deshalb dennoch hingefahren. Am Anfang war die Straße auch noch relativ festgefahren, doch umso näher wir dem Wasserfall kamen, desto lockerer wurde der Schotter auf der Straße. Wir sind nur nicht umgedreht, da wir schon so weit gekommen waren. Auf der direkten Zufahrtsstraße gibt es dann zwei Parkplätze. Vom hinteren sind es dann tatsächlich nur noch wenige Meter bis zum imposanten Wasserfall und der Schlucht. Bei dem Gebiet des Wasserfalls handelt es sich um ein Naturreservat. Die herunterstürzenden Wassermassen bilden eine gewaltige Gischt, in der man bei Sonnenschein Regebögen sehen kann. Da aufgrund der Feuchtigkeit dort viele seltene Pflanzen wachsen, dürfen die Trails nicht verlassen werden. Außerdem starten dort auch drei Wanderwege. Eine Brücke führt über den Wasserfall und so erlebt man die Wassermassen direkt unter sich quasi „hautnah“ :-)

Hällingsåfallet

Hällingsåfallet

Hällingsåfallet

Hällingsåfallet

Wir wollten gar nicht wieder zurück, denn das hieß, dass wir auch die Schotterstraße zurückfahren mussten. Nach einiger Zeit hatten wir diese überstanden und bogen in Gäddede auf die 342 ab, die uns dann schließlich nach Strömsund führte. Dort holten wir uns noch etwas für das Abendessen und fuhren zum Rastplatz am Trollvägen gegenüber der OKQ8-Tankstelle. Der Rastplatz wurde neu angelegt und hat einige Pkw-Parkflächen und ein paar sind theoretisch für Lkws. Doch da nicht so viel los war, war es kein Problem, dass wir uns auf einen Parkplatz für die Lkws gestellt haben (sind auch nicht extra als solche ausgewiesen). Der Rastplatz verfügt über eine Latrine für die Chemietoilette. Also kann man hier auch super entsorgen. Nach einer kurzen Runde mit den Hunden auf der Grünfläche, aßen wir unser Abendessen-Mitbringsel und beendeten dann diesen wirklich tollen Tag. Im Übrigen war es heute durchgängig ziemlich kalt (9 bis max. 11 °C), gestern hatten wir noch 23 °C. Aber wir hatten ja genug wärmere Kleidung dabei :-) Der Vildmarksvägen war zwar eigentlich ein Umweg auf unserer Route, doch gelohnt haben sich diese zusätzlichen Kilometer auf alle Fälle. Die Wasserfälle haben uns allesamt sehr gut gefallen und jeder davon lohnte einen kurzen Abstecher.

 

Gefahren sind wir 470 km.

Rastplatz in Strömsund

Rastplatz in Strömsund

 

Di, 03.09.2019

  • Östersund

  • Klövsjö, Fettjeåfallet

 

Der Rastplatz wurde aufgrund der nebenan liegenden Hauptstraße ziemlich zeitig etwas lauter, aber nachts war der Geräuschpegel vollkommen in Ordnung. Wir nutzten am Morgen noch die Latrine für unser Chemie-WC. Einen Frischwasseranschluss hat der Rastplatz leider nicht.

 

Wir hatten zunächst vor bei der Tankstelle gegenüber dann das Frischwasser aufzufüllen, doch leider stand dort, dass es sich nicht um Trinkwasser handelt. Wir fuhren also zunächst in Richtung Östersund. Auf halber Strecke hielten wir zum Tanken bei einer Preem Tankstation und fanden dort dann auch einen kostenfreien Wasseranschluss und konnten so noch unseren Wassertank auffüllen. Kurz bevor wir in Östersund angekommen sind, fing es an zu regnen. So fiel unser Besuch im Jamtli Freilichtmuseum leider ins Wasser. Wir gingen daher einfach etwas essen und stöberten kurz im Dollar Store. Tatsächlich fanden wir in dem Schnäppchenmarkt noch ein paar Dinge für unser Wohnmobil J Da der Regen einfach nicht abbrach, fuhren wir dann doch weiter. Unser nächstes Ziel lag bei Klövsjö. Dort sind wir zum Fettjeåfallet gewandert. Wir folgten der Ausschilderung ab dem Skigebiet und befanden uns kurze Zeit später wieder auf einer ca. 4,5 km langen Schotterstraße, die zum Parkplatz führt. Dieser war zwar diesmal nicht so holprig, dafür aber matschig. Wir fuhren die Strecke dennoch, denn wir wollten den Wasserfall sehr gerne sehen. Der Parkplatz bietet vielleicht Platz für 5 Autos, also scheint sich leider auch niemand allzu oft dorthin zu verirren. Wir warteten noch eine kurze Regenhusche hab, schnappten uns unsere Hunde und gingen dann auch schon los. Der ca. 2 km lange Wanderweg ist sehr schön, denn die Vegetation in dem Wald ist sehr vielseitig. Das Moos und andere Bodendecker schimmerten in den verschiedensten Grüntönen, durch den Regen glitzerte es überall und der Weg wurde von Pilzen gesäumt. Es wirkte wie ein kleiner Urwald.

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Der Weg war am Anfang noch sehr eben und wurde anscheinend gerade aufbereitet. Weniger später liefen wir dann am Fluss entlang und kamen zu ein paar Treppen, die gerade frisch von Tscherpern verlegt wurden. D.h. der gesamte Wanderweg wird besser erschlossen, was zwar irgendwie praktisch ist, aber auch teilweise seinen Reiz verliert. Die verlegte Treppe endete bei einer Brücke, die uns erneut über den Fluss führte. Ab dann wurde der Wanderweg zwar nicht weniger schön, aber anstrengender und matschiger. Wenig später waren wir dann auch bereits bei dem schönen Wasserfall, an den man auch fast herangehen kann. Wir würden dies allerdings nicht anraten, denn durch die Gischt sind die Steine ziemlich rutschig.

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Wanderung Fettjeåfallet

Wir gingen nach einiger Zeit dann wieder zurück und genossen unterwegs einfach noch einmal die kleinen Natur-Details entlang des Weges. Inzwischen kam nun auch die Sonne wieder heraus, was alles noch schöner aussehen ließ. Da wir morgen im Fulufjället Nationalpark wandern gehen wollten, beschlossen wir, heute noch ein paar Kilometer zu fahren. In Lofsdalen fanden wir einen kleinen Rastplatz direkt an einem Teich. Die Landschaft entlang der Strecke dorthin war teilweise sehr schön, auch wenn die Straßen aufgrund von Bodenwellen und Schlaglöchern wirklich schwierig zu fahren waren. Die Nacht wurde sehr kalt, wir mussten das erste Mal in diesem Urlaub auch nachts heizen. Wir haben gehört, dass es nicht unweit in Norwegen sogar schon den ersten Neuschnee in den höheren Lagen gegeben haben soll.

 

Gefahren sind wir 309 km.

Mi, 04.09.2019

  • Njupeskär Wasserfall Wanderung

 

Da heute Morgen sogar unsere Scheibe vereist war, muss es wirklich extrem kalt draußen gewesen sein. Also zogen wir uns für eine kleine Runde mit den Hunden warm an, doch die beiden hatten selbst keine große Lust bei solchen Temperaturen rauszugehen. Also fuhren wir kurze Zeit später auch schon los und steuerten den Fulufjället Nationalpark an. Wir fuhren auf der 311 in Richtung Särna. Die Landschaft war sehr schön, wir hätten nur gehofft, dass wir mal einen Elch sehen, doch leider hatten wir keinen Erfolg. Die komplette Gegend haben wir schon wieder für unsere nächste Reise eingespeichert, denn es gibt Wandermöglichkeiten ohne Ende. Kurz vor Särna zweigten wir auf die 70 ab, ab dort gab es dann auch sehr schöne Rastplätze direkt am Wasser, die sich hervorragend für ein Nachtlager eignen :-) Wir folgten im Anschluss der Ausschilderung zum Nationalpark und waren froh als wir sahen, dass es sich diesmal um eine asphaltierte Zufahrtsstraße handelte… Es gab ausreichend Parkflächen, sodass man auch mit dem Wohnmobil einen guten Parkplatz findet. Aufgrund der immer noch relativ niedrigen Temperaturen (7°C) ließen wir unsere Hunde im Womo und nahmen sogar Handschuhe und Mütze mit, falls es in den höheren Lagen noch kühler werden sollte. Im Naturum gibt es eine gute Karte, was wir leider auch erst auf dem Rückweg bemerkten :-) Wir geben euch den Tipp, schaut euch vor eurer Wanderung kurz im Naturum um, denn die kleine Ausstellung ist sehr informativ. Es gibt sogar kleine Filme über die im Nationalpark lebenden Wildtiere. Quasi eine Mini-Dokumentation :-)

Naturum Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Wir brachen, wie gesagt, ohne ordentliche Karte auf, was später auch unser Nachteil war. Der Njupeskär, Schwedens höchster Wasserfall, war sehr gut ausgeschildert. Wir folgten zunächst diesem sehr gut angelegten Weg und kamen somit nach kurzer Zeit beim Wasserfall heraus.

Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Njupeskär - Fulufjället Nationalpark

Njupeskär - Fulufjället Nationalpark

Kurz vor dem direkten Zugang zum Wasserfall zweigt ein Weg nach oben ab (Rund fallet – also der Rundweg). Nachdem wir beim Wasserfall waren, haben wir den Anstieg „gewagt“. Die Aussicht von dort oben ist wirklich sehr schön. Wir hielten uns dann links und folgten dem vorgegebenen Wanderweg. Eigentlich wollten wir zum Rörsjön, der dann etwas später auch ausgeschildert war, doch irgendwie führte das Schild zu keinem Weg, sodass wir wieder auf dem Rundweg gelandet sind. Dieser führte uns dann zu einer Brücke, die über den Wasserfall führt. Was natürlich auch sehr schön war. Teilweise sah der Wasserfall von dort oben noch besser aus, da man sieht, wie viele Stufen er erst zurücklegen muss, bevor das Wasser überhaupt so weit fallen kann.

Fulufjället Nationalpark

Njupeskär - Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Njupeskär - Fulufjället Nationalpark

Nach der Brücke war der Rörsjön erneut ausgeschildert, doch auch dieser Weg führte uns nicht ans Ziel, sodass wir wieder zurückgingen und dem Rundweg folgten. Dieser führte eine Zeit lang am Canyon entlang, bevor er dann abzweigt und einen über schließlich irgendwann wieder nach unten führt. Auf halber Strecke kam noch einmal die Ausschilderung zum Rörsjön, diesmal schien der Weg sogar ordentlich markiert zu sein, doch wir waren inzwischen durch den sehr kalten Wind, der auf der Hochebene wehte, ziemlich durchgefroren und beschlossen, doch zurückzugehen. Wir können diese kurze Wanderung (wir glauben ca. 6 km) sehr empfehlen. Der Nationalpark hat aber natürlich auch für längere Strecken sehr viel zu bieten. Ein Teil des Nationalparks liegt sogar in Norwegen.

Njupeskär - Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Fulufjället Nationalpark

Nachdem wir wieder beim Wohnmobil waren gingen wir noch eine kleine Runde mit unseren Fellnasen, aßen eine Kleinigkeit und fuhren etwas später auch schon wieder los. Kurz nachdem wir wieder auf der Straße waren, kam uns ein großer sehr schöner Fuchs auf der Straße entgegen, der sogar Beute im Maul trug. Er ließ sich von unserem Womo auch gar nicht stören :-) Auch heute wollten wir noch ein paar Kilometer hinter uns lassen, denn das morgige erste Ziel sollte das Knuthöjdsmossen Naturreservat sein. Während unserer Fahrt fing es dann auch wieder an zu regnen, also war es ohnehin nicht so schlimm, dass wir noch ein bisschen gefahren sind. In Malung gingen wir noch einkaufen und begaben uns im Anschluss auf Stellplatzsuche. Kurz nach Malung entlang der E16 kam ein Rastplatz am Almasjön. Als wir diesen sahen, fuhren wir direkt ab und blieben für die Nacht dort stehen. Leider ist dieser abends stockdunkel, sodass wir schlussendlich mit Taschenlampe bei unaufhörlichem Regen noch mit den Hunden gehen mussten. Aber ansonsten war der Platz nachts sehr ruhig und erst früh wurde der Verkehr stärker.

 

Gefahren sind wir 278,3 km.

Rastplatz am Almasjön

Rastplatz am Almasjön

 

Do, 05.09.2019

  • Knuthöjdsmossen - Nature reserve bei Hällefors

  • Sjötorp

  • Mariestad

 

Wir fuhren diesmal gegen 8:30 Uhr los. Wie wir so schnell fertig sein konnten, wussten wir auch nicht :-) Wir fuhren als erstes nach Hällefors, um uns dort das Knuthöjdsmossen Naturreservat anzuschauen. Die Zufahrt zum Parkplatz befindet sich in der Knuthöjdsvägen, leider wieder einmal eine Schotterstraße, aber es sind maximal 500 Meter auf dieser zu fahren. Ein Teil des Naturreservats ist zugänglich, es wurden Holzplanken verlegt, damit man trockenen Fußes durch das Moorgebiet kommt. Die Moorlandschaft ist sehr schön, die Vegetation zwischen all den Teichen bzw. in den Teichen war einfach beeindruckend. Der erste Teil des Weges ist etwas breiter und somit auch für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet, erst etwas später waren es nur noch zwei nebeneinanderliegende Planken, die durch das Reservat verlaufen. Wir hielten immer wieder, um ein paar Fotos zu machen und einfach die Landschaft zu bewundern. Generell sollte der Rundweg nicht länger als 2 km sein.

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Knuthöjdsmossen Naturreservat

Wir frühstückten im Anschluss noch und setzten dann unseren Weg fort. Zunächst fuhren wir nach Karlskoga, dort befindet sich neben dem Industriegebiet ein Wohnmobilstellplatz mit kostenfreier Entsorgung (Industrivägen 11). Wir brauchten eine Weile, um die Zufahrt zu finden, da unser Navi uns durch das Grundstück einer Firma schicken wollte. Dabei kommt man eigentlich ganz bequem über die E18 dorthin. Nachdem unser Chemie-WC leer war und unser Frischwasser voll, fuhren wir weiter. Ursprünglich wollten wir zum Tivedens Nationalpark. Doch auf halber Strecke fing es an zu schütten und in Richtung Nationalpark hingen ziemlich dicke dunkle Wolken. Also disponierten wir kurzfristig um und fuhren nach Sjötorp. Dort befinden sich ebenfalls kostenpflichtige Wohnmobilstellplätze, doch wir wollten uns dort nur ein bisschen umschauen und zogen auf dem neben dem Stellplatz liegenden Parkplatz ein Ticket für 2 Stunden. In Sjötorp mündet der Göta-Kanal in den Vänern. Leider konnten wir zwar nicht sehen, wie ein Schiff durch die Schleuse fährt, aber sehenswert war der Kanalausgang und die Hafengegend allgemein. Leider fing es zwischendrin immer mal wieder an zu regnen, jedoch zauberte die durch die Wolken brechende Sonne schöne Lichtreflexe :-) Wir trödelten dort ein bisschen umher, bis wir vor einem größeren Schauer flüchteten und wieder zum Womo zurückgingen.

Sjötorp

Sjötorp

Sjötorp

Sjötorp

Wir suchten uns einen Stellplatz in Mariestad heraus und fuhren noch die paar Kilometer dorthin. Entlang des Strandvägen ist der Wohnmobilstellplatz ausgeschildert, wir sahen das Schild allerdings erst etwas später, als wir noch zu Fuß in die Stadt gegangen sind. Wir standen einfach etwas weiter hinten, neben dem verglasten Wohnhaus. War auch okay :-) Wie gesagt, gingen wir noch kurz in die Stadt bzw. kurz in den angrenzenden Park und zum Dom. Da es dann allmählich dunkel wurde, mussten wir leider schon den Rückweg antreten.

 

Wir sind 302,1 km gefahren.

Mariestad

Stellplatz Mariestad

Mariestad

Mariestad

 

Fr, 06.09.2019

  • Schloss Läckö

  • Hindens rev

 

Die Nacht war sehr ruhig, aber da der Stellplatz ein bisschen abseits des Zentrums lag, ist dies auch nicht sehr verwunderlich. Wir gingen natürlich noch einmal eine kleine Runde mit den Hunden durch den angrenzenden Park und fuhren dann auch schon los. Unser erstes Ziel war Schloss Läckö. Die Fahrt entlang der Hauptstraßen war nicht so sonderlich sehenswert, sobald wir allerdings auf die kleineren Nebenstraßen einbogen, erwarteten uns schöne alte Höfe und seichte Hügel. Es waren auch wieder einige historische Sehenswürdigkeiten ausgeschildert, also auch hier kann man wieder Grabhügel und Steinzeichnungen sehen. Beim Schloss gibt es einen großen Parkplatz, leider kann man nur ein Tagesticket für 30 SEK ziehen. Da man aber nicht nur das Schloss besichtigen kann, sondern auch noch einige Wanderwege dort starten, sollte man auch mehr Zeit einplanen. Vor dem Schloss befindet sich ein Naturum, um sich entsprechend zu informieren. Das Schloss selbst war leider wieder einmal teilweise mit Gerüsten eingefasst. Aber von den Schären aus hatten wir eine tolle Sicht :-) Um mehr vom Schloss zu sehen, hätten wir ein Ticket kaufen müssen. Hunde sind im Schlossgarten und im Schloss allerdings nicht erlaubt. Vor dem Schloss gibt es sogar einen kleinen Felsen mit Felszeichnungen, sowas hätten wir hier nun überhaupt nicht erwartet… Wir merkten jetzt erst, wie viel die Küste des Vänerns zu bieten hat.

Schloss Läckö

Schloss Läckö

Schloss Läckö

Schloss Läckö

Wir fuhren im Anschluss ein paar Kilometer weiter zum Hindens rev, einer Landzunge und gleichzeitig Naturreservat. Ab Örslösa war dieses auch ausgeschildert. Natürlich war der letzte Teil der Zufahrt wieder eine unbefestigte Straße, die sogar zu unserem Leidwesen zwischendurch ziemlich eng wurde. Wir haben es aber mit Vorsicht und vorausschauendem Fahren heil zum Parkplatz geschafft. Von dort sind es dann ca. 4 km bis zum Ende der Landzunge. Das Wetter sah zunächst nicht sehr gut aus, wir beschlossen dennoch mit Regenschirm bewaffnet loszugehen. Am Anfang liefen wir noch durch Wald, in dem u.a. sehr große Ameisenhaufen zu finden waren. Kurz darauf konnten wir schon auf beiden Seiten das Wasser des Vänern sehen. Von links schlugen die Wellen gegen den Strand, rechts war das Wasser komplett still. Der Weg ist stellenweise sehr steinig, ansonsten aber fast komplett eben. Teilweise vergisst man komplett, dass es sich beim Vänern um einen See handelt und nicht um ein Meer. Das Wetter hielt sich noch halbwegs und so konnten wir sogar leicht die Steilküste der gegenüberliegenden Küste erkennen. Ansonsten sieht man am Ende nicht viel, was aber gerade den Reiz ausmacht :-) Die Landschaft des Naturreservats ist allerdings sicherlich etwas schöner, wenn alles blüht, denn bei Nieselregen und grauem Himmel wirkte es ein wenig Trist. Das ist aber nur unsere persönliche Meinung, vielleicht liegt das auch an der Reizüberflutung der letzten Tage.

Hindens rev

Hindens rev

Hindens rev

Hindens rev

Wir traten dann wieder den Rückweg an und fuhren nun langsam in Richtung Göteborg. Da größere Städte und Menschenansammlungen, gerade im Urlaub mit dem Wohnmobil, nicht so unser Ding sind, wollten wir diese Stadt unbedingt noch heute hinter uns lassen. Vor Göteborg gingen wir lediglich noch einmal einkaufen, schließlich wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten aus den Schwedischen Geschäften mit nach Hause nehmen. Da es nun zwischenzeitlich auch anfing zu schütten, waren wir froh, dass nun noch ein paar Fahrkilometer vor uns liegen würden. Erst hatten wir überlegt in Varberg einen Stellplatz anzusteuern, waren dann aber doch zu knausrig, denn bei dem Wetter hätten wir uns die Stadt abends auch nicht mehr anschauen können. So wurden wir wenige Kilometer weiter am kleinen Hafen von Träslövsläge fündig. Dieser wird eingerahmt von kleinen Holzschifferhäusern. Wir hoffen, dass das Wetter morgen besser wird, damit wir den Hafen noch etwas erkunden können, denn heute war es einfach nur noch windig und verregnet.

 

Gefahren sind wir 330,1 km.

Sa, 07.09.2019

  • Hafen von Träslövsläge

  • Tönnersa Naturreservat

  • Hovs Hallar Naturreservat

  • Trelleborg

 

Wir hatten wohl unsere bisher schlimmste Nacht im Wohnmobil. Der Regen und Wind von gestern hat sich nachts immer wieder gesteigert, sodass wir nicht nur Angst hatten wegzufliegen oder wegzuschwimmen, es hörte sich teilweise an, als ob der Wind versucht den Regen durch unsere Womo-Wand zu schleudern. Wir wurden ständig wach, aber ein bisschen Schlaf konnten wir in den „ruhigeren“ Momenten noch bekommen. Dafür zeigte sich der Morgen dann schon viel freundlicher. Die Sonne kam immer mal wieder heraus und der Wind wehte nicht ganz so stark. So konnten wir am kleinen Hafen noch etwas entlanglaufen. Wir bemerkten auch, dass nicht allzu weit entfernt ein kleiner Strand ist. Am Ende des Stegs vom Hafen befindet sich ein kleiner Zugang ins Meer, welchen am Morgen auch viele Einheimische für einen kurzen Abstecher ins kalte Nass genutzt haben. Zudem gab es viele Kite-Surfer, was bei den Wellen und dem Wind eigentlich nicht verwunderlich ist :-) Alles in allem ein sehr schöner, wenn auch stürmischer Stellplatz…

Hafen von Träslövsläge

Hafen von Träslövsläge

Hafen von Träslövsläge

Hafen von Träslövsläge

Nicht weit entfernt befindet sich am Rastplatz Himle eine Latrine. Da wir an den Rastplätzen selten die Möglichkeiten hatten, auch das Grauwasser zu entsorgen, haben wir uns einen kleinen Eimer gekauft, den wir nun unter den Abfluss stellen können. So konnten wir unser Grauwasser mit dem Eimer dann einfach in die Latrine kippen. An der Tankstelle gegenüber haben wir noch einmal unser Frischwasser aufgefüllt. Dies war dann unsere letzte Ver- und Entsorgung in diesem Urlaub L Wir fuhren nun weiter zum Tönnersa Naturreservat. Hierfür mussten wir in Snapparp von der E6 herunterfahren und ein Stück zurückfahren. Das Reservat ist dann mit „Tönnersa Strand“ ausgeschildert. Wir waren zu dieser Zeit fast die einzigen auf dem Parkplatz und hatten den Strand entsprechend für uns. Es war einfach herrlich. Die Dünenlandschaft ist wie immer wunderschön und auch der Trollwald dahinter war sehr interessant J Durch einen Fahrrad- bzw. Wanderweg werden verschiedene Naturreservate miteinander verbunden. Wir spielten am Strand mit den Hunden, bauten eine Kleckerburg und genossen einfach nur den Seewind :-) Ein absolut herrlicher Strand!

Tönnersa Naturreservat - Strand

Tönnersa Naturreservat - Strand

Tönnersa Naturreservat - Strand

Tönnersa Naturreservat - Strand

Wir fuhren im Anschluss weiter nach Båstad, bzw. zum Naturreservat Hovs Hallar/Bjärekustens. Beim Hotel Hovs Hallar befindet sich ein großer Parkplatz, von dem aus man die Gegend erkunden kann. Die Küste mit all den Steinen und den zerklüfteten Steilwänden ist wirklich schön. Wir hatten hier eher das Gefühl in Schottland zu sein, da auch die Vegetation so anders war. Und überall wuchsen Brombeeren, die zwar noch nicht komplett reif waren, aber die ein oder andere konnten wir pflücken :-) Wir liefen unten an den Steinen entlang. Unsere beiden Vierbeiner hatten hier doch mit den ganzen kleinen und großen Steinen ein paar Schwierigkeiten voranzukommen, größere Hunde haben es sicherlich einfacher.

Naturreservat Hovs Hallar/Bjärekustens

Naturreservat Hovs Hallar/Bjärekustens

Naturreservat Hovs Hallar/Bjärekustens

Naturreservat Hovs Hallar/Bjärekustens

Nachdem wir dann wieder zurück beim Womo waren, beschlossen wir doch schon in Richtung Trelleborg zu fahren. Vorher machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem Max Hamburgare, als letztes Festmahl im Urlaub ;-) Wir parkten in dieser Nacht am Albäcksskogen, der Parkplatz befindet sich am Ende der Starvstensvägen. Es gibt sogar eine Toilette und Frischwasser. Da nirgends stand, dass über Nacht parken verboten ist, fanden wir den Platz dafür, dass er kostenfrei ist, eigentlich nicht schlecht. Bis zur Ostsee, die derzeit sehr unangenehm gerochen hat, ist es nicht weit. Und direkt neben dem Parkplatz befindet sich ein Park. Wir gingen noch einmal mit den Hunden zur Ostsee, hielten es aber nicht lange aus, da der Geruch der verfaulenden Algen am Strand sehr unangenehm war. Daneben befindet sich noch das Maglarps Gravfält. Wir packten uns am Abend noch etwas Reiseproviant für die vier Stunden Fährfahrt morgen und gingen dann auch bereits schlafen, denn wir mussten noch etwas Schlaf von gestern Nacht nachholen.

 

Wir sind 277,2 km gefahren.

Ostsee Trelleborg

Stadtgrenze Trelleborg

Ostsee Trelleborg

Maglarps Gravfält - Trelleborg

So, 08.09.2019

  • Fähre von Trelleborg nach Sassnitz 

 

Heute gibt es nichts mehr zu berichten. Die Nacht war ruhig und der Stellplatz bietet ideale Möglichkeiten vor einer Fährfahrt noch einmal eine ordentliche Runde mit den Hunden durch den Park zu gehen. Unsere Fähre brachte uns dann pünktlich wieder zurück nach Deutschland, mit einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Schweden. Es war wie immer schön in Skandinavien und Schweden hat uns in diesem Urlaub Orte, Naturschauspiele und Landschaften gezeigt, die wir vorher in Schweden in dieser Form nicht vermutet hätten.

 

Gefahren sind wir 445,9 km.

Kreideküste Rügen

Kreideküste Rügen