Reisebericht Harz, 2015

30.04.2015    Anreise nach Quedlinburg

 

  • Quedlingburg

 

Als Stephan Frühs am Wohnwagen den Luftdruck überprüfen wollte, musste er feststellen, dass einer der Reifen einen Riss in der Außenflanke, der sogar schon bis zur Karkasse reichte, hatte. Dass dieser im letzten Urlaub nach Rügen noch nicht geplatzt ist, war anscheinend nur riesengroßes Glück. Es stand um unsere Reise in den Harz somit zunächst wirklich nicht gut. Er erreichte noch jemanden vom Reifenservice und sollte mit dem Wohnmobil sofort vorbeikommen. Eine Versicherung, dass ein Reifen in der nötigen Größe noch vorrätig ist, konnte er uns allerdings zunächst nicht machen. Man soll ja aber die Hoffnung bekanntlich zuletzt aufgeben. Auch der Reifenservice hat bestätigt, dass ein Weiterfahren absolut nicht möglich ist und meinte zunächst, dass er leider nur noch einen Reifen 215/65/R15 im Lager hat, wir hätten aber einen 215/70/R15 benötigt. Nach langem Hin und Her hat er tatsächlich noch einen guten gebrauchten Reifen gefunden, den er uns kostenfrei (!) zur Verfügung gestellt hat, damit unser Urlaub nicht ins Wasser fällt. Ihr könnt euch unsere Erleichterung vorstellen :-) Die Woche darauf erhalten wir dann auch einen komplett neuen Satz Reifen, damit wir uns auf der Fahrt nach Schottland und den restlichen Reisen, die dieses Jahr noch folgen sollen, wohl und sicher fühlen.

Also konnten wir jetzt doch wie geplant abends nach der Arbeit nach Quedlinburg fahren, um von dort dann die kleine Tour durch den Harz zu starten. Nachdem wir unsere Sachen im WoMo verstaut haben, sind wir noch kurz in unserem ortsansässigen Lidl einkaufen gegangen. Von dort sind wir dann erst gegen 19:30 Uhr aufgebrochen. Die meiste Strecke fuhren wir natürlich auf der Autobahn. Es hat leider fast durchgängig geregnet, was das Fahren nicht wirklich angenehm machte. Wir sind dann im Dunkeln um 23:00 Uhr in Quedlinburg angekommen. Im Stellplatzführer ist der Schlossparkplatz aufgeführt, jedoch war die Strecke dorthin leider gesperrt und mit der Umleitung konnte man nicht wirklich viel anfangen, sodass wir uns dann kurzfristig nach einem neuen Stellplatz umsehen mussten. Davon gibt es in Quedlinburg aber ein paar. Wir schauten im Stellplatzführer nach weiteren Alternativen und haben uns für den Parkplatz am Marschlinger Hof entschieden. Als wir die Anschrift im Navi eingegeben haben, mussten wir feststellen, dass wir nur einmal nach rechts abbiegen mussten, um beim Parkplatz anzukommen. Die Eingabe ins Navi dauerte länger als die Fahrzeit ;-) Wir parkten und schauten dann, wie das mit dem Strom funktioniert. Man wählt die entsprechende Steckdose, wirft einen Euro ein und hat für 8 Std. Strom. Schwieriger wurde dann der Münzautomat, um die Parkgebühren zu zahlen. Denn bei einem Münzautomaten gibt es natürlich leider keine Möglichkeit mit Scheinen oder EC-Karte zu bezahlen. Nun kostet der Stellplatz jedoch 15 EUR. Mal ehrlich, wer schleppt denn ständig so viel Kleingeld mit sich rum, wenn es nicht eingeplant ist? Wir kamen minus dem Euro für den Strom gerade mal zusammen auf 9 Euro – also natürlich nicht ausreichend. Da so spät selbstverständlich auch keine Geschäfte oder sonst etwas in der Umgebung auf hatte, um unsere Scheine in Münzen zu verwandeln, parkten wir ehrlich gesagt die Nacht „schwarz“. Bevor wir todmüde ins Bett gefallen, ähh in den Alkoven geklettert sind, gingen wir noch eine kurze Runde mit den Hunden. Die wunderschöne Altstadt von Quedlinburg liegt ebenfalls direkt um die Ecke. Wir gingen an den beleuchteten Fachwerkhäusern entlang und freuten uns schon auf den morgigen Tag, denn die Umgebung machte einen sehr vielversprechenden Eindruck. Ein Fachwerkhaus direkt vor der Kirche St. Benedikt stach uns direkt ins Auge. In dem Licht hat man deutlich gesehen, wie schief die Konstruktion eigentlich ist. Vielleicht ist es auch nur von außen noch so und innen wurden die Wände und Böden begradigt, wenn nicht, muss man sich sicherlich immer ans Bett ketten, damit man Nachts nicht herausfällt, oder man schläft gleich im Stehen :-) Wir gingen das kurze Stück wieder zurück, bereiteten schnell in der Pfanne den im Kühlschrank befindlichen gebackenen Camembert zu und gingen dann wirklich schlafen.

 

 

01.05.2015 – Fahrt nach Braunlage

 

  • Quedlinburg

  • Teufelsmauer

  • Hexentanzplatz

  • Burgruine Regenstein

  • Wernigerode

 

Wir haben sehr gut geschlafen, neben uns stand ja auch nur ein weiteres Wohnmobil und ansonsten war nichts los und alles sehr ruhig. Um 9:30 Uhr sollte das kleine Informationshäuschen beim Parkplatz öffnen, wir haben eigentlich geplant hier dann unser Geld zu tauschen, jedoch war leider auch dort niemand anzutreffen – war ja auch Feiertag. Was sollten wir nun machen, schließlich wollten wir uns Quedlinburg auch noch anschauen. In der Hoffnung, dass auch die Politessen heute ihren Feiertag genießen, sind wir dann einfach in die Innenstadt gegangen und haben einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt unternommen. Ein Stadtplan ist hier wirklich von Vorteil, wir hatten aber natürlich leider keinen. Allgemein muss ich gestehen, dass ich für die Vorbereitung dieser Reise nicht ganz so viel Zeit hatte, sodass wir vieles eher spontan entschieden haben und dementsprechend nicht immer so gut informiert waren. Aber auch schon ohne weitere Informationen lohnt sich ein Spaziergang durch die Gassen Quedlinburgs, denn die Impressionen, die man hier mitnehmen kann, sind atemberaubend. Zum Schluss kamen wir wieder beim Markt und dem dortigen Rathaus heraus. Dieses ist vollkommen bedeckt von Efeu, was viele an der eigenen Hauswand nicht sehen möchte, versprüht hier seinen eigenen Charme. Auf dem Weg zum Schloss gingen wir noch einmal kurz an dem WoMo vorbei, um zu schauen, ob wir bereits eine Zahlungsaufforderung ;-) am Fenster kleben haben. Wir waren zunächst erschrocken, als auf dem Parkplatz nun mehrere Busse standen und  sich eine lange Touristenschlange vor den öffentlichen Toiletten gebildet hat. Die Info war jedoch immer noch nicht offen, sodass wir einfach wieder unseren Weg fortsetzten und nun das Schloss ansteuerten. Inzwischen war in der Stadt auch schon mehr los, vorhin war es noch relativ früh, sodass sich die Touristen noch im Hotel beim Frühstück aufhielten. Ins Schlossmuseum selbst sind wir nicht gegangen, wir wollten uns eher nur einen kurzen Überblick verschaffen. Die Eintrittspreise sind mit 4,50 EUR p.P. doch eher im normalen Preisniveau. Sicherlich sollte man, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt, für Quedlinburg auf alle Fälle einen kompletten Tag einplanen um alle Sehenswürdigkeiten und die 2069 Fachwerkhäuser in Ruhe zu begutachten, denn nicht umsonst gehört Quedlinburg zum UNESCO Weltkulturerbe.

Wir gingen anschließend nun endgültig wieder zurück zum WoMo, um unsere Tour für heute fortzusetzen. Wir hatten keine Preisinformation an der Scheibe, jedoch war die Dame von der Info inzwischen im Dienst. Bevor wir losgefahren sind, war Stephan noch so ehrlich und hat dort gefragt, ob sie uns wechseln könne bzw. ob wir bei ihr bezahlen könnten. Sie sah das ganz gelassen und meinte nur, sie sei nicht vom Ordnungsamt, mit den Parkgebühren habe sie nichts zu tun. Also haben wir zumindest in der dieser Nacht ohne weitere Kosten einen guten Stellplatz gehabt, hier war unser Vorteil sicherlich nur der Feiertag.

Wir fuhren nun weiter nach Thale bzw. Richtung Weddersleben zur ca. 20 km langen Teufelsmauer. Der Parkplatz direkt an der Straße bietet leider keinen Platz für ein Wohnmobil, zumindest nicht, wenn allgemein so viele Touristen unterwegs sind wie derzeit, denn schließlich war ja auch noch Walpurgisnacht. Wir fanden am Ende der Teufelsmauerstraße eine kleine freie Fläche, wo wir uns dann hingestellt haben. Zunächst waren wir überwältigt von der Gegend und natürlich der Teufelsmauer selbst, wir hätten nicht damit gerechnet, dass es in Deutschland so etwas Beeindruckendes gibt. Nun waren wir jetzt auch noch zu einer Zeit da, in der der Raps auf den umliegenden Feldern in seiner vollen Blüte stand und die Bäume ringsherum ebenfalls schön weiß blühten. Dieses Farbspiel tat sein Übriges. Wir liefen ein Stück an der Mauer entlang und waren erstaunt, wie so ein „natürlich gewachsener“ Wall überhaupt möglich ist. Man bekommt teilweise das Gefühl, dass die Mauer jeden Moment einstürzt, so schief steht sie an einigen Stellen. Die ausführliche Beschreibung, wie die Natur solch ein Schauspiel auf die Beine gestellt hat, findet man unter Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsmauer_(Harz)). Wir haben auch viele Fahrradfahrer gesehen, also scheint der Weg an der Teufelsmauer nicht nur gut für Wanderer, also auch für Fahrradfahrer ausgebaut zu sein. Dieses Naturschauspiel ist nach unserer Meinung auf alle Fälle Pflichtprogramm bei einem Harz-Urlaub. Zusätzlich konnten wir mit dem Raps im Hintergrund wunderbare Fotos von unseren Chis machen ;-)

Wir fuhren nun anschließend weiter zum Hexentanzplatz in Thale. Dort angekommen wurden wir mit dem Wohnmobil sogar separat eingewiesen, da es nicht allzu viele Stellplätze für diese gibt. Leider gab es vorher wieder keine Preisinformation über die allgemeinen Parkkosten. Darüber konnten wir uns am Anfang sowieso noch keine Gedanken machen, denn wir waren zunächst über den Andrang komplett erschrocken. Ganz interessant war das auf dem Kopf stehende Hexenhaus. Dies war wirklich gut durchdacht. Lustig waren auch die dort aufgestellten Messingfiguren, vor allem die Hexe mit der kleinen Maus auf der Schulter und der Spinne auf dem Po konnte man einfach nicht missachten ;-) Ansonsten hat man von hier einen guten Blick auf die Roßtrappe und das Bodetal. Zusätzlich gibt es noch einen Tierpark, den wir jedoch nicht besucht haben und so etwas Ähnliches wie eine Sommerrodelbahn, den Harzbob. Auch fährt ein Gondellift hinunter ins Tal, von dort kann man entweder zu einer Wanderung aufbrechen oder mit dem nächsten Gondellift zur Roßtrappe hochfahren. Wir waren auch kurz im dortigen Restaurant unseren Hunger stillen, jedoch hat auch dieses leider eher Mensa-Charakter, aber immerhin waren wir danach satt. Als Familie verbringt man sicherlich etwas mehr Zeit beim Hexentanzplatz, jedoch waren wir leider etwas enttäuscht. Für das Parken als Wohnmobil zahlt man im Übrigen den Tageshöchstsatz von 7 EUR.

Als letztes Sightseeing-Ziel stand heute nun noch die Burgruine Regenstein nähe Blankenburg auf dem Programm. Der Parkplatz dort ist kostenfrei und es bietet sich auch mit einem langen Wohnmobil genügend Platz. Von dort führt ein kurzer Weg hinauf zur Ruine. Der Eintritt ist auch relativ erschwinglich mit 3,50 p.P. Zunächst hat man einen wunderbaren Blick auf die umliegende Landschaft und die Burg selbst ist auch noch aufgrund der Geschichte sehr interessant. Die Ruinen sind schön verwinkelt und wir fühlten uns zumindest im unteren Bereich etwas nach Kappadokien zurückversetzt, denn die Innenräume wiesen die gleichen Abschabespuren auf, wie die Kirchen in den Feenkaminen. Die Burg steht ja schließlich auch auf Sandsteinrücken, also wurden die Räume sicherlich mit dem gleichen Prinzip geschaffen, wie die in Kappadokien. Am Eingang erhält man auch einen ausführlichen Flyer, in dem zunächst die Geschichte angerissen wird und man auch einen kleinen Lageplan erhält, damit man auch weiß, was man denn sieht. Wir hatten im Übrigen den ganzen Tag wunderbares Wetter und jetzt am späten Nachmittag hat die Sonne auch die letzten Wolken am Himmel vertrieben.

Anschließend passierten wir auf dem Weg zu dem Campingplatz auch Wernigerode. Die kurze Fahrt durch die Stadt hat uns so begeistert, dass wir beschlossen auf der Rückfahrt hier noch einmal anzuhalten, denn heute waren wir einfach nicht mehr aufnahmefähig. Wir haben uns zunächst den Campingplatz in der Nähe von Elend (Harz-Camping Schierker) ausgewählt, dieser war jedoch rappelvoll und wahrscheinlich hätte nicht mal mehr ein Einmannzelt Platz gehabt. Die Dame von der Rezeption hat uns empfohlen den Campingplatz in Braunlage anzusteuern. Hier müssen wir sagen war es das Beste was uns passieren konnte, denn der Campingplatz in Braunlage war wirklich spitze, super Platz, auf dem man selber auch ein bisschen Freiraum zwischen den einzelnen Stellplätzen hat, ein sehr netter Besitzer und schöne moderne sanitäre Anlagen, zudem preislich gesehen auch noch komplett im Rahmen. Diesen Platz können wir wirklich mit gutem Herzen weiterempfehlen. Auch die Hunde kosten nur jeweils 1 EUR, was im Vergleich zu anderen Plätzen sehr günstig ist.

 

 

02.05.2015 – Fahrt nach Goslar

 

  • Oderteich im Harz Nationalpark

  • Fahrt über den Okerstausee

  • Romkerhaller Wasserfall

  • Kästeklippen, Mausefalle

  • Fahrt durch Goslar – Kaiserpfalz

 

Die Nacht war extrem kalt, draußen war alles mit Reif belegt und man merkte es natürlich auch im Wohnmobil. Zunächst waren wir Frühs noch ausgiebig duschen, denn dieses ist bei dem Campingplatz tatsächlich kostenfrei und ohne Einschränkung möglich. Bei den Temperaturen tut es somit auch mal ganz gut, einfach das warme Wasser an einem herunterlaufen zu lassen. Anschließend haben wir schnell ausgecheckt. Der Strom wird im Übrigen nach Verbrauch berechnet. Unser erstes Ziel für heute ist der Oderteich im Nationalpark Harz. Von hier führt ein wunderbarer 4,5 km langer Rundweg um den Teich/See herum. Davor gibt es auch einen großen Parkplatz, der auch für ein WoMo genügend Platz bietet. Der Rundweg bietet immer wieder schöne Ausblicke auf den Oderteich. Wir schauten nicht schlecht, als wir an einigen Stellen sogar noch Schnee entdeckten. Die Wege waren leider noch sehr matschig, also sollte man zumindest zu der Jahreszeit doch besseres Schuhwerk anziehen, ansonsten hat man schnell nasse Füße. Teilweise kommt man an abgestorbenen oder absterbenden Bäumen vorbei, da sich dort langsam ein mooriger Bereich entwickelt. Des Weiteren führt auch ein kurzes Stück auf einem Holzsteg entlang und man kann den wunderbaren Ausblick auf den See genießen. Einen Flyer zu dem Rundweg und vielen weiteren Wanderwegen im Nationalpark könnt ihr hier herunterladen: http://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/wanderwege/#intNavBreadcrumb. Über Altenau sind wir dann zum Romkerhaller Wasserfall gefahren und passierten hierbei auch den Okerstausee mit den zahlreichen Brücken. Das Wetter meinte es auch wieder gut mit uns. Die Sonne heizte teilweise ordentlich ein. Beim Wasserfall angekommen, mussten wir feststellen, dass der relativ kleine Parkplatz rappelvoll war. Ein WoMo hätte dort sowieso keinen Platz gefunden. Also sind wir zunächst weitergefahren, in der Hoffnung, dass ein paar Meter weiter, noch eine Parkmöglichkeit kommt. Ca. nach 1 km kam dann tatsächlich noch eine Ausfahrt und hier konnte man mit dem WoMo schön rückwärts in eine Nische fahren. Es gab auch einen Abstieg, direkt zum Oker bzw. auch zur „Verlobungsinsel“, mit den vielen riesengroßen Felsen. Von der Romkerhalle aus, kann man auch auf der anderen Flussseite zu diesem Ort wandern. Wir sind jedoch zunächst unten bei den Steinen und Felsen ein wenig herumgelaufen, bzw. „gesprungen“ und dann hinter der Leitplanke entlang zu dem Romkerhaller Wasserfall gelaufen. Hierbei sollte man allerdings ganz gut zu Fuß sein. Von hier gibt es mehrere Wanderwege auf den Huthberg, u.a. auch zu den bekannten Kästeklippen. Der gelbe Rundweg führt direkt dorthin und auch noch an anderen Gesteinsformationen vorbei. Gute Schuhe sind auch hier Pflicht, denn der Weg ist teilweise doch arg uneben. Es geht zunächst mehr oder weniger nur bergauf, bis man bei den Kästeklippen selbst ist. So kommt man u.a. an der „Mooswand“, den „Feigenbaumklippen“ oder der „Hexenküche“ vorbei. Direkt bei den Kästeklippen hat man einen schönen Ausblick und kann auch kurz in dem dortigen Restaurant eine Kleinigkeit trinken oder essen. Von Anfang April bis Ende Oktober fahren auch Linienbusse hinauf, wie wir dann, als wir ein Stück weitergelaufen sind, feststellen mussten, als wir schwer atmend die Bushaltestelle erblickten :-) Wir setzten den Rundweg nicht direkt fort, sondern haben den direkten Rückweg eingeschlagen. So kamen wir dann auch noch zur „Mausefalle“, die uns fast am meisten fasziniert hat, denn ein kleiner Stein stützt einen riesigen Felsen und man weiß sofort, woher diese Felsformation ihren Namen hat. Von dort führt auch ein „steiler Abstieg“ wieder hinunter. Dieser war wirklich steil, aber man kann sich an den zahlreichen Birken sehr gut festhalten. Auf jeden Fall haben wir dadurch auch jede Menge Zeit gespart, denn wir befanden uns ungefähr bei dem ersten Drittel der Strecke wieder. Nun gingen wir wieder ein Stück auf der normalen Strecke, bis wir wieder ein bisschen abkürzten, denn runter geht ja immer besser als hinauf :-) und da der normale Weg sehr „steinlastig“ ist, somit eher unangenehm zu laufen, war der weiche Walduntergrund wesentlich angenehmer. Wir folgten wieder einem Stück der ausgeschilderten Strecke zum Einlauf des Wasserfalls, von wo ein angeblich „sehr steiler“ Weg hinabführt, was wir jedoch nicht so empfunden haben. Die Abkürzung von der Mausefalle aus war weitaus schwieriger. So kamen wir aber zumindest relativ schnell wieder beim Wasserfall an und bestritten den Weg zurück zum WoMo wieder hinter der Leitplanke. Unsere Hunde waren froh uns wiederzusehen, denn diese haben wir bei der Tour diesmal tatsächlich zurücklassen müssen, das wäre mit den beiden Kleinen nicht gegangen.

Nun ging die Fahrt weiter nach Goslar. Hier hielten wir kurz beim Lidl, um noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Nun fuhren wir weiter durch die wunderschöne Altstadt zur Kaiserpfalz und kamen auch bei dem Mittelaltermuseum vorbei. Die Altstadt war geprägt von weißen Fachwerkhäusern, was wir so in Quedlingburg und Wernigerode noch nicht gesehen hatten und grenzt sich somit auch ein bisschen ab. Am Parkplatz der Kaiserpfalz gibt es Bus- und WoMo-Parkplätze, abends sind diese sogar kostenfrei, ob Übernachtungen möglich sind, haben wir jedoch nicht geprüft. So liefen wir dann einmal um die Kaiserpfalz herum, auch den dortigen Gärten statteten wir einen kleinen Besuch ab. Tagsüber kann man  natürlich auch Rundtouren buchen und das Gebäude von innen besichtigen, zusätzlich befindet sich darin auch noch ein Museum. Von dem Gelände aus kann man auch einen kleinen Blick auf die Kirchentürme der Marktkirche erhalten. Eine Tagestour lohnt sich sicherlich auch wieder in dieser Stadt, nur leider war der Tag heute schon fast zu Ende, sodass wir die Altstadt nun nicht mehr ausgiebig erkunden konnten. Im Internet fanden wir den nahen Campingplatz Sennhütte, den wir nun auch direkt ansteuerten. Es waren noch ein paar Plätze frei, sodass wir auch nicht weitergefahren sind. Der Campingplatz ist schon ein wenig älter, dies merkt man auch an den sanitären Anlagen und auch an dem Gasthaus, sowie den Stromkästen. Jedoch hatte man auch hier freie Platzwahl, die Preise waren auch ganz in Ordnung, jedoch kann man sicherlich mit einer Modernisierung des Campingplatzes mehr Leute anlocken. Wir hatten ein schöne Parzelle, jedoch musste man das Stromkabel über den Weg legen zum nächsten Stromkasten, sodass hier tatsächlich bei größerem Betrieb Autos drüber fahren können, was dem Kabel auf Dauer sicherlich nicht so gut tut. Nachdem wir uns kurz eingerichtet haben, kochten wir noch ein paar Nudeln und sind dann satt und glücklich in den Alkoven geklettert :-)

 

 

03.05.2015 – Abreise

 

  • Halt in Wernigerode

 

Bevor wir aufgebrochen sind waren wir noch kurz die Dusche testen – 50 Cent für 6 Minuten, doch etwas länger als schon manchmal bei anderen Duschen. Jedoch wirkten die Anlagen schon fast nostalgisch. Wir machten das WoMo abfahrtbereit, haben auch noch die Klokassette geleert und den Wassertank gefüllt sowie das Abwasser abgelassen. Beim Bezahlen mussten wir jedoch den Kopf schütteln. Der Strom wird nach Verbrauch berechnet und die Besitzerin muss für jeden Kunden einzeln bei dem Stromkasten auf dem Platz (nicht im Gasthaus bzw. bei der Rezeption) den Zählerstand ablesen. Dies sorgte bei ihr doch für leichten Unmut, als 3 Paare hintereinander bezahlen wollten und sie natürlich somit jedes Mal einzeln los musste. Leider konnte sie das freundliche Gesicht da nicht wahren, aber das sollte ja dann auch nicht unser Problem sein. Auf dem Rückweg hielten wir dann natürlich noch in Wernigerode. Auf dem dortigen Hauptparkplatz in der Halberstädter Straße gibt es auch wieder extra Stellplätze für Wohnmobile und sonntags ist dieser auch kostenfrei. So spazierten wir noch in die Altstadt, von einigen der Gassen dort hat man auch einen schönen Blick auf das Schloss. Die Straße, später dann eine Fußgängerzone, führt direkt bis zu dem Parkplatz mit dem großartigen Rathaus. Ein Stückchen weiter kamen wir noch zum Westerntor und dem Gymnasium. Wir konnten gar nicht glauben, dass das Gymnasium wirklich ein Gymnasium ist, denn es sah wirklich genial aus und wirkte eher wie ein Schloss. Auch eine Art zur Schule zu gehen :-) Auf dem Rückweg zum Parkplatz gönnten wir uns noch ein extrem leckeres Eis aus einem italienischen Café in der Fußgängerzone. Stephan holte sich auch noch schnell einen vegetarischen Döner, um diesen dann schnell im WoMo zu vertilgen. Wieder beim WoMo angekommen haben wir gemerkt, dass direkt neben dem Parkplatz die Wernigeroder Schlossbahn abfährt. Die Preise sind ganz moderat, wobei man beim Laufen natürlich immer schneller anhalten kann, um ein paar Fotos zu machen :-) Nichtsdestotrotz mussten wir unser Navigationsgerät nun wieder auf Cottbus umpolen, der Abschied viel uns mal wieder schwer. Zumindest konnten wir auf der Rückreise jetzt noch einmal die schöne Landschaft genießen, die wir ja leider aufgrund der Dunkelheit bei der Anreise nicht sehen konnten. Überall blühten die Bäume und im Vordergrund standen die sattgelben Rapsfelder. Im Übrigen haben wir heute sogar noch einen Spruch des Tages: „Das ist ja ein Dönerhund“. Zu dem Hintergrund: Wir gingen die Spaziergängerzone mit Gonzo und Baili entlang, auf einer Bank saßen zwei ältere Herren und Baili unser kleiner Spürhund, witterte in einem der Beutel der Herren offensichtlich etwas Essbares und ging direkt an die Tüte. Anscheinend war ein Döner in dem Beutel, denn der Mann erklärte sich dann noch einmal, dass er natürlich nur meinte, dass der Hund den Döner aufgespürt hat, nicht dass er in einem Döner landen sollte oder gar wie ein Döner aussieht ;-) Gut dass es zu so einem lustigen  kurzen Gespräch kam, denn manchmal kann die Gefräßigkeit von Baili auch zu weit gehen.

Leider meinte das Wetter es heute nicht immer so gut, die Sonne versteckte sich oft, jedoch hatten wir konstante 20 °C.

 

 

Fazit:

Als wir zunächst den Plan hegten in den Harz zu fahren, waren wir von unserer eigenen Idee noch nicht ganz so begeistert und dachten uns, dass Sehenswertes sicherlich rar gesät sein wird. Wir wollten es  dennoch einmal probieren und uns überraschen lassen. Hinzu kam auch noch, dass ich für die Vorbereitung dieser Reise nicht ganz so viel Zeit hatte und investieren konnte, sodass Einiges wirklich eher spontan erfolgen musste. Was sollen wir sagen – wir wurden eines Besseren belehrt. Das gesamte Gebiet hat uns wirklich überrascht. Die Städte und auch die Landschaft ziehen einen in den Bann. Wir haben so viel gesehen und hätten nicht gedacht, dass in Deutschland solche landschaftlichen und städtischen Schätze verborgen sind. Sicherlich kann man noch viel mehr anschauen und wir möchten daher auch einen zweiten Besuch nicht ausschließen, zumal es doch fast „vor der Haustür“ liegt. Auch Touristen kommen hier preislich doch meist ganz gut weg, wir haben fast immer kostenfrei geparkt und an WoMos wurde auch ziemlich oft gedacht. Hotelpreise können wir natürlich nicht einschätzen, aber die von uns besuchten Camping- und Stellplätze waren preislich immer in Ordnung. Somit können wir einen Urlaub im Harz wirklich empfehlen, zumal so ein hohes Fachwerkhaus-Vorkommen sicherlich auch einzigartig ist.

 

 

Weg zur Innenstadt, Quedlinburg

beim Schlosshotel Quedlingburg

Fachwerkhäuser Quedlinburg

Rathaus Quedlinburg

Fachwerkhäuser Quedlinburg

Fachwerkhäuser Quedlinburg

Teufelsmauer

Taufelsmauer

Bodetal beim Hexentanzplatz

Hexentanzplatz

Baili vor dem Rapsfeld :)

Burgruine Regenstein

Burgruine Regenstein

Ausblick Hexentanzplatz

Wanderweg Oderteich

Oderteich

Oderteich

Gewächs bei den Kästeklippen

Mausefalle bei Kästeklippen

Romkerhaller Wasserfall

Blick auf Schloss Wernigerode

Goslar, Blick auf Marktkirche

Kaiserpfalz Goslar

Innenstadt Wernigerode

Rathaus Wernigerode

Straßenlaterne Wernigerode

Fachwerkhäuser Wernigerode

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