Reisebericht Kappadokien, 2014

25. Mai 2014 - Flug nach Ankara

Heute sind wir in Ankara gelandet. Zunächst mussten wir einmal die Mietwagenfirma suchen, was gar nicht so leicht war. Endlich beim Verleih angekommen, war der Mann dort schwer zu verstehen, aber da wir ja bereits im Vorfeld gebucht hatten, bekamen wir zumindest unser Auto – einen Ford. Das praktische, wir mussten nur kurz draußen warten und das Auto wurde vorgefahren, eine Abnahme erfolgte jedoch nicht. Einfach nur das Gepäck ins Auto und weg. Wir wollten das Navi im Handy aktivieren, jedoch merkten wir erst jetzt, dass wir vergessen haben, die deutschen Sprachdaten der Karte ebenfalls herunterzuladen. So waren wir, zumindest bis zum Hotel, quasi nur auf das Visuelle beschränkt. Zunächst waren wir über das Chaos auf den Straßen erschrocken, in anderen Reiseberichten wurde man zwar bereits vorgewarnt, allerdings muss man immer alles selber erleben, um zu merken, wie real solche Berichte sein können. Jeder fährt eigentlich so, wie er gerade möchte, auf Spuren wird nicht geachtet, abgebogen wird ohne zu blinken, Einbahnstraßen werden verkehrtherum befahren und Ampeln überquert man bei Rot. Irgendwie haben wir es jedoch unbeschadet bis zum Hotel "Maltepe Otel 2000" geschafft. Die Lage war relativ zentral und es war fast alles fußläufig. Das Hotel selbst war modern und hat vollkommen ausgereicht. Der Page war engagiert und wollte unbedingt unser Gepäck nach oben bringen, sicherlich wegen des Trinkgelds. Gott sei Dank, haben wir am Flughafen bereits Geld abgehoben. Im Übrigen haben wir erst beim Ausladen des Gepäcks bemerkt, dass unser Auto zwar noch neu war, jedoch schon nicht mehr so aussah. Zudem hatten wir auch noch Vogelscheiße auf dem Rücksitz. Hier werden andere Standards gesetzt, Hauptsache es fährt. Nach dem langen Flug mit Zwischenstopp haben wir es uns erst einmal kurz im Hotel bequem gemacht. Da wir aber nicht nur rumliegen wollten, sind wir dann aufgebrochen, um die Stadt zu erkunden. Zuerst machten wir uns auf den Weg zum Ataturk Denkmal, welches jedoch ca. 10 Minuten bevor wir angekommen sind, geschlossen wurde. Von Weiten konnten wir es erahnen. Dann machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, um zur Kocatepe Moschee zu gelangen. Unterwegs kamen wir auch noch an weiteren Moscheen vorbei, sowie einer Einkaufsstraße. Die Moschee selbst sah sehr beeindruckend aus. Wir sind leider nicht hineingegangen, weil es bereits spät wurde und viele Türken hineingegangen sind, sodass wir nicht beim Gebet stören wollten. Somit endete der Abend hier und wir machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

 

 

26. Mai 2014 - Fahrt nach Göreme

Inzwischen haben wir unser Navigationsgerät auf die deutsche Sprache geupdatet, sodass es tatsächlich „ungefährlicher“ losgehen kann. Heute führt uns die Strecke nach Göreme, wo sich unser Hotel für die nächsten Tage befindet. Unser erster kurzer Halt war in Avanos. Hier haben wir kurz eingekauft, denn die Supermärkte hier sind voll mit Dingen, die probiert werden wollen. Die Landschaft war sehr schön, gerade als wir dann langsam nach Kappadokien kamen, wurde es immer atemberaubender. Nach und nach veränderte sich die Landschaft, sie wurde karger und man erblickte die ersten Feenkamine bzw. die Lavasteinformationen. Leider hat es unterwegs zeitweise stark geregnet und gewittert. Als wir dann jedoch in Göreme angekommen sind, wurde das Wetter schlagartig besser. Wir checkten im Hotel ein. Es wurde so gebaut, als würde man in einer Höhle schlafen, auch der Frühstücksraum wurde entsprechend dekoriert oder sogar tatsächlich in eine alte Höhle integriert. Es hat auf alle Fälle vollkommen gereicht. Göreme ist eine Touristengegend, was uns aber schon alleine wegen dem Essen und den entsprechenden Einkaufsmöglichkeiten vor Ort nicht störte. Im Ort selbst hält man sich tagsüber ja auch nicht auf. Wir gingen noch ein bisschen spazieren und erkundeten auf eigene Faust die Feenkamine in der Umgebung. Sind teilweise also wieder ein bisschen klettern gewesen und konnten uns einen ersten Überblick über die Gegend verschaffen. Wir gingen einen Wanderweg entlang, der bei einer Art Schlucht endete, weiter ging es nur über eine eher unstabil aussehende Leiter. Wir beschlossen uns dies für einen anderen Tag aufzuheben, da die Dämmerung bereits einsetzte. Danach gingen wir auf „Nahrungssuche“. Gegessen haben wir in einem kleinen Café, in dem es vegetarischen Kebab gab. Es gab eine Art Fladenbrot und dazwischen eine leckere Mischung aus Spinat, Gewürzen und Käse. Gesättigt machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel. Sehr gewöhungsbedürftig sind die Gebetsrufe aus den Lautsprechern, die teilweise sogar nachts zu hören waren.

 

 

27. Mai 2014 - Mustafpasa/Cemil/Sahinefendi/Sognali Tal

Gleich früh besuchten wir das Göreme Open Air Museum. Selbstverständlich kann man hier viel entdecken, jedoch müssen wir im Nachhinein sagen, dass es schöner ist, wenn man diese alten Kirchen und Höhlen auf eigene Faust erkunden kann und nicht in einer Schlange mit Touristen warten muss. Jedoch gab es im Göreme Museum viele erhaltene Fresken zu entdecken, die man natürlich in den anderen offenen Kirchen nicht mehr so sehen kann, da diese einfach mit der Zeit verwittert sind bzw. beschädigt wurden. Das Areal des Museums war jedoch nicht so groß wie erwartet, aber dennoch einen Besuch wert. Danach fuhren wir zur Aynali Kirche, von der wir in unserem Reiseführer gelesen haben. Der Eintrittspreis war lachhaft und vom Wächter, der uns nur kurz zeigte wo der Eingang ist, haben wir auch noch Taschenlampen bekommen, die zwar nicht die besten waren, uns jedoch den Weg leuchten konnten. In der Kirche konnten wir wirklich komplett alleine durch dunkle Gänge krauchen und am eigenen Leib spüren, wie eng diese gefertigten Gänge eigentlich teilweise waren. Wären noch andere Touristen vor Ort gewesen, hätte dieses Erlebnis wahrscheinlich nicht diesen magischen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach diesem Abenteuer führte uns der Weg weiter nach Ürgüp zu einem Aussichtspunkt mit einer interessanten Felsformation. Die Lavaberge hatten hier quasi einen „Hut“ auf. Wir passierten anschließend Mustafapasa und Cemil. Bei Sahinefendi hielten wir an einer Ausgrabungsstätte eines kleinen alten Dorfes. Die Ausgrabungsstätte selbst sah nicht sehr spektakulär aus, jedoch waren die Überbleibsel des Dorfes sehenswert, gerade die alten Mosaikböden waren interessant. Die Fahrt ging dann weiter zum Sognali Tal, wo wir mehrere Kirchen und Bauten besichtigen konnten, zudem war die Natur bzw. Landschaft wirklich schön. Der Tourismus verlief sich bei dem großen Areal sehr gut, sodass man genügend Zeit für alles hatte. Im Anschluss taten uns die Füße weh, denn es gab wirklich viel zu sehen und man konnte, was uns natürlich gefreut hat, viel selber erklettern. Auf dem Weg zum Tal haben wir sogar einer Schildkröte über die Straße geholfen, was einem irgendwie absurd vorkam, aber hier anscheinend öfters vorkommt, denn wir haben auch am nächsten Tag jemanden gesehen, der in der Stadt einer Schildkröte den Weg über die Straße erleichterte. Nachdem es bereits anfing zu dämmern, haben wir die Rückfahrt angetreten und waren in Göreme beim gleichen Café essen, wie auch bereits den Tag zuvor.

 

 

28. Mai 2014 - Ihlara Tal/Selime

Heute wollen wir das Ihlara Tal ansteuern. Unser erster Halt zum Tal war in Selime. Hier steht auch eine alte Felsformation, die man erkunden kann. Das große Areal konnte schön erklettert werden und die verschiedenen Räume waren gut beschriftet, sodass man sich auch einmal ein Bild über das Leben der Menschen damals machen konnte. Vom Schlafsaal, bis zur Küche bzw. auch zur Kelterei war alles dabei. Die Auswaschungen waren teilweise sehr interessant und machten das „Bauwerk“ irgendwie fast einzigartig. Weiter ging es anschließend dann wirklich zum Ihlara Tal. Im Übrigen hatten wir unterwegs auch einen wunderbaren Blick auf den Vulkan „Hasan Dağı“. Beim Ihlara Tal angekommen, ging es erst einmal 323 Stufen hinab. Die Natur war einfach umwerfend, wir haben es genossen von dem Grün umgeben zu sein, dem Fluss zu folgen und die umliegenden, teilweise nicht ganz so gut ausgeschilderten, Kirchen zu besichtigen. Auch hier ist uns wieder eine Schildkröte über den Weg gelaufen. Man konnte über zwei Brücken die Uferseite wechseln, um weitere Kirchen zu besichtigen. Auch hier ist uns wieder aufgefallen, dass die Gesichter auf den Malereien zerstört wurden. Wir hatten es zwar bereits angenommen, aber später wurde es uns auch noch einmal bestätigt, dass die Gesichter mutwillig früher zerstört wurden und man jetzt mit der Restauration und dem Schutz dieser Überlieferungen anfängt. So waren einige der Kirchen auch bereits vom Tageslicht abgeschottet, damit die Farben weiterhin so gut erhalten bleiben. Jede dieser Kirchen, Aushöhlungen bzw. Behausungen hat etwas magisches, da man sich kaum vorstellen kann, unter welchen Bedingungen damals diese Räume und Gänge mit den eigenen Händen in das Tuffgestein geritzt wurden. Anhand der Wandbeschaffenheit hat man die „Schürfspuren“ oft gut erkennen können. Teilweise wurden die Wände auch vor der Bemalung mit einem Gemisch aus Taubendung aufgehellt, damit die Farben besser zur Geltung kamen. Weiterhin kann man immer noch nicht belegen, ob schon frühere Siedler Höhlen in dem weichen Gestein angelegt haben. Die christliche Besiedlung stellte sich nämlich erst später ein. Zunächst nutzte man die erbauten Behausungen noch als Rückzugsorte, doch später baute man ganze Städte in das Tuffgestein, hauptsächlich auch unter Beachtung von Sicherheits- und Verteidigungsaspekten, teilweise sogar unterirdisch. Viele wurden von Bauern, die die Bauten später nutzen, zerstört und zu eigenen Zwecken umgebaut.

Das ganze Tal zu durchlaufen hätte leider zu viel Zeit in Anspruch genommen, immerhin ist dieses doch 15 km lang, der Rückweg führt entweder wieder zu Fuß durchs Tal oder oben an der Straße entlang. Also haben wir uns dazu entschieden, nur einen gewissen Teil zu erkunden und die vorhin erwähnten 323 Stufen wieder hinaufzugehen. Allerdings war es jetzt auch schon später Nachmittag, sodass wir uns wieder auf den Rückweg nach Göreme machten, um dort den Zugang zu dem Aussichtspunkt bei Sonnenuntergang zu finden. Wir haben die letzten Tage immer Autos hochfahren gesehen und Leute standen dort und haben die Aussicht genossen, wir haben jedoch nicht herausbekommen, wie man tatsächlich dorthin kommt. Zunächst blieb unsere Suche wieder erfolglos, da wir auch in der komplett falschen Richtung gesucht haben, dafür haben wir wieder einen Teil der Natur erkundet und weitere Felsformationen in Form von Phallussymbolen gefunden :) Wieder zurück im Zentrum von Göreme haben wir uns einfach mal einer Gruppe Leute angeschlossen, die anscheinend genau wussten, wo sie hin wollten und siehe da, wir kamen auf dem richtigen Berg an. Zusammen mit einigen anderen suchten wir uns ein halbwegs ruhiges Plätzchen, um den bald startenden Sonnenuntergang zu beobachten. Anschließend suchten wir uns ein Restaurant. Heute mal ein anderes. Ich bestellte ein Gericht im traditionellen Tontopf zubereitet und serviert. Der Tontopf wurde direkt am Tisch erst aufgeschlagen. Die untere Hälfte des Topfes steht jetzt als Souvenir bei uns zu Hause :)

 

 

29.05.2014 - Kayseri/Erciyes Dağı/Cavusin/Devrent Tal

Da wir einmal einen traditionellen türkischen Basar besuchten wollten, machten wir uns heute auf den Weg nach Kayseri. Leider hat der Basar unsere Erwartung überhaupt nicht getroffen, man hatte ehrlich gesagt eher das Gefühl auf einem Polen-Markt gelandet zu sein. Allgemein war uns Kayseri wieder zu voll und zu laut, sodass wir uns nicht lange dort aufgehalten haben. Allerdings ging es von dort weiter zum Vulkan „Erciyes Dağı“, der genauso wie der „Hasan Dağı“ teilweise noch mit Schnee bedeckt war. Wir hielten bei dem dortigen Skigebiet und hatten einen guten Blick auf den Vulkan. Danach fuhren wir allmählich wieder zurück und hielten in Cavusin. Das Dorf liegt zu Fuße einer eingestürzten Felswand, die quasi eine in den Tuffstein gegrabene Stadt freilegt. Weiter ging es dann zum Devrent Tal mit dem berühmten Kamel-Felsen. Auch weitere lustige Felsformationen sind angeblich vorhanden, unsere Fantasie lies hier jedoch zu wünschen übrig. Jedoch haben wir hier viele kleine Eidechsen gesehen. Von hier machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg nach Göreme, hielten vorher noch an einem Aussichtspunkt, der einen Rundumblick auf das Devrent Tal ermöglichte. In Göreme haben wir dann den einen Wanderweg weiter erkundet, den wir bereits am ersten Tag entdeckt hatten. Wir erklommen also nun die Leitern im Canyon, bedacht auf jeden Schritt den wir machten, denn sonderlich stabil sah das alles nicht aus. Der „Weg“ endete bei einem dunklen Tunnel, den wir dann mithilfe unseres Handy-Lichts entlang gingen, bzw. erkletterten, da es eigentlich kein richtiger Weg war, eher eine Auswaschung. Langsam verloren wir jedoch den Überblick und wussten nicht mehr genau, wo wir uns eigentlich befanden. Also versuchten wir den weit entfernten Straßengeräuschen zu folgen, was auch klappte und kamen oberhalb vom Göreme Open Air Museum heraus. Wir machten uns wieder auf den Weg zum Dorf und gingen wieder beim gleichen Restaurant essen, wie auch bereits den Tag zuvor.

 

 

30.05.2014 - Derinkuyu/Uchisar/Cat Tal

Unsere Tagestour führt heute zu der unterirdischen Stadt Derinkuyu. Da wir bereits viel über das Thema der unterirdischen Städte in Kappadokien gelesen hatten, waren wir besonders gespannt darauf, eine solche nun auch besichtigen zu können. Bereits als wir angekommen sind, hat sich unsere Vorfreude leider etwas getrübt, da auf dem Parkplatz sehr viele Reisebusse mit den verschiedensten Reisegruppen standen. Die Eintrittspreise waren bereits genau an die zahlungswilligen Touristen angepasst. Die Gänge waren eng und es ging teilweise wirklich tief hinab. Es war jedoch so ein großer Andrang, dass wir das Erlebnis nicht genießen konnten, sondern eher versuchten in diesen engen Gassen und Räumen einen Platz zu finden, um sich selber umzuschauen und die Reisegruppen hinter sich zu lassen. Leider war das nicht ohne weiteres möglich, denn so führte ein langer Weg hinunter, der nur „einspurig“ war, sodass man auch gezwungen war in größeren Gruppen tiefer zu klettern. Am meisten störten einen jedoch noch nicht mal die vielen Touristen, sondern auch noch die lauten Reiseführer, die versuchten Ihrer Gruppe möglichst viel, auf allen möglichen Sprachen zu vermitteln und sich gegenseitig quasi zu überschreien. Ein solches historisches Denkmal verliert stark an Beachtung und Bewunderung, wenn dort so ein Chaos herrscht. Interessant waren die Räumlichkeiten dennoch, sowie das ausgeklügelte Belüftungssystem und auch die schweren Verschlusssteine, die vor den Eingang gerollt werden konnten, falls Gefahr drohte. Wir konnten uns die unterirdische Stadt leider nicht zu Ende angucken, da es einfach zu voll und stickig war und wir es einfach nicht mehr länger ausgehalten haben. Hier sollte es evtl. eine klare Abgrenzung von Reisegruppenbesuchszeiten und Individualtourismus geben. Auf dem Rückweg hielten wir noch in Uchisar. Auf dem dortigen Berg (ebenfalls eine ausgebaute Stadt) hatte man einen schönen Blick auf die umliegenden Dörfer und Landschaften. Als nächstes steuerten wir das Cat Tal an. Dort gab es einen schönen Aussichtspunkt, an dem wir kurz hielten, um auch ein bisschen unseres Proviants zu vernichten. Leider fing es jedoch nach kurzer Zeit an zu regnen, sodass wir uns wieder ins Auto setzten und durch Zufall zu dem Komplex Açıksaray kamen, bei dem auch der „Mushroom Rock“ steht. Unterwegs kam uns im Übrigen auch eine riesengroße Herde Schafe entgegen, natürlich mit Schäfer und entsprechenden Hütehunden. Das Gelände und die dortigen Kirchen waren sehr interessant, zumal wir hier wieder komplett alleine unterwegs waren. Anschließend machten wir uns wieder auf den Weg nach Göreme und fingen dann langsam an unsere Sachen zu packen, denn am nächsten Tag geht es wieder zurück nach Ankara. Leider nimmt unsere Reise langsam wieder ihr Ende.

 

 

31.05.2014 - Rückfahrt nach Ankara/Tuz Gölü

Der Rückweg nach Ankara steht auf dem Programm, allerdings natürlich nicht genau die gleiche Strecke wie auf dem Weg nach Göreme. Diesmal passieren wir unterwegs den Salzsee Tuz Gölü. Er hat einen Salzanteil von 32,9 % und ist damit einer der salzhaltigsten Seen der Welt. Der Tuz Gölü erstreckt sich über eine ziemlich lange Strecke und wir hatten gehofft, unterwegs schon einfach eine Ausfahrt zu finden. Leichter gesagt als getan. Wir sind eine ganze Weile herumgeirrt, konnten ihn zwar bereits sehen, jedoch war nirgends ein Abzweig. Irgendwann sind wir probehalber mal links abgebogen und ewig lange durch kleine Ortschaften geirrt und kamen sogar an einem geschäftigten Markt vorbei, es schien so, als wäre das für die Anwohner die einzige Einkaufsmöglichkeit unter der Woche. Unsere Fahrten endeten zweimal bei Salzabbaufabriken, das Gelände durfte selbstverständlich nie befahren werden. Beim nächsten Abzweig in diesen ganzen Ortschaften hatten wir dann Glück, wir folgten einer Schotterstraße, die geradewegs zu dem See führte. Kurz vor dem See lag ein alter Friedhof, zumindest nehmen wir an, dass es ein Friedhof war. Die unförmigen Grabsteine reckten sich in den Himmel und sahen aus, als wären sie von Rost überzogen. Die nächste Salzabbaufabrik war zwar nicht allzu weit entfernt, jedoch haben wir dennoch ein Stückchen Strand gefunden und zwar ohne eine Menschenseele. Das Salz hat sich auf den ins Wasser ragenden Pflanzen und Steinen abgelegt, durch die Sonne schimmerte alles unglaublich schön. Der Boden des Sees war mit Kristallen bedeckt, wir hatten Mühe einige davon abzubekommen, um sie als Souvenir mitzunehmen. Der See war so klar, hell und weitläufig, das Bild war unbeschreiblich schön und konnte mit keiner Kamera eingefangen werden. Ich bin etwas hineingelaufen und hätte wahrscheinlich noch kilometerweit gehen können, ohne dass das Wasser auch nur meine Knie berührt hätte. Allerdings wäre dies nur mit Badeschuhen möglich gewesen, denn die Salzkristalle waren nicht gerade zimperlich zu den Fußsohlen :) Wir genossen noch eine Weile den Ausblick und setzen uns dann wieder in Bewegung, denn wir hatten noch ein Stückchen Weg vor uns. Kaum waren wir wieder auf der Hauptstraße und aus der Stadt heraus, kam ein offizielles Ausfahrtsschild für den Salzsee. Wir nahmen die Ausfahrt und parkten auf einem großen Parkplatz mit vielen anderen Touristen. Um an den See zu gelangen, musste man einige Stände passieren und komisch aussehende Türken in Kitteln, die einem Kosmetikprodukte verkaufen wollten. Der Salzsee sah hier nicht ansatzweise so schön aus, wie an dem Punkt, an dem wir ihn gesehen hatten, Touristen, alles aufgewühlt und nicht so schön weiß. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man hier mit Absicht die Kristalle gelockert hat, damit die Touristen besser hineinlaufen können. Dennoch, es wirkte nicht so unberührt. Wir hatten also eine ganz andere Seite des Tuz Gölü gesehen, ohne Tourismus und wunderschön. Wir machten uns wieder auf den Weg, denn wir vermieden es bei dem Chaos auf den Straßen im Dunkeln zu fahren, gerade in Ankara. Wir hatten natürlich wieder das gleiche Hotel, wie auch schon bei der Ankunft und kannten daher den Weg in die Stadt. Wir sind hier noch ganz kurz ein bisschen „shoppen“ gewesen und sind dann wieder zurück zum Hotel gegangen.

 

 

01.06.2014 - Rückflug nach Berlin

Tag der Rückreise. Unser einziges Ziel heute war der Flughafen von Ankara, der natürlich als einziges richtig gut ausgeschildert war, die Tage davor haben wir Schilder vermisst und den Flughafen hätte man auch als Trottel ohne Navigationssystem finden können. Dort angekommen war wieder alles anders, denn wir sind unsere Runde gedreht, um die Rückgabestation für den Mietwagen zu finden, was uns nach einer Weile tatsächlich auch gelang. Die Übergabe des Mietwagens erfolgte auch hier wieder einfacher als gedacht, nur abgestellt und den Schlüssel übergeben. Keine Kontrolle ob der Tank voll ist oder gar Kratzer vorhanden waren. Auch der Check-In ging schon fast zu schnell, sodass wir später eigentlich nur noch am Flughafen gesessen haben und die Sekunden zählten. Zeit den Urlaub noch einmal Revue passieren zu lassen. Es war auf alle Fälle schöner, als wir erst angenommen haben. Wir hatten zumindest meist noch Glück mit dem Tourismus, da dieser erst ab Juni losgeht und konnten unglaublich viele Eindrücke mitnehmen. Die Landschaft hat uns in Staunen versetzt und wie es meist ist, lässt sich mit Bildern nicht ausdrücken, was man selber gesehen hat. Die historischen Überlieferungen sind einzigartig und die Türkei bietet noch viele andere historische Stätten und Sehenswürdigkeiten, was einen zweiten Besuch nicht ausschließt.

Geplant haben wir die Reise mit folgenden Reiseführern:

Kappadokien - Merian live!, Aufl. 2014

Türkische Riviera/Kappadokien - Michael Müller, Aufl. 2012

Kocatepe Moschee, Ankara

Ankara

Ankunft in Göreme

Umgebung von Göreme

Göreme Open Air Museum

bei Ürgüp

Sognali Tal

Selime

Ihlara Tal

Ihlara Tal

Ihlara Tal

Aussichtspunkt Göreme

Cavusin

Vulkan „Erciyes Dağı“

unterirdische Stadt Derinkuyu

Uchisar

Komplex Açıksaray

bei Tuz Gölü

Salzsee Tuz Gölü

Salzsee Tuz Gölü

Salzsee Tuz Gölü

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