Reisebericht Nordsee, 2016

25.03.2016 – von Cottbus nach Meldorf

​Endlich starteten wir die erste Wohnmobiltour dieses Jahr. Wir entschlossen uns für die Nordsee, da wir hofften, dass uns dort das mildere Wetter erwartet, schließlich haben wir keine Winterreifen für das Wohnmobil.

Frühs sind wir natürlich wieder etwas in Packstress ausgeartet, mussten wir doch beide am Donnerstag lange arbeiten. Gegen 10 Uhr haben wir dann im Wohnmobil gesessen und fuhren Richtung Friedrichskoog. Doch erstens kommt leider immer alles anders und zweitens als wie man denkt. Bis vor Berlin hatten wir schon relativ zähflüssigen Verkehr und ab Berlin fing dann der Stau erst richtig an. Ca. 1 ½ h gingen uns so verloren. Und das Wetter war alles andere als frühlingshaft. 7 °C und dauerhafter Regen. Gegen 17:30 Uhr sind wir dann in Friedrichskoog angekommen, erstmal auf der Suche nach einer Tankstelle, da lange Zeit auf der Strecke nur Felder und Höfe kamen. Was natürlich auch seinen Reiz hat, wirkte die Natur so noch viel schöner. Wir fuhren nun weiter zu Friedrichskoog-Spitze und parkten dort für 2 EUR (1 Std.). Auch die Wolkendecke lichtete sich nun und wir konnten, während wir auf dem Deich entlangspazierten, einen geradezu märchenhaften Sonnenuntergang genießen. Ein wirklich schöner Auftakt für die Reise. Einige Leute liefen noch im Watt herum, ansonsten konnte man die zahlreichen Fußspuren der Wattgänger noch ausmachen. Wir hatten erst vor, auf dem Stellplatz vor dem Ort zu übernachten, allerdings war uns dieser zu schräg und matschig und wir hatten Angst, evtl. stecken zu bleiben. Also fuhren wir dann weiter nach Meldorf und parkten dort über Nacht beim Parkplatz 3. Ein schöner ruhiger Parkplatz - zumindest in der Nebensaison - für eine Nacht. Bei Tageslicht schauen wir uns dann an, was das Örtchen sonst noch so zu bieten hat.

 

Gefahrene Kilometer: 593 km

 

26.03.2016 von Meldorf nach Nordstrand (Elisabeth-Sophien-Koog)

​Wir haben unseren Stellplatz verlassen und sind die direkt in die Innenstadt gefahren. Vor dem Dom gibt es einen kleinen Parkplatz, wo wir noch ein Plätzchen gefunden haben. Die Innenstadt ist sehr schön und auch der Meldorfer Dom lohnt einen Besuch. Leider konnten wir uns den Dom von Innen nicht so genau anschauen, da gerade eine Probe für die Ostermesse stattgefunden hat, aber was wir gesehen haben war wirklich schön. In Meldorf gingen wir noch einkaufen im Sky Markt, der zur Coop-Kette gehört. Das war für uns ein bisschen Skandinavien.

Anschließend fuhren wir nach Speicherkoog. Sehr schöne Natur und zu unserer Überraschung sahen wir sehr viele Fasane und ab und an mal einen Feldhasen. Von dort ging es dann direkt weiter nach Büsum. Dort fand anscheinend ein Drachenfest statt. Wir parkten vor dem Deich in der Nordseestraße für 1,50 EUR. Die großen Drachen in allen möglichen Formen waren sehr beeindruckend, vor allem der riesengroße Wal und der Marsupilami haben es uns angetan. Leider durften die Hunde nicht mit zum Strandbereich, wo die Drachen steigen gelassen wurden, aber auch etwas weiter entfernt war es ein schönes Schauspiel. Bis jetzt war es immer noch etwas bewölkt und die Sonne zeigte sich sehr zaghaft. Anschließend fuhren wir weiter nach Sankt-Peter-Ording, um dort zum Leuchtturm von Sankt-Peter-Böhl zu gelangen. Auch hier mussten wir wieder ein Parkticket lösen (1 EUR/1 Std.). Endlich kam auch die Sonne heraus und so konnten wir bei unserem Spaziergang entlang der Salzwiesen zum Leuchtturm, diese unser Gesicht wärmen lassen. Es war doch relativ ruhig, obwohl natürlich auch viele Fahrradfahrer vorbeifuhren. Auch einige Hundebesitzer gingen mit ihren Hunden spazieren, was unsere beiden aber sowieso freute ;-) Auf den Salzwiesen konnte man auch wunderbar mehrere Störche beobachten.

Anschließend wollten wir dann noch nach Sankt-Peter-Bad, aber als wir dort angekommen sind, mussten wir auch schon wieder umdrehen, was mit dem großen Wohnmobil gar nicht so einfach war. Fast dachten wir, wir stecken dort fest, rechts und links nur Autos und Menschen und nirgends eine Möglichkeit zum Wenden. Irgendwie und mit viel Rücksicht der anderen Verkehrsteilnehmer konnten wir uns dann doch noch einen Weg herausbahnen. Also hatten wir nicht nur das Problem des Parkplatzes, der einfach nicht da war, man konnte auch vor lauter Leuten keine Fußgängerpassage sehen. Alle deutschen Urlauber an der Nordsee haben sich anscheinend auf einen einzigen Ort konzentriert. Aber halb so wild, fuhren wir doch direkt weiter zum Westerhever Leuchtturm. Für den Parkplatz zahlten wir 6 EUR. Mehr als bei allen andere Plätzen bisher, wobei er für Pkws auch weniger kostet. Der Weg zum Leuchtturm führt durch das Brut- und Rastgebiet der Wattvögel und ist 2,2 km lang. Die Hunde mussten wir etwas kurzhalten, damit die nicht auf den Wiesen herumrennen, aber das Mitnehmen war natürlich gestattet.

Vom Leuchtturm fuhren wir dann weiter zum Holländerstädtchen Friedrichstadt. Hier erwartete uns eine sehr schöne Innenstadt, die mit den Kanälen und den Häuserfassen durchaus an Holland erinnert. Auf einer Wiese blühten unzählige Krokusse, ein wirklich schönes Farbenspiel. Ein kurzer Bummel durch die Stadt lohnt sich wirklich.

Ab jetzt waren wir auf der Suche nach einem Campingplatz und fuhren zunächst Richtung Nordstrand und wurden dann bei Elisabeth-Sophien-Koog fündig. Vorher fuhren wir noch durch Husum. Auch wieder eine schöne Stadt mit den für die Region typischen Ziegelhäusern. Der Campingplatz Elisabeth-Sophien-Koog liegt auf alle Fälle schon mal schön ruhig und wir haben ohne Probleme noch einen Stellplatz bekommen. Auch die Hunde waren gerne gesehen.

 

Gefahrene Kilometer: 173,5 km

27.03.2016 – von Elisabeth-Sophien-Koog nach Hvide Sande (DK)

​Die Betreiber des Campingplatzes haben uns sogar ein Osterhäschen auf die Windschutzscheibe gelegt. Eine sehr nette Geste. Die Duschen könnten zwar etwas moderner und vor allem die Duschräume könnten etwas wärmer sein, ansonsten ein toller Campingplatz mit direkten Zugang zum Deich und dahinter natürlich auch zum Watt. Die Besitzer waren auch sehr nett und haben sogar unsere beiden Hunde nur als einen berechnet. Also klar weiterzuempfehlen.

Das Wetter schien uns heute auch wieder nicht so wirklich wohlgesonnen, obwohl Frühs, als Stephan aufgestanden ist, die Sonne noch geschienen hat und er den Sonnenaufgang wunderbar einfangen konnte :-)

Wir steuerten einfach direkt Dänemark an und fuhren zum Hjemstad Oltidspark (archäologisches Freilichtmuseum) bei Skaerback. Dieses war allerdings noch nicht geöffnet, die Saison startet leider erst im Mai. Eigentlich hatten wir auch vor, von dort zunächst nach Romo zu fahren, aber das Wetter verregnete uns die Stimmung, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir stoppten, hielten Kriegsrat und befragten die Wetter-App. Zurückzufahren war eigentlich keine richtige Option, da es ohnehin in ganz Deutschland regnete, also beschlossen wir letztendlich auf die geringe Prozentchance zu vertrauen, dass es weiter oben in Dänemark nicht mehr regnen wird. Also gaben wir dann einfach Esbjerg im Navi ein und fuhren los. Irgendwann sahen wir eine Ausschilderung für ein Vikingercenter. Wir bogen natürlich ab, mussten dann aber leider feststellen, dass das „Ribe VikingeCenter“ auch geschlossen war und ebenfalls erst im Mai öffnet. Das nachgebaute Langhaus konnte man dennoch gut sehen. Wir fuhren auch an Ribe vorbei und sahen in einiger Entfernung den großen beeindruckenden Dom.

In Esbjerg hielten wir am Strand bei der großen Statue „Der Mensch am Meer“. Das „Kunstwerk“ ist zwar nicht schön, aber dafür selten und riesig ;-) Errichtet wurde es zum hundertjährigen Bestehen der Esbjerg Kommune und ist anscheinend der Skulptur von Ramses im Tempel von Abu Simbel nachempfunden. 

Inzwischen hat es auch aufgehört zu regnen und wir fuhren weiter nach Blåvand. In dem kleinen schönen Ort war sehr viel los. Die Leute sind jetzt wohl alle herausgekommen, denn der Himmel war nun blau und die Sonne zeigte, was sie kann. Entlang der Dünen gab es genügend Parkplätze. Die Dünenlandschaft mit den teilweise darin versteckten reetgedeckten Häusern ist wunderschön und auch der große Strand lädt zum Verweilen ein. Wir liefen am Strand entlang zum Blåvandshuk Fyr. Schöner weißer Leuchtturm, der auch für Besucher offensteht (für 35 DKK).

Anschließend fuhren wir vorbei an Wäldern und an der wunderschönen Dünenlandschaft Dänemarks nach Hvide Sande und hielten kurz vor Hvide Sande an einem weiteren Strand. Zunächst mussten wir feststellen, dass dieser Strandabschnitt ungewöhnlich verdreckt war. Allerdings konnten wir in der Ferne auch die gesunkene Offshore-Installationsplattform sehen, welche im Februar 2016 dort strandete. Vielleicht rührt der ganze Müll am Strand auch daher.

Hvide Sande hat uns vom reinen Stadtbild her nicht so gefallen. Also fuhren wir direkt weiter zum Lyngvig Fyr. Ein schöner Leuchtturm, der wieder in der atemberaubenden Dünenlandschaft steht. Die Landschaft hier ist auch wieder traumhaft, mit den Gräsern und Flechtengewächsen. Man kann sich gar nicht sattsehen. Wir müssen ehrlich gestehen, dass wir nicht gedacht hätten, dass Dänemark so schön ist und waren sehr positiv überrascht.

Damit wir morgen nicht eine so lange Strecke vor uns haben, mussten wir dann schon wieder Richtung Heimat fahren. In Tarp fuhren wir dann von der Autobahn und fanden einen Parkplatz vor einem Supermarkt.

 

Gefahrene Kilometer: 527,2 km

 

28.03.2016 - nach Hause

Wir haben auf dem Parkplatz ganz gut geschlafen. Direkt vorne an der Straße hatte heute sogar noch ein Bäcker auf, sodass wir uns Frühs noch Brötchen holen konnten. Ansonsten machte Stephan das Wohnmobil wieder startklar, während ich mit den Hunden eine Runde durch das schöne Wohngebiet drehte. Auf der Rückfahrt haben wir noch einmal Revue passieren lassen, was wir alles gesehen haben. Nicht nur, dass wir ohnehin von Dänemarks Westküste sehr beeindruckt waren und wir jedem empfehlen, sich diese traumhafte Küstenlandschaft einmal anzusehen, auch die deutsche Seite der Nordsee mit den Schafen auf den Deichen, den Ziegelhäuserfassaden, natürlich dem Watt und der scheinbar endlosen Landschaft war wunderbar. Gerne hätten wir natürlich wieder mehr Zeit im Gepäck gehabt, aber Ostern war nun zu Ende, was uns unterwegs im Übrigen auch schon ein Straßenschild signalisiert hat: Osterende :-)

Geplant haben wir die Reise mit folgendem Reiseführer:

Nordseeküste - Schleswig-Holstein - DuMont direkt, Aufl. 2015

Damm Friedrichskoog

Wattwanderungen Friedrichskoog

Sonnenuntergang Friedrichskoog

Dom von Meldorf

Drachenfest in Büsum

Leuchtturm Sankt-Peter-Bad

Westerhever Leuchtturm

Fassen Friedrichstadt

Der Mensch am Meer

Strand von Blåvand

Strand von Hvide Sande

Lyngvig Fyr

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