Reisebericht Rügen, 2015

03.04.2015 – Abfahrt nach Schapprode
 

Heute starteten wir unseren ersten (kurzen) Urlaub mit unserem Wohnmobil. Wir sind leider erst gegen 11:00 Uhr losgefahren, denn wir haben die Vorbereitungszeit für den ersten Ausflug mit dem Wohnmobil deutlich unterschätzt, da doch noch so einiges im WoMo zu verstauen war. Das Reisewetter war zunächst noch sehr bescheiden, wir können nur hoffen, dass es die nächsten Tage besser wird.

Mit den Osterferien beginnt natürlich auch die Reisewelle Richtung Ostsee, wir waren also nicht sonderlich überrascht, als wir bereits kurz nach Berlin im ersten Stau standen. Es ging nur stockend vorwärts, doch mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Schon jetzt lagen die Vorteile eines Wohnmobils klar auf der Hand, es ist so unendlich viel bequemer als in dem kleinen Auto. Man kann die Beine ausstrecken und sich einfach mal lang machen. Überall gibt es kleine Verstaumöglichkeiten im „Cockpit“, sodass alle Reiseunterlagen ordentlich verstaut werden und mir nicht alles zwischen den Beinen herumliegt. Kurz nach dem Stau hielten wir am ersten Rastplatz, denn unsere Hunde mussten sich auch mal wieder die Beine vertreten und den Rastplatz als ihr Revier markieren :-) Wir aßen gemütlich einen kleinen Mittagsnack und fuhren wieder los. Dann passierten wir auch schon Mecklenburg Vorpommern und verließen somit Brandenburg. Die Natur an der Autobahn entlang ist zwar schön, nur vermissten wir die Rasthöfe mit Versorgung und vor allem Tankstellen. Wir wissen ja schließlich noch nicht, wie viele Kilometer das Wohnmobil mit einer Tankfüllung fährt bzw. wie weit es noch kommt, wenn die Reservelampe an ist. Jedoch scheinen Tankstellen in Mecklenburg Vorpommern, zumindest an der Autobahn, Mangelware zu sein. Als dann die Reservelampe auch wirklich anging, gerieten wir leicht in Panik als weit und breit nach einigen Kilometern immer noch keine Tankstelle in Sicht war. Wir haben uns schon auf das schlimmste Szenario vorbereitet und gehofft, nicht doch von unserer ADAC-Mitgliedschaft Gebrauch machen zu müssen. Wir kamen tatsächlich noch bis Stralsund, wo wir dann auch endlich eine, sogar noch recht günstige, Tankstelle gefunden haben. Also passierten wir dann vollgetankt die Rügenbrücke. Wir steuerten direkt unser erstes Ziel an „Putbus“. Einen kurzen Teil der Strecke legten wir auch auf der „Deutschen Alleenstraße“ zurück. Die Bäume sind zwar alle verschnitten, jedoch muss man mit dem Alkoven gerade bei Gegenverkehr schon aufpassen, in welche Richtung diese wachsen, damit man nicht hängen bleibt. Aber in den nächsten Tagen werden noch ganz andere Straßen auf uns drauf zukommen. Wir erreichten Putbus und parkten direkt am Circus. Davor sind ein paar Parkplätze und ein Parkticket war aufgrund der Uhrzeit nicht mehr notwendig. Nachdem wir ein paar Fotos vom Circus gemacht haben (sieht sicherlich im Frühling, wenn die Hecken und Bäume Blätter tragen besser aus), liefen wir – die Hunde im Schlepptau – durch den Schlosspark und kamen zunächst beim Marstall heraus, von hier gingen wir weiter zum Schwanenteich und der dortigen Seeterrasse. Hier stand einst das Schloss Putbus, welches jedoch 1962 gesprengt wurde. Von dort erreichten wir die Schlosskirche, welche vorher als Kursaal diente. Es scheint so, als wären die Sanierungsarbeiten an der Kirche noch nicht ganz abgeschlossen worden. Wir gingen weiter zum Wildgehege in dem Rot- und Damwild lebt, von dort liefen wir an der Straße entlang zurück zum Circus und kamen auch beim Markt, dem Theater und der Orangerie vorbei. Es fing bereits an zu dämmern, also begann für uns dann auch die Campingplatzsuche. Wir haben uns im Vorfeld zwar bereits 2-3 Campingplätze herausgesucht, aber wussten nicht, wie wir das immer alles schaffen, aber auf Rügen gibt es ja genügend Campingplätze, sodass wir uns hier auch keine Sorgen machen mussten. Um auch jede Seite von Rügen zu sehen fuhren wir teilweise etwas durcheinander, so steuerten wir heute nun Schapprode an, obwohl morgen Mönchsgut auf dem Programm steht. Stephan hatte vorher schon von dem Campingplatz am Schapproder Bodden gelesen und da er direkt am Wasser liegen soll und nicht ganz so groß ist, schien er als erster Campingplatz überhaupt eine gute Wahl zu sein. Wir fuhren durch Bergen sowie zahlreiche andere kleinere Orte und waren bei Ankunft am Campingplatz erstaunt, wie einfach und unkompliziert alles abläuft. Wir haben uns kurz angemeldet und Glück, dass wir noch vor 20 Uhr da waren, denn ansonsten hätte der Platz bereits zugehabt. Wir parkten, schlossen den Strom an und gingen gleich eine Runde mit den Hunden. Der kleine Strandabschnitt war schön und unsere kleinen Chis freuten sich im Sand toben zu können. Danach zogen wir uns im WoMo erst einmal zurück, machten die Heizung an, kochten und planten den morgigen Tag etwas genauer. Nun sollte also unsere erste Nacht im WoMo im Alkoven beginnen.

 

04.04.2015 – Schapprode nach Prora
 

Wir haben erstaunlich gut geschlafen, nur war es dann früh doch etwas frisch im WoMo, da die Nächte doch noch sehr kalt sind, aber kein Problem, mit der Heizung war es schnell wieder warm. Wir zogen uns an, gingen eine Morgenrunde mit den Hunden und suchten danach auch gleich selbst die Sanitäranlagen zum Duschen auf. Es war alles sehr sauber, trotz des noch matschigen Bodens vom Tau bzw. dem Regen die Tage zuvor. Die ganzen sanitären Anlagen sind sehr modern, so auch die Abwaschbecken vor dem Gebäude.

Die Sonne zeigte sich schon jetzt von ihrer besten Seite. Auf dem Hof befindet sich auch eine kleine Räucherstation und immer samstags wird frischer Fisch geräuchert, so auch heute, es hat wunderbar gerochen. Wir frühstückten noch in Ruhe im WoMo und packten dann auch alles zusammen, um natürlich auch noch etwas von Rügen zu sehen.

Wir hielten zunächst in Bergen, um den Samstag auch noch als Provianttag zu nutzen. Es war wirklich die Hölle los, alle wollten noch letzte Erledigungen machen vor den Osterfeiertagen. Wir fanden einen kleinen Netto und spurteten schnell durch die Gänge. An den Kassen war dann nicht ganz so viel los, sodass das schnell erledigt war. Alles im WoMo verstaut, fuhren wir dann zu unserem ersten richtigen Ziel den Großsteingräbern bei Lancken-Granitz. Hier gibt es einen kleinen Rundweg, der an einigen erhaltenen Gräbern vorbeiführt. Wir fuhren wieder zur Hauptstraße und steuerten von hier nun Sellin an, kurz sah man auch den Turm des Jagdschloss Granitz aus dem Wald gucken. Die Parkplatzsuche gestaltete sich hier etwas schwierig zumal man anscheinend fast nur kostenpflichtig in Seitenstraßen parken kann. Jedoch haben wir noch einen Seitenparkplatz (mit Parkuhr für 1 Std.) gefunden, sodass wir kein teures Parkticket ziehen mussten. Wir schnappten uns unsere Hunde und liefen hinunter zur Seebrücke und dem dortigen Strand. Wir kamen an zahlreichen Hunden und deren Herrchen vorbei, sodass teilweise an ein Vorankommen gar nicht zu denken war, denn es musste sich natürlich immer erst beschnüffelt werden. Unseren Hunden hat das jedoch ganz gut gefallen :-) Wir gönnten uns ein Eis und machten das Beste daraus. Bei der Seebrücke angekommen, mussten wir erst einmal den Schal fester schnüren, denn es war ziemlich windig. Zunächst gingen wir auf der Brücke entlang bis zum Ende – also bis zur Tauchgondel. Wir sind damit nicht hinunter gefahren, denn sind wir mal ehrlich, was will man im trüben Ostseewasser schon sehen? Anschließend gingen wir dann hinunter zum Strand, es war relativ viel los, obwohl in der Hauptsaison sicherlich noch weitaus mehr Touristen da sind. In der Regel stehen hier ja auch einige Strandkörbe, jedoch scheint das Wetter noch zu unbeständig zu sein, sodass die Vermieter diese noch nicht wieder aufgestellt haben. Der Strand ist sehr schön und die Promenaden in Sellin mit den weißen Bäderarchitektur-Häusern verleihen das richtige Urlaubsfeeling. Alles in allem ein sehr schöner Ort und ein Sparziergang lohnt sich auf alle Fälle. Um unsere Parkzeit einzuhalten und kein Ticket zu riskieren, gingen wir nun wieder zurück und steuerten kurz darauf auch schon Göhren an, quasi unser erster Halt auf der Halbinsel Mönchgut. Wir haben uns diesen Ort gar nicht so groß vorgestellt, aber es war so extrem viel los und mit einem Wohnmobil ist es nicht einfach einen Parkplatz am Strand zu finden. Wir schalteten Google Maps ein und schauten, wo man hier evtl. noch langfahren kann, um an einen Strandabschnitt zu kommen. Wir kamen durch Zufall beim Museumsschiff „Luise“ heraus und daneben ist auch ein Parkplatz. Wir stellten uns ehrlich gesagt etwas großflächiger hin, es war aber auch nicht viel los. Der Parkautomat stand zu unserem Glück auch nicht an seinem Fleck, sodass wir hier auch wieder kostenfrei parken konnten. Wir gingen hinter zum Strand und schauten uns dort ein bisschen um, der Touristentrubel hielt sich hier in Grenzen, kein Vergleich zum Hauptstrand in Göhren mit der Seebrücke. Unser nächstes Ziel war dann Thiessow. Hier sind wir die Hauptstraße bis zum Parkplatz entlanggefahren und musste dann feststellen, dass dort auch keine Wohnmobile willkommen sind. Also versuchten wir in der näheren Umgebung etwas zu finden und kurz vor dem eigentlich Dorf haben wir noch eine Parkbucht gefunden, zwar war es von hier aus wieder weiter bis zu den Sandsteilküsten, aber immerhin. Wir liefen den Strand entlang, vorbei an einem einzelnen toten Baum und einigen Findlingen und hielten auch die Augen nach Muscheln, Donnerkeilen und Hühnergöttern offen. Im Wasser fanden wir einen großen Hühnergott, um heranzukommen habe ich versucht mit den Schuhen auf den Steinen zu balancieren um nicht nass zu werden, natürlich ohne Erfolg. Neben nassen Füßen hatten wir jetzt immerhin auch einen Hühnergott :-D Bei den Steilküsten angekommen, hießen uns zwei Schwäne willkommen, die am Ufer eifrig tauchten. Sie passten perfekt in diese Fotokulisse. Auch hier hielten sich die Besucherzahlen in Grenzen, was aber auch an der doch schon etwas vorangeschrittenen Uhrzeit gelegen haben kann. Auf dem Weg zu den Steilküsten haben wir etwas getrödelt, weshalb wir den Rückweg nun etwas schneller bestritten haben, denn schließlich lagen für heute noch mindestens zwei Ziele vor uns. Unser nächster Halt war dann in Groß Zicker. Wir parkten bei der Kirche und suchten dann den Weg zum Nonnenloch. Wir liefen ein bisschen durch das Dorf und kamen auch beim Pfarrwitwenhaus vorbei, bis wir den Wegweiser gefunden haben, der uns verkündete, dass es noch ca. 2,5 km bis zum Nonnenloch sind. Es war bereits 18:30 Uhr und wir hatten die Befürchtung dass die restlichen Campingplätze in der Umgebung in der Nebensaison ebenfalls bereits 20 Uhr schließen, sodass wir das Nonnenloch dann leider nicht mehr ge- bzw. besucht haben. Also gingen wir wieder zurück zum Wohnmobil. Im Übrigen ist Groß Zicker ein sehr schönes Dorf mit reetgedeckten Häusern, schon ein kurzer Besuch lohnt sich. Nun steuerten wir unseren letzten Punkt für heute an: Alt Reddevitz bzw. das Reddevitzer Höft. Die Strecke bietet wirklich wunderschöne Ausblicke und schon deshalb lohnt sich die Fahrt bis zum Ende dieser Landzunge. Man kann leider nicht bis zum Ende durchfahren, sodass wir unser WoMo ein Stückchen davor bei einem „Parkplatz“ abgestellt haben. Ehrlich gesagt waren wir dann aber auch ein bisschen ratlos, folgt nach dem Durchfahrtsverbot ein Privatgrundstück? Könnte man zu Fuß weiter? Es sah auch so aus, als würde vom „Parkplatz“ ein Wanderweg hinunterführen, jedoch war dieser anscheinend schon länger nicht mehr in Takt und eine Beschilderung gab es auch nicht. Wir kämpften uns durch das Stückchen Wald und fanden uns an den Klippen zum Strand wieder. Wir sind ja gerne mal ein bisschen abenteuerlustig und machten uns an den Abstieg, hielten uns an Bäumen und Wurzeln fest. Das Licht war sehr schön, denn die Sonne ging gerade langsam unter und schien uns direkt ins Gesicht. Auf dem Wasser trieben ein paar Boote, eins sah sogar besetzt aus. Nichtsdestotrotz machten wir noch schnell ein paar Bilder und wagten uns dann wieder an den Aufstieg. Dies war aber sicherlich nicht der offizielle Weg. Wahrscheinlich hätte man doch die „Privateinfahrt“ entlang laufen müssen. Wieder beim WoMo angekommen stellte sich wieder die Frage nach dem Campingplatz, auf der gesamten Strecke haben wir genug Plätze gesehen, nur müssten wir für alle wieder zurückfahren und der morgige Tag soll uns eigentlich mehr gen Norden bringen. Also wieder Google „angeschmissen“ und geschaut, welche Plätze es Richtung Prora gibt. Direkt an der Straße liegt der Campingplatz Meier. Der Platz ist sehr groß, die Sanitäranlagen sind wirklich gut, nur ist er auch extrem teuer – trotz der Nebensaisonpreise! Wir haben uns wirklich erschrocken, wollten dann aber auch nicht mehr weiterfahren. Im Restaurant waren wir nicht und auch der Besitzer schien uns nicht sehr freundlich, aber was soll‘s, ist ja im Endeffekt nur zum „Rumstehen“. Diesmal ging uns das Anschließen schon etwas schneller von der Hand, langsam erhielten wir mit der Elektronik eine kleine Routine. Auch die Klokassette mussten wir heute zum ersten Mal entleeren, lief alles ohne Probleme und ist eigentlich wirklich eine saubere Angelegenheit. Wir fühlten uns auf dem Platz aber ansonsten allgemein nicht so wohl, uns störte auch die laute Musik, anscheinend wurde ein Grillabend veranstaltet und auf die Camper, die nicht teilnehmen, wird dann keine Rücksicht genommen. Unsere Lösung: einfach den Fernseher lauter stellen ;-) Wir machten uns schnell wieder etwas zu Essen, schauten einen Film und gingen dann schlafen.

 

 

05.04.2015  Prora nach Dranske
 

Die letzte Nacht hat sogar noch Minusgrade gebracht, im WoMo war es extrem kalt, als wir wach geworden sind. Stephan ist schnell aufgestanden, hat die Heizung angestellt und kam noch einmal ins Bett gekrochen, bis es langsam wärmer wurde. Nachdem wir wieder gemütlich gefrühstückt haben und eine Runde mit den Hunden waren, sind wir gegen 9:40 Uhr aufgebrochen. Als erstes Ziel heute steuerten wir die Feuersteinfelder ein Stück vor Sassnitz an. Zumindest ein Schild direkt beim Parkplatz an der Straße gab es, sodass wir es diesmal auf Anhieb gefunden haben :-) Auch hier beim Parkplatz natürlich wieder ein Parkautomat – inzwischen haben wir nichts anderes mehr erwartet, denn die stehen wirklich überall auf Rügen. Wir haben sogar versucht zu bezahlen, jedoch wollte der Automat unser Geld nicht. Nach drei Versuchen haben wir es dann aufgegeben, denn selbst als er das Geld behalten wollte, kam kein Ticket. Dann zogen wir halt ohne Parkticket los. Nur noch schnell die Hunde angeleint und los ging es den 1,8 km langen Wanderweg entlang. Man läuft direkt an Schienen vorbei, der Wanderweg geht quasi auf der anderen Seite davon weiter. Hält man sich artig an den Weg passiert man eine Brücke und überquert so sicher die Schienen. Der Wald war teilweise sehr sumpfig, ob dies generell so ist oder an dem Wetter der vergangenen Tage lag, wissen wir natürlich nicht, aber immerhin ein paar schöne Fotos sind herausgesprungen. Die Ausschilderung hätte auch besser sein können, am Anfang des Weges standen noch ordentliche Schilder, am Ende dann eher selbst bemalte Blätter in Folien, die kaum noch lesbar waren. Aber man findet den Weg eigentlich auch ohne. Bei den Feuersteinfeldern angekommen schauten wir uns ein bisschen um. Kaum zu glauben, dass die ganzen Steine durch Sturmfluten angelagert wurden. Wir hielten selbstverständlich Ausschau nach Hühnergöttern oder anderen schönen Steinen, die kompletten 40 ha suchten wir jedoch nicht ab ;-) Wenn man im Mai/Juni da ist, sieht sicherlich alles ein bisschen schöner aus, da dann alles grünt und blüht. Auf dem Rückweg kamen uns nun schon mehrere Personengrüppchen entgegen. Früh da sein lohnt sich also, dann muss man die ganzen Steine nicht teilen …

Also nächstes steuerten wir den Nationalpark Jamund bzw. natürlich den Königsstuhl an. Wir fuhren durch Sassnitz bis nach Hagen zum Hauptparkplatz. Hier gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile, der auch als Tagesparkplatz genutzt werden soll. Preise waren nicht so richtig ersichtlich, aber man musste sowieso eine Karte ziehen, bevor man auf den Platz kam, also wird es schon irgendwo einen Kassenautomaten geben. Natürlich durften auch hier unsere Hunde nicht fehlen, also schnell ein paar Leckerlis und etwas Zutrinken eingepackt und wir brachen auf. Der 4 km lange Wanderweg zum Königsstuhl führt durch den schönen Buchenwald vorbei an Seen und Natur pur. Der Weg lohnt sich wirklich und jeder der gut zu Fuß ist, sollte diesen Weg wählen und sich nicht mit dem Bus zum Königsstuhl befördern lassen. Natürlich teilt man die Pfade mit anderen Urlaubern, im Sommer sicherlich nicht gerade wenig, aber heute ging es. Der Wind ging ganz schön, gut dass wir doch noch unsere Schals und Handschuhe eingepackt haben. Als wir dann beim Königsstuhl angekommen sind, sind wir zunächst – zu unserem Bedauern – in das Nationalparkzentrum gegangen (8,50 EUR Eintritt p.P.). Wir haben zwar bereits gelesen, dass es sich nicht lohnt, dachten aber, dass es dennoch irgendwas Interessantes gibt, aber ehrlich gesagt war nur die Toilette brauchbar. Also ein teurer Besuch, um sich zu erleichtern und dann auf einer Plattform zu stehen, von der aus man fast gar nichts sieht. Was man auch noch hervorheben muss, ist, dass es eine „Hundetankstelle“ gibt. Wenigstens ein bisschen mitgedacht. Wir steuerten nun den Strand an. Die Pfötchen unserer Chis sind leider zu klein, sodass sie durch die Schlitze der Stufen Rutschen würden, also haben wir beide unter die Arme geklemmt und sind die Stufen heruntergelaufen. Uns kamen ein Haufen schnaufende Leute entgegen, also wussten wir schon, was uns nach oben dann „blüht“. Unten liefen wir ein bisschen am Strand entlang, jedoch war der Wind wirklich sehr kalt und der Touristenrummel störte uns ein bisschen, aber das lässt sich hier nun einmal nicht vermeiden. Wir hielten natürlich wieder die Augen nach Strandgut offen, jedoch wieder ohne Erfolg. Bis jetzt haben wir eine schmale Ausbeute für diesen Urlaub vorzuweisen. Wir machten uns anschließend wieder auf den Weg nach oben. Stephan hatte einen ganz schönen Zahn drauf und ich hechelte mit Baili auf dem Arm hinterher. Ich glaube in so kurzer Zeit ist noch niemand diese Stufen gelaufen ;-) Nun musste Stephan noch einmal auf Toilette. Es sieht aber so aus, als wäre die einzige Toilette die im Nationalpark-Zentrum. Noch einmal Eintritt bezahlen kam ganz sicher nicht in die Tüte, also fragten wir ganz lieb, ob wir mit den Karten noch einmal hinein können und wir wurden einfach durchgewunken. Anschließend gingen wir noch zur Viktoria Sicht. Anstehen ist hier vorprogrammiert, denn auf die Plattform passt nur eine Person, aber es lohnt sich. Sowohl der Blick zum Königsstuhl als auch der nach unten sind atemberaubend. Schnell von allen Richtungen ein Foto machen und den Nächsten auf die kleine Plattform lassen. Wenn man solche ignoranten Leute wie wir vor sich hat, muss man etwas mehr Zeit einplanen, denn diese haben tatsächlich auf der Plattform erst einmal schön posiert und in aller Ruhe geschaut, ob die Fotos auch etwas geworden sind, um dann noch einmal von vorne zu beginnen. Naja es muss auch solche Menschen geben. Danach sind wir dann wieder zum Parkplatz zurückgelaufen. Unser Magen knurrte, der der Hunde nicht, denn für die hatten wir ja etwas zu Essen dabei – warum wir hier nicht auch an uns gedacht haben :-) Beim WoMo angekommen haben wir zunächst unsere Vorräte geplündert und dann den Parkautomaten gesucht. Dieser Stand in einer verborgenen Ecke neben den Geschäften, aber nach ein bisschen Suchen haben wir ihn gefunden. Ganz billig war das Parken nicht, 8 EUR für die paar Stunden. Aber man hat nach dem Bezahlen noch genügend Zeit rauszufahren, nicht wie in den meisten Parkhäusern nur 10 bis 15 Minuten. Sicherlich hat das den Hintergrund, dass man doch noch etwas bei den Souvenirshops kaufen soll. Eigentlich wollten wir als nächstes nach Lohme zum Schwanenstein fahren, jedoch war die Straße leider gesperrt und der Umweg hätte zu viel Zeit gekostet, also fuhren wir direkt über Glowe zum Kap Arkona. Putbus und Vitt kann man nicht mehr mit dem Auto befahren, vor den beiden Orten kommt ein großer Parkplatz mit enormen Preisen, die einen die Haare zu Berge stehen lassen. Es gibt auch hier wieder einen extra Platz für Busse und Wohnmobile. Man kann den Weg nach Vitt und zum Kap Arkona sowohl zu Fuß, als auch mit der kleinen Transportbahn zurücklegen. Der Preis war eigentlich auch noch ganz in Ordnung, jedoch wollten wir uns dieses Geld sparen und sind durch Putbus zum Kap Arkona gelaufen. Putbus ist ein schöner Ort, mit vielen reetgedeckten Häusern. Die meisten davon sehen sehr heimelig aus und sind sicherlich teilweise auch als Ferienwohnung buchbar. Auf dem Weg zum Kap Arkona sieht man schon die beiden nebeneinanderstehenden Leuchttürme und den Peilturm. Im Sommer sind diese auch geöffnet und man hat sicherlich von dort oben einen schönen Ausblick. Ansonsten fanden wir das Gelände nicht sonderlich beeindruckend, es wirkte eher etwas verwildert – leider. Daneben liegen auch noch zwei Bunker (nicht geöffnet), man konnte zumindest den Eingang und die Belüftungsrohre sehen und zwei/drei alte Bojen. Es wirkte alles so lieblos und hat unsere Laune leider etwas getrübt, da wir uns hier einfach mehr erhofft hatten. Wir gingen dann weiter zur Steilküste und damit zum oftmals angepriesenen „nördlichsten Punkt“ Rügens, welches jedoch gar nicht der nördlichste Punkt ist (wie beim Nordkap in Norwegen). Der Abstieg ist wegen Einsturzgefahr jedoch auf allen Wegen untersagt, zu oft kommt es zu großen Abbrüchen der aus Kreide und Geschiebemergel bestehenden Steilküste. Leider verschwand dann auch die Sonne langsam hinter ein paar Wolken, sodass auch die Fotos von der eigentlich schönen Aussicht eher trist wirken. Wir beschlossen den Weg nach Vitt dann nicht mehr zurückzulegen und stiefelten zurück zu unserem WoMo. Zunächst haben wir jedoch noch die Kasse gesucht und wurden einfach nicht schlau, wie dieses Prinzip hier funktioniert, schließlich musste man doch bei der Einfahrt eine Karte ziehen, also musste es doch schließlich auch einen Kassenautomaten geben. Es gab Hinweisschilder für eine „Kasse“ jedoch stand dort dann nichts, also gingen wir mal davon aus, dass wir tatsächlich kostenfrei geparkt haben. Wir versicherten uns dann auch noch einmal, dass die Schranke des Parkplatzes auch offen war. Dies ist uns beim Hineinfahren überhaupt nicht aufgefallen. Umso besser – doch wieder gespart J Urlaub in der Nebensaison lohnt sich wirklich…

Um auch noch den anderen Zipfel von Rügen zu sehen, steuerten wir nun den Campingplatz „Ostseeblick“ in Dranske an. Wir kamen auch hier wieder kurz vor 20 Uhr an. Die Rezeption war noch geöffnet und zu unserem Glück begann auch gerade der Sonnenuntergang. Wir bekamen den letzten Platz mit Meerblick und die Besitzer waren wirklich sehr freundlich, unkompliziert und zuvorkommend. Selbst unsere kleinen Hunde haben sie nur als einen berechnet. Die Anlage ist sehr schön, die Duschen sind top und man ist am Strand, sobald man aus dem Wohnmobil steigt. Von hier hat man dann sogar noch einen guten Blick auf die Insel Hiddensee. Bei der Dämmerung konnte man sogar das Licht des Leuchtturms auf Hiddensee sehen. Der Strandabschnitt war super, besser kann man sich einen Campingplatz, glauben wir, kaum vorstellen. Der Tag endete wieder mit einem schnell zubereiteten Abendessen bei einem eingelegten Film.

 


06.04.2015 – Rückfahrt
 

Die letzte Nacht war wieder wärmer, man konnte die Arme über der Decke liegen haben, ohne zu erfrieren ;-) Wir machten uns schnell zurecht und gingen wie immer die kurze Runde mit den Hunden, bevor wir noch gemütlich frühstückten. Leider war der Kurzurlaub jetzt auch schon wieder um und wie erwartet, lieben wir den Urlaub im Wohnmobil. Bis auf die Parkplatzsuche ist alles so entspannt. Selbst die Nachbarn auf den Campingplätzen sind alle freundlich, grüßen und sind nicht so gefrustet, wie viele Hotelgäste. Man kann die meiste Zeit in einer Jogginghose verbringen J Wer macht das schon in einem Hotel?

Als wir bezahlt haben ging es dann auch schon wieder los. Natürlich mussten wir jetzt die gleiche Strecke zurück, die wir gestern gekommen sind, aber das macht uns ja nichts aus. Wir hielten noch am Strandabschnitt zwischen Juliusruh und Glowe. Vom Parkplatz aus (im Übrigen natürlich auch wieder mit Parkautomat) führte ein Weg durch einen wunderschönen Waldabschnitt zum Strand. Sobald man diesen erreicht hat, bekommt man das Gefühl, nicht mehr in Deutschland zu verweilen. Der Strand ist so wunderschön, ein riesengroßer komplett feiner Sandstrand, schöne Dünen und helles, klares Wasser. So kann die Ostsee also auch sein! Genau so stellt man sich einen Strand auch vor! Einfach nur wunderschön und der perfekte Abschluss. Auch wenn wir gerne noch länger geblieben wären, mussten wir uns wieder aufraffen und den Rückweg nun fortsetzen. Wir hielten noch schnell am Friewald Park Pansevitz, mit den Ruinen des Schlosses Pansevitz. Die Ruinen wurden gesichert und der noch stehende Turm kann über eine innere Treppe bestiegen werden. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf den Park. Das Schloss selbst ist leider über die Jahre verfallen bzw. wurden die Materialien der Gebäude von der Bevölkerung abgetragen und für eigene Zwecke genutzt. Sehr schade, dass nur noch so wenig übrig ist. Danach ging es dann wirklich wieder los Richtung Heimat. Von der Rügenbrücke kommend hat man im Übrigen auch einen sehr schönen Blick auf Stralsund mit dem Ozeaneum. An der Brücke entlang stehen auch viele Angler, die versuchen sich noch ihr Mittag- oder Abendessen zu fangen.

Natürlich haben wir uns auch wieder auf die Rückreisewelle gefasst gemacht, jedoch standen wir öfter im Stau als wir wollten, mal wieder war auch kein Grund für die Staus erkenntlich. Keine Baustelle, kein Unfall, nicht einmal ein LKW war zu sehen. Immer das gleiche Mysterium. Zum späten Nachmittag standen wir dann wieder vor unserer Haustür. In diesen 4 Tagen sind wir tatsächlich 1.150 km gefahren.

 

Unser Fazit: Zu Ostern war auf der Insel noch nicht ganz so viel los. Wir hätten mit weitaus mehr Touristen gerechnet, zumal das Wetter auch einfach wunderbar war. Rügen hat sehr viele schöne Naturphänomene zu bieten und auch die Strände sind teilweise sehr schön. Naturverbundene finden überall Gelegenheiten für Wanderungen, mal kürzer mal länger. Die Bäderarchitektur in den Städten ist traumhaft und man bekommt automatisch auch das Feeling von „Urlaub“. Die Parkplatzsituation mit den vielen Automaten macht einen jedoch wahnsinnig. Wir waren zwar jetzt in der Nebensaison da und hatten das Glück, dass viele davon noch außer Betrieb waren, aber im Sommer sollte man wirklich viel Kleingeld einstecken haben. Unsere besuchten Campingplätze (teilw. bis auf den vom 04./05.04) waren sehr gut, auch preislich gesehen, jedoch muss man hier wirklich vergleichen, denn einige Plätze verlangen sehr viel für nichts. Rügen lohnt sich für uns als Ort für einen kurzen Urlaub, ansonsten bevorzugen wir wirklich den Urlaub im Ausland. Deutschland übt auf uns bisher wenig Reiz aus, auch wenn die Gegend wirklich schön war und wie gesagt auch genügend Anschauungsmaterial :-) für mehrere Tage bietet. Gerade für Familien wird viel geboten. Der Erdbeerhof in Zirkow, den wir aufgrund des Gewusels nicht besucht haben, soll sehr viel zu bieten haben, für den Urlaub mit Kindern. Diesen Tipp habe ich nachträglich noch von einer Arbeitskollegin erhalten.

 

Geplant haben wir die Reise mit:

Rügen - ADAC Reiseführer plus, Aufl. 2014

 

 

Circus, Putbus

Schlosspark, Putbus

Seeterrasse, Schlosspark Putbus

Wildgehege, Schlosspark Putbus

Theater Putbus

Großsteingräber Lancken-Granitz

Großsteingräber Lancken-Granitz

Seebrücke in Sellin

Strand bei Göhren, Mönchgut

Strand bei Göhren, Mönchgut

Strand bei Thiessow, Mönchgut

Strand bei Thiessow, Mönchgut

Steilküsten bei Thiessow, Mönchgut

Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker

Weg zu Feuersteinfeldern

Feuersteinfelder, bei Neu Mukran

Feuersteinfelder, bei Neu Mukran

Nationalpark Jasmund,

Nationalpark Jasmund

Blick vom Königsstuhl

Strand Königsstuhl

Königsstuhl, Viktoria-Sicht

Blick nach unten, Viktoria-Sicht

Leuchttürme Kap Arkona, Putbus

Strand  Dranske, Blick Hiddensee

Strand zwischen Juliusruh & Glowe

Friewald Park Pansevitz

Strecke Reddevitzer Höft

Strand zwischen Juliusruh & Glowe

  • Instagram
  • YouTube Social  Icon
  • Twitter Social Icon