Reisebericht Tschechien (Masters of Rock), 2015

09.07.2015 – Luhacovice, Vizovice, Masters of Rock

Alle schwarzen Sachen waren im Koffer verstaut und die Sachen für die Hunde gepackt, die wir vorher nämlich noch bei meinen Eltern abgeben mussten. Wir fuhren über Prag und Brünn nach Luhacovice. Nach Prag standen wir mehrfach im Stau aufgrund von zahlreichen Baustellen, die in Tschechien wirklich absolut abenteuerlich sind. Die Fahrspuren sind so eng, dass man besser nicht überholen sollte. Wir reihten uns irgendwann dann einfach hinter den Lkws in der rechten Fahrspur ein und fühlten uns gleich viel sicherer.

Die restliche Gruppe kam dann etwas später mit dem Bus. Zelten ist für uns nichts, erst recht nicht zwischen den ganzen besoffenen Leuten, daher schlafen wir immer in einer Pension und die letzten Jahre wurde für uns immer die Pension Annebel in Luhacovice reserviert. Insgesamt sind wir inzwischen eine Gruppe von ca. 25 Leuten, so haben wir die hübsche Pension auch immer für uns alleine. Wir richteten uns zunächst ein, bevor dann alle zusammen im Bus zum Festival in Vizovice gefahren sind. Pünktlich zu Kamelot war der Bus da, die dann eine gute Stunde spielten. Als dann für U.D.O. aufgebaut wurde, haben Stephan und ich unseren ersten Langos mit schön viel Knoblauch gegönnt ;-) … die besten gibt es echt immer auf diesem Festival. U.D.O. war dann leider nichts für uns, während der Spielzeit haben wir uns einfach irgendwo hingesetzt und in Ruhe gegessen und getrunken.

Anschließend spielte Within Temptation, das absolute Highlight – nicht nur an diesem Abend. Es wurde langsam extrem kalt, jedoch wollten wir noch Bloodbound hören. Wir suchten uns einen Platz auf der Tribüne und warteten auf den Auftritt. Von diesem waren wir schließlich so enttäuscht, die haben die Tontechnikerpraktikanten die Abstimmung übernehmen lassen. Der Sänger war überhaupt nicht zu hören und die E-Gitarre kreischte im Ohr, man hat es wirklich kaum ausgehalten. Es stand zum Schluss auch noch kaum jemand vor der Bühne. Wirklich sehr schade, da die Musik eigentlich sehr gut ist. Gegen 3:00 Uhr waren wir dann in der Pension und fielen direkt ins Bett.

 

10.07.2015 – Kroměříž, Holštejn

Heute ließen wir das Festival ehrlich gesagt mal sausen. Die Musik war nicht so unser Fall und so haben wir beschlossen auszuschlafen und uns Tschechien ein bisschen besser anzugucken. Wir fuhren zunächst nach Kroměříž und genossen dabei die wunderschöne Landschaft Tschechiens. In Kroměříž angekommen fuhren wir zunächst in ein Kaufland, um uns mit Frühstück und Wasser einzudecken. Ansonsten lohnt sich ein Besuch der Altstadt und des dortigen Schlosses mit dem großen Schlosspark. Schaut man vom Schloss aus über den Markplatz sieht man die Městský úřad Kroměříž. Geht man den Fußgängerweg dort hinunter kommt man fast am Anfang an einer kleinen Eisdiele vorbei, bei der wir uns ein leckeres Eis gegönnt haben.

Wir fuhren anschließend weiter nach Holštejn, um uns die dortige Burgruine anzuschauen. Direkt wenn man in das Dorf fährt, kommt man an einem Fußballfeld vorbei, vor dem auch ausreichend Parkplätze sind. Wir waren so müde und matt, dass wir uns eine Decke aus dem Auto schnappten und uns zunächst auf dem Fußballfeld in die Sonne legten und einfach ein bisschen dösten.

Am Ortseingang ist ein Schild, welches zur Burg verweist. Der kurze Weg führt direkt zu einem Feld und vor einem liegt eine große graue Felswand. Es war ein wirklich schönes Bild, die warme Sonne, die die Stoppeln des gemähten Feldes glitzern ließ und die Strohballen darauf in das richtige Licht rückte sowie die Felswand mit dem Wald dahinter. Erst als wir näher herangingen sahen wir, dass zwei Männer an den Felswänden heraufkletterten. Dies scheint ein beliebter Platz dafür zu sein, da bereits viele Haken in der Wand befestigt waren. Geht man ein Stückchen weiter nach oben, kommt man bei den paar Resten der Burg an. Eigentlich sind wahrscheinlich wirklich nur noch zwei Wände übrig, aber von hier beginnen (oder werden fortgeführt) auch noch mehrere andere Wanderwege. Wir suchten nun noch die Höhle, die hier angeblich frei zugänglich sein soll. Wir schauten bei der Felswand noch einmal genauer hin und entdeckten den großen Eingang, der ein bisschen tiefer lag. Davor stand auch Schild mit einer Beschreibung des Höhlensystems der Mährischen Karst, nur war dieses leider auf Tschechisch, jedoch wirkte es so, als wären die Höhlen in der Umgebung alle miteinander verbunden. Bereits nach den ersten paar Schritten wird es deutlich kühler und glatt. Heute hatten wir wirklich nicht das richtige Schuhwerk an und trauten uns daher auch nur ganz vorsichtig vorwärts. Unsere Handykamera reichte leider irgendwann auch nicht mehr aus, um noch viel von der Höhle wahrzunehmen. Aber teilweise sah es so aus, als würde es in einigen Gängen tief bergab gehen.

Wir fuhren nun wieder zurück und machten uns auf dem Zimmer in der Pension noch belegte Brötchen :)

 

11.07.2015 – Masters of Rock

Heute war wieder Festivaltag. 14:30 Uhr ging sogar bereits der Bus nach Vizovice, sodass wir kurz vor Crucified Barbara auf dem Gelände waren. Die Band war ganz ok, jedoch lagen die Highlights heute auch noch vor uns mit Gotthard und Powerwolf. Während Blues Pills spielte sind wir in die Stadt gegangen, eigentlich um Sonnencreme zu besorgen, da die Sonne doch stark brannte. Mit solchem Wetter hatten wir gar nicht gerechnet, nachdem es den ersten Tag noch etwas bescheidener war. Diesen Einfall hatten jedoch viele andere auch und so war alles vergriffen. Zu Delain wollten wir eigentlich wieder da sein, jedoch trödelten wir etwas und kamen an, als Delain bereits spielte. Wir haben aber auch ehrlich gesagt nicht viel verpasst. Wir blieben noch eine Weile stehen und waren dann der Überzeugung dies waren die gleichen Tontechniker wie bei Bloobound am Donnerstag, denn auch hier war von dem Gesang rein gar nichts mehr zu verstehen. Gotthard war dann wie immer ein Highlight. Absolut überragend. Nun folgte noch Powerwolf, die sowohl Lieder aus dem neuen Album spielten und auch alte Klassiker. Sie überraschten jedoch, als der Drummer den Titelsong der neuen Platte vergessen hat. Nach drei Versuchen und einer kurzen Diskussion wurde dann mit We Drink Your Blood weitergemacht. Aber ansonsten waren sie natürlich wieder gut :) Schließlich ging es dann in der Gruppe wieder zurück, sodass wir gegen 1:30 Uhr wieder in der Pension waren.

 

12.07.2015 – Mährische Karst - Skalní Mlýn

Da wir heute erst gegen 19:00 Uhr beim Festival sein wollten, beschlossen wir den Tag zu genießen und noch einen Ausflug zu machen. Wir fuhren noch einmal in das Gebiet der Mährischen Karst zur Punkva-Höhle. Zumindest wollten wir diese ursprünglich besuchen.

Also fuhren wir wieder durch die schöne Landschaft zum Ausgangspunkt Skalní Mlýn. Der Parkplatz hier ist kostenpflichtig, aber ansonsten kommt man auch nicht weiter, denn weitere Parkplätze gibt es nicht. Leider waren die Tickets für die Führungen durch die Punkva-Höhle bereits ausverkauft, sodass wir einfach die Katharinenhöhle besucht haben. Wir mussten nur kurz warten, bevor auch schon die Führung startete. Eine sehr schöne Tropfsteinhöhle, in der man u.a. auch Knochen des Höhlenbären bewundern kann. Anschließend fuhren wir noch mit der kleinen Bimmelbahn zur Seilbahn, um einen Blick von oben in die Macocha-Schlucht zu erhalten. Die Schlange an der Seilbahn war jedoch relativ lang, sodass man sicherlich schneller gewesen wäre, wenn man den Weg einfach gelaufen wäre. Aber hinterher ist man immer klüger. Ansonsten lohnt sich der Blick schon. Wir fuhren wieder hinunter ins Tal, holten uns in Skalní Mlýn noch ein Stück Pizza, bevor wir dann wieder aufgebrochen sind.

Wir waren zwar nicht ganz pünktlich in Vizovice, aber haben immerhin noch einen Parkplatz am Straßenrand bekommen, sodass wir nicht so weit zum Festivalgelände laufen mussten. Das Ende von Sonata Arctica haben wir noch mitbekommen, jedoch war die Band ehrlich gesagt auch schon einmal besser. Irgendwas fehlte diesmal.

Bei Gamma Ray schotteten wir uns wieder ab und holten uns jeweils eine leckere Zimtrolle, die extrem süchtig machen. Direkt nachdem Gamma Ray den letzten Ton gespielt hat, sind wir zur Bühne gegangen, um bei Nightwish noch einen relativ guten Platz zu erhalten. Da das Festivalgelände teilweise abschüssig ist, sieht man auch immer von etwas weiter hinten noch etwas. Nightwish war natürlich wieder so gut wie immer. Wieder eine sehr schöne Performance. Dies war dann auch der Rausschmeißer, denn das war nun die letzte Band für dieses Jahr. Wir liefen schnell zum Auto, um nicht in die allgemeine Abreisewelle zu geraten. Wir wurden diesmal nicht mal von der Polizei angehalten, sonst versuchen die fast jeden Wagen rauszuziehen. Aber da wir sowieso keinen Alkohol trinken, wäre das auch kein Problem gewesen.

 

13.07.2015 – Rückreise über Brünn nach Cottbus

Heute war große Aufbruchstimmung. Während wir versuchten noch ein bisschen zu dösen, hörte man die anderen schon im Flur. Wir brauchten auch nicht lange um auszuchecken und fuhren dann zunächst Richtung Brünn, da wir noch im Tesco extra einkaufen wollten, der direkt an der Autobahn liegt.

Anstatt den Weg nach Brünn über die Autobahn zu nehmen, entschieden wir uns diesmal zunächst für die Landroute und kamen so u.a. auch bei der Burg Buchlov vorbei, kurz nachdem man die Burg gesichtet hat, folgt auch die Abbiegung. Auf der Strecke lag auch das Schloss Nové Zámky (bei Nesovice), welches dort oben auf dem Berg sehr beeindruckend aussah.

Auch auf das Zámek Bučovice konnten wir einen kurzen Blick erhaschen. Auch am Schloss Slavkov kommt man kurz danach vorbei. Zusätzlich wurde durch weitere braune Schilder auf zahlreiche Sehenswürdigkeiten hingewiesen.

Wir fuhren dann wieder auf die Autobahn, um kurz danach beim Avion Shopping Park in Brünn zu halten. Wir deckten uns mit Tschechischem Käse ein, nahmen noch die einen oder anderen Tesco-Produkte mit und fuhren dann wieder Richtung Heimat.

Wir kamen wieder erstaunlich gut durch Prag durch, jedoch fingen danach wieder die Staus an. Die Landschaft nach Prag war nicht weniger beeindruckend, gerade bei Borsilav fiel sie uns besonders auf. Unser Fazit: Die Route hat auch außerhalb von Prag so einiges zu bieten :)

 

Allgemein war es wieder ein schönes Festival, bei dem wir diesmal die gute Musik mit Sightseeing verbinden konnten.

 

 

Landschaft Tschechiens

Schloss Kroměříž

Schloss Kroměříž

Innenstadt Kroměříž

Holštejn

Holštejn

Eingang Katharinenhöhle

Katharinenhöhle, Skalni Mlyn

Windmühle Ruprechthov

Macocha-Schlucht, Skalni Mlyn

Katharinenhöhle, Skalni Mlyn

Landschaft Tschechiens

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