Hammerstad Campingplatz

Reisebericht Norwegen, 2015                      (Teil 3)

13.09.2015 von Svolvaer zum Polarkreiszentrum
Heute ist Fahrtag angesagt, denn wir müssen ein paar Kilometer aufholen, also starteten wir bereits um 9:00 Uhr.
Noch ein paar Einzelheiten zum Campingplatz: Für das Duschen zahlt man 5 NOK für 3 Min., was eigentlich im Durchschnitt liegt. Allerdings gibt es auch hier wieder nur jeweils eine Dusche und die Anlage ist im Allgemeinen nicht mehr so auf dem neusten Stand, dennoch ist alles zweckmäßig.
Ein eigentliches Hauptziel hatten wir heute nicht, allerdings wollten wir mind. die Saltstraumen erreichen. Also fuhren wir zunächst wieder Richtung Lodingen zur Fähre. Hier sahen wir jetzt auch teilweise die Umgebung auf der E10, die wir abends, als wir von Andenes bei Nebel angereist sind, nicht einmal erahnen konnten. Wunderbare Landschaft und natürlich auch wieder begleitet vom türkisen Wasser und einigen tollen Stränden. Wir haben uns hier bewusst gegen die Fähre von Å direkt nach Bodo entschieden, da wir von längeren Schifffahrten zunächst einmal geheilt waren ;-)
Wir haben vergessen, vorher auf den Abfahrtsplan der Fähre zu schauen und merkten erst kurz vorher, dass wir etwas Gas geben müssen, um die 10:30 Uhr Fähre noch zu erreichen, denn die nächste hätte erst 12 Uhr abgelegt. Aber es hat alles noch geklappt, pünktlich zum Abkassieren sind wir angekommen. Gezahlt haben wir wieder die unverschämten 585 NOK.
Nun fuhren wir zunächst wieder Richtung Fauske, trotz dessen, dass wir die Strecke jetzt bereits zweimal gefahren sind, war sie wieder wunderschön, die teilweise glatt abfallenden Berge ziehen einen immer in den Bann. Beim Rastplatz mit Blick auf den See Njuorjojávri haben wir gehalten und noch einmal den Ausblick genossen. In Fauske haben wir dann an einer guten Entsorgungsstation noch unser Grauwasser entsorgt, da dies heute Morgen am Campingplatz zu kompliziert gewesen wäre. Dieser Entsorgungsplatz liegt auch direkt an einem schönen Stellplatz inkl. Strom mit einer Kasse des Vertrauens. Direkt daneben liegen ein großer Einkaufsmarkt und das Brygemuseum von Fauske. Von hier fuhren wir dann direkt zu den Saltstraumen, natürlich nicht, ohne vorher an dem Rastplatz der Gadoystraumen zu halten. Wir hatten super Wetter und die Steine glitzerten in der Sonne. Wir gingen wieder hinunter ans Wasser und hätten ewig dort stehenbleiben können, zu schön ist das alles. Der nächste Halt war dann natürlich bei den Saltstraumen. Leider war der Strom heute nicht so stark wie beim letzten Mal, es waren auch keine Angler in der Nähe, also würde es auch nicht gleich losgehen. Das Zentrum am Parkplatz gibt es nicht mehr, es ist inzwischen ein Restaurant.
Hinter der Saltstraumen Brua gingen wir noch fix im Coop einkaufen und setzten dann unseren Weg über die Rv812 fort und fuhren nun doch noch zum Polarkreiszentrum. Auch diese „Ausweichroute“ ist sehr reizvoll, gerade zum Ende hin wird die Landschaft besonders schön. In Misvaer haben wir getankt und erlebten anschließend ein wahres Farbenmeer. Der Herbst war bereits eingekehrt und die umliegenden, meist eher klein ausgebildeten Birken, färbten sich langsam gelb. Die umliegenden Gräser allerdings hatten einen rötlichen bis grünen Farbton. Hier fehlte eigentlich nur ein Elch und die Fotokulisse wäre mehr als perfekt gewesen.
Kurz vor Rognan fährt man wieder auf die E6 und folgt dem türkisen Fluss Luonosjahka zum Polarkreis. Man merkte auch, wie man diesem immer näher kam, denn die Vegetation wurde wieder von Meter zu Meter spärlicher. Bei einer Hängebrücke hielten wir, erst als wir auf der anderen Seite waren merkten wir, dass wir diese auch im letzten Jahr bereits begangen hatten, denn sie führte zum Dypen Naturreservat. Heute spazierten wir noch ein bisschen am Ufer des Flusses entlang und liefen auch noch auf den Steinen zu einem Maschinenzahnrad, welches wir weiter unten entdeckten. Ein Stück daneben lag auch das restliche dazugehörende Metallgebilde. Schon komisch, wie so etwas Schweres hier im Fluss landen kann. Allerdings können wir auch nicht einschätzen, wie stark die Strömung ab dem Frühjahr zur Schneeschmelze ist.
Von hier waren es jetzt nur noch ca. 20 km bis zum Polarkreiszentrum. Die Landschaft fesselte uns auch diesmal, die Sonne ging bereits unter und tauchte alles in andere Farben. Es war noch keiner weiter da, so hatten wir freie Platzwahl. Zusammen mit den Hunden gingen wir noch einmal gucken, ob unser beschriebener Stein noch stand. Alles beim Alten ;-)
Leider mussten wir feststellen, dass das Zentrum jedoch auch seit dem 10.09.2015 zu hat, eigentlich wollten wir ja gerne noch einmal hineingehen. Also wurde dies jetzt wieder nichts.

Somit sind wir heute 443 km gefahren und haben unser Tagesziel deutlich überschritten.


14.09.2015 vom Polarkreiszentrum nach Verdal
Früh genossen wir bei einem Spaziergang mit den Hunden wieder die wunderschöne Landschaft und das doch relativ milde Wetter. Wir hätten hier ewig bleiben können. Aber das ging ja leider nicht und so sind wir gegen 8:15 Uhr schon wieder aufgebrochen. Heute war eigentlich wieder mehr oder weniger Fahrtag, denn den größten Teil der Strecke sind wir bereits in diesem und im letzten Jahr gefahren. Also fuhren wir zunächst in Richtung Mosjoen und genossen noch die letzten „Nachboten des Saltfjell“. Am Straßenrand standen auf einmal auch zwei große Jungelche. Wir haben uns kurz erschrocken und als wir nach der Kamera griffen, waren beide schon wieder weg.
In Mosjoen sind wir noch einmal durch das Zentrum gefahren. Die Altstadt ist wirklich schön, jedoch schien gerade irgendwas los zu sein, sodass wir keinen Parkplatz bekommen haben. Wir wollten heute so weit fahren, wie wir kommen, immer als Endziel für den nächsten Tag „Roros“ vor Augen. Also fuhren wir auch wieder durch Mo i Rana und hielten schließlich beim Rast- und Stellplatz am Storsvenningvatnet. Ein sehr schöner Platz direkt am See gelegen. Eine Bezahlung ist natürlich erst nötig, wenn man über Nacht stehen bleibt. Diese erfolgt auf Vertrauensbasis und kostet 150 NOK.
Als wir wieder durch das Tor „Nord-Norge Porten“ fuhren, nur eben leider auf der Seite mit dem Schriftzug „Trondelag“ darauf, wurde einem klar, dass man sich wieder auf dem Rückweg befindet. Das Wetter war bisher ganz gut, immer ein Sonne-Wolken-Mix, jedoch kamen ab und an mal starke Seitenböen, sodass man stark gegenlenken musste. Uns viel auch auf, umso weiter südlich wir fuhren, umso weniger herbstlich wurde es. Die gelben Blätter an den Laubbäumen wurden weniger und auch die Gräser wurden wieder grüner. Wie auch bereits im letzten Jahr hielten wir bei den Fiskumsfossen und den Formofossen. Beides hat sich nicht verändert :) Bei den Formofossen haben wir uns wieder nicht getraut die Leiter hinunterzugehen, was sicherlich auch besser so war.
Im Übrigen gibt es auf der Strecke zahlreiche Abzweigungen zum Nationalpark Blafjella-Skjaekerfjella.
Irgendwann haben wir in sicherer Entfernung wieder drei Elche auf einer Wiese gemütlich grasen sehen. Umso näher wir dem Trondheimsfjord kamen, desto hügeliger wurde die Landschaft. Das Landschaftsbild wurde nicht mehr von mit Schnee bedeckten Bergen und Wäldern bestimmt, sondern von bestellten Feldern und immer wieder kleinen Dörfern. Kurz vor Steinkjer hat uns ein Lkw Lichthupe gegeben. In Steinkjer haben wir dann bemerkt wieso: eine große Fahrzeug- und Geschwindigkeitskontrolle, die erste, die wir in Norwegen gesehen haben.
In Verdal sahen wir dann die Ausfahrt zum Soria Moria Campingplatz. Der erste Anfahrtsweg führt durch ein Industriegebiet, was uns erst hat zweifeln lassen, allerdings lässt man dieses dann hinter sich und landet schließlich bei einem abgelegenen sehr schönen Campingplatz. Die Rezeption war nicht besetzt und die Bezahlung läuft auch wieder auf Vertrauensbasis. Für das Wohnmobil plus zwei Personen und Strom zahlt man 230 NOK. Die Duschen sind kostenfrei, allerdings hat man hier nur einen kleinen abgetrennten Duschraum mit einem Vorhang. Zum Platz gehört ein kleiner Park mit vielen Infotafeln (Vogelarten, Umgebung). Des Weiteren kann man zu einem Naturreservat wandern bzw. auch zum Strand (ca. 1,5 km). Die Strecke führt quer über ein Feld, der Weg war deutlich „ausgetrampelt“, sodass man ihn nicht verfehlen konnte. Also allgemein dennoch ein sehr schöner, vor allem wirklich familienfreundlicher Platz.

Gefahren sind wir heute 490 km.


15.09.2015 von Verdal nach Dovre
Heute wollten wir zunächst nach Roros und von dort dann wieder weiter Richtung Lom.
Auf dem Campingplatz war es früh noch schön ruhig, sodass wir in Ruhe duschen und entsorgen konnten. Der Platz ist hervorragend geeignet für Hunde, denn es gibt ausreichend Platz, um mit den Vierbeinern eine Runde zu gehen.
Um 8:45 Uhr brachen wir dann auf und fuhren zunächst wieder durch die Landschaft des Trondheimfjords. Auf der E6 kam der Abzweig zur „Steinvikholmen“, auch wenn wir die Burg im letzten Jahr bereits besichtigt hatten, bogen wir heute auch wieder ab und frühstückten dann gemütlich am Ufer. Auf dem Rückweg bemerkten wir erst ein Stück weiter oben an einem Haus zwei in Folie eingewickelte Strohballen im Minion Look. Sehr kreativ ;)
In Hell/Stjordal hielten wir dann noch einmal kurz beim Einkaufszentrum, denn uns ging schon wieder das Wasser aus und genießbares Mineralwasser ist in Norwegen irgendwie Mangelware.
Wir bogen schließlich auf die Fv705 nach Roros ab. Eine wirklich schöne Strecke, die an vielen kleinen Höfen vorbeiführte. Kurz nach Stugudalen zeigte sich die Landschaft dann wieder karger. Es war ein wahres Farbenmeer an Flechten- und Moosgewächsen. Außerdem gab es laut einem Schild auch Rentiere und wir waren gespannt, ob sich ein paar zeigen würden. Bei einem kleinen Parkplatz mit Blick auf den See Riasten hielten wir und gingen zu einer „Erhöhung“, es war bereits ein ausgetretener Weg, man hat von dort eine wirklich schöne Aussicht.
Kurz danach wies ein Schild schon drauf hin, dass wir uns jetzt in der Roros Kommune befinden. Ab hier begann auch der Rentier-Reigen ;-) Denn kurz darauf standen schon 2 dieser schönen Tiere am Straßenrand. Nicht sehr weit weg sahen wir weitere 4, teilweise liegend im Wald versteckt. Als wir dann auf die Fv561 abbogen, standen auf einer Wiese weitere 4. Und so ging das dann noch eine ganze Weile weiter. So kamen wir bei einer Fahrzeit von ungefähr 40 Min. auf mind. 39 Rentiere. Also wer nicht erst in den Norden Norwegens fahren will, sollte auf dieser Strecke sicher welche sehen.
Die Fv561 führt nun auch teilweise direkt am Ufer des Sees Aursunden vorbei. Aufgrund des wieder relativ starken Windes, schwappten sogar Wellen auf die Straße.
Kurz darauf kamen wir auch schon in Roros an und suchten nach einem Parkplatz. Es gab genügend Möglichkeiten. Wir parkten hinter dem Coop, hier konnten wir für 3 Std. kostenfrei stehen und es war nicht so weit in die Innenstadt. Wir schlenderten mit den Hunden durch die wunderschönen Häuserreihen und waren fasziniert. Roros sollte definitiv auf der Liste einer Rundreise durch Norwegen stehen, auch wenn zur Hauptsaison sicherlich deutlich mehr los ist. Das Flair der Stadt muss man einfach erlebt haben. Man hat wirklich das Gefühl die Zeit sei stehengeblieben. Die Bergwerke haben wir uns speziell jetzt nicht angeschaut, diese lagen einfach nicht in unserem Interessenbereich.
Nun fuhren wir weiter Richtung Dombas, leider begann es auch wieder zu regnen. Sehr schade, denn eigentlich hatten wir gehofft, dass uns das schlechte Wetter die letzten Tage unserer Reise verschonen würde. Wir fuhren ein Stück auf der Rv3 und kamen dabei an vielen alten Höfen vorbei, die fast alle noch bewirtschaftet wurden. Teilweise fühlte man sich wie in einem großen Freilichtmuseum, so großartig sahen die meisten aus. Das was wir uns im vorigen Jahr in einigen Museen angeschaut haben, wird hier noch genutzt und bewohnt.
Wir bogen nun ab auf die Rv29. Die Böden der Wälder waren vermehrt mit mintgrünem Moos bewachsen und die Laubbäume waren fast komplett gelb. In Folldal fuhren wir hinauf zum Bergwerk bzw. auch dem Aussichtspunkt. Das Bergwerk sah sehr interessant aus, man kann laut Info-Tafel bis zu 600 m tief in den Tunnel fahren. Beim Aussichtspunkt sahen wir, dass wir nichts sahen. :-) Ein Bild verdeutlichte uns aber, welch großartige Aussicht uns aufgrund des Wetters verborgen blieb. Wir setzten nun unseren Weg wieder fort und merkten, dass umso näher wir der E6 kamen, die Landschaft wieder karger wurde. Da wir dieses Landschaftsbild so lieben, genossen wir die Fahrt. Ab Dombas begannen wir mit der Stellplatzsuche, heute wollten wir wieder autark stehen. Bei Dovre sind wir dann abgebogen auf die Fv491 – ausgeschildert war der „Bygningspark“. Es wurde bereits dunkel, sodass wir entsprechend vorsichtig fahren mussten, was auch gut so war, denn etwas vor uns liefen dann auch zwei Rehe über die Straße. Allerdings wissen wir bis heute auch nicht so richtig, was wir hätten auf dieser Strecke finden sollen. Also fuhren wir einfach wieder auf die E6 und hielten dann bei einem Rastplatz bei Dovreskogen.
Gefahren sind wir heute 461 km.


16.09.2015 von Dovre nach Hemsedal
Es hat die gesamte Nacht geregnet, sodass wir zeitweise sogar wach wurden. Als wir losgefahren sind, kam dann noch die Sonne heraus. Wir fuhren zunächst weiter auf der E6 nach Otto und bogen dort dann auf die Rv15 nach Lom ab. Neben der Straße fließt die Otta, welche wir aus dem letzten Jahr gar nicht so türkis in Erinnerung hatten. Man konnte nicht nicht hinsehen, so schön sah das wieder aus. Des Weiteren kamen wir immer wieder an alten, aber sehr gepflegten und wunderschönen Höfen vorbei. Lom ist immer noch sehr schön und wir schauten uns dort noch einmal die Stabkirche an, gingen diesmal sogar hinein (60 NOK p.P.). Auch von innen ist diese ganz schön, jedoch wurde die Kirche mehrmals umgebaut, sodass sie nicht mehr das tpyische Innere einer Stabkirche hat, wie wir es z.B. in der Oppdal Stabkirche in Vik gesehen haben.
Nun fuhren wir wieder auf die Rv55, also die Sognefjellet. Hier kamen wir auch wieder an dem Liasanden Rastplatz vorbei, allerdings ist dieser nur für Autos mit 2 Metern Breite zugelassen. Dann hielten wir am Viewpoint Leirdalen und machten ein paar Fotos. Schon jetzt sahen wir, dass in den oberen Bergen frischer Schnee liegt und auf den Bergen allgemein mehr Schnee liegen geblieben ist, als im letzten Jahr. Es kamen noch weitere Ausfahrten, wir hielten jedoch dann erst wieder am Parkplatz des Krossbu. Von hier an gingen wir mit den Hunden ein bisschen wandern. Weiter oben fing es dann leider ganz leicht an zu regnen, sodass die schneebedeckten Gipfel der Berge auf einmal kaum noch sichtbar waren. Dennoch eine sehr schöne Wanderstrecke, die man anscheinend endlos weiterführen kann. Am Fantesteinsvatnet hielten wir als nächstes und machten endlose Fotos, denn die Aussicht war so wunderbar. An den vielen Seen lagen noch große Schneefelder, die in das Wasser ragten, dahinter bestachen die hohen Berge mit ihren Schneekuppen. Mit dem Zoomobjektiv haben wir dann sogar gesehen, dass auf einem der Schneefelder mehrere Gruppen eine Gletscherwanderung unternahmen. Das speicherten wir gleich für den nächsten Norwegen-Urlaub ;)
Ein Stück weiter kamen wir direkt an frisch gefallenem Schnee vorbei, jetzt war man sich wirklich bewusst, wie weit oben man eigentlich ist. Selbstverständlich hielten wir auch zwischendurch immer mal wieder für ein paar Fotos, denn diese Strecke war wieder so wunderbar, dass wir sowieso nicht wussten, wo wir zuerst hingucken sollten. Sie wird sicherlich auch bei unserem nächsten Urlaub in Norwegen wieder auf dem Programm stehen. Wieder ein absolutes Highlight unserer Tour. Ein Stück vor Skjolden bogen wir dann auf den Tindevegen ab. Ein Schild am Anfang weist einen bereits darauf hin, dass es sich um eine Privatstraße handelt und man die Maut nur mit Kreditkarte zahlen kann. Auch wieder eine sehr schöne Strecke, für die man 75 NOK zahlt, was wir noch ganz in Ordnung fanden, da wir ansonsten sowieso hätten eine Fähre nehmen müssen. Am Ende der Strecke kommen dann spitzartige Haarnadelkurven, sodass man hier sicherlich nicht mit einem Wohnwagen oder einem noch größeren Wohnmobil fahren kann. Bei uns hat es gerade so gepasst. Wir erschraken uns fast, als wir mit einmal den absolut türkisen Ardalsvatnet erspähten und konnten kaum glauben, wie wunderbar das aussah. In Ovre Ardal angekommen, waren wir erstaunt, wie schön die Stadt doch ist. Sehr viele schöne Häuser und ein schönes Zentrum, sodass man das Aluminiumwerk im Hintergrund eher nicht wahrnimmt. Einige Schilder verwiesen auf die Vettifossen, woraufhin wir diesen einfach mal folgten. Wir stoppten dann jedoch an den Infotafeln beim Hjellefossen und mussten feststellen, dass eine 105 Min. lange Wanderung zu den Vettifossen führt, was heute aufgrund der Zeit nicht mehr im Rahmen des Möglichen lag. Also haben wir dies auch wieder auf die Liste der Dinge gesetzt, die wir unbedingt noch machen müssen.
Wir fuhren nun weiter zur Borgund Stabkirche und nahmen jetzt die Rv53 nach Laerdalsoyri, die zunächst noch am Ardalsvatnet vorbeiführte und dann noch an einem Seitenarm des Sognefjords. Hier kamen wir dann auch wieder vorbei am Gamle Laerdalsoryi, welches wir noch aus dem letzten Jahr kennen. Auf der E16 hielten wir dann noch am Viewpoint Jutlamannen. Hier sieht man einen versteinerten Troll. Die Sage hierzu steht auf den Infotafeln bei der Ausfahrt. Nun kamen wir dann aber wirklich bei der Stabkirche an, die natürlich schon geschlossen hatte. Allerdings konnten wir uns diese natürlich dennoch von außen anschauen. Wir waren wirklich beeindruckt, eine sehr schöne Stabkirche, die anscheinend auch noch nie umgebaut wurde und somit noch im Originalzustand ist, was noch mehr beeindruckt.
Wir machten uns nun daran einen Campingplatz zu finden. In der Nähe der Stabkirche gab es einen, jedoch hat der uns gar nicht gefallen, denn er lag ohne Abschirmung direkt an der Hauptstraße, also sind wir auf der Rv52 in Richtung Hemsedal gefahren. Wieder eine sehr schöne Strecke, nur hat es mal wieder angefangen zu regnen. Sehr schade. In und um Hemsedal gibt es ausreichend Campingplätze, leider waren alle die wir ansteuerten bereits geschlossen. Vom Haug og Bru-Haug Campingplatz waren wir geschockt. Davon einmal abgesehen, dass er anscheinend auch geschlossen war, gab es dort gar nichts. Sah nicht gerade sehr verlockend aus. So sind wir schließlich beim Moen Camping gelandet. Auch hier kann man wieder einen Platz selbst beziehen, falls die Rezeption nicht mehr besetzt ist und am nächsten Tag bezahlen. Es ist ein sehr großer Platz mit vielen Wohnwagen, aber für diese eine Nacht wird er schon gehen, den Preis erfahren wir dann erst morgen, denn einen entsprechenden Aushang gab es leider nicht. Hemsedal scheint Im Übrigen auch eine sehr schöne Stadt zu sein, sicherlich auch, weil sie offensichtlich sehr gut auf den Wintertourismus eingestellt ist. Morgen steuern wir schon ein Stück mehr die Heimat an und werden langsam wehmütig, da wir dieses schöne Land wieder verlassen müssen.

Gefahren sind wir 342 km.


17.09.2015 von Hemsedal nach Fjällbacka
Der Tag begann mit Regen und wieder Regen. Da wir leider nicht mehr genug 5 Kronen-Stücke für die Dusche hatten, mussten wir so oder so warten, bis die Rezeption des Campingplatzes öffnet. In der Zeit hörten wir lediglich den Regen gegen das Wohnmobil prasseln und konnten eine Kleinigkeit frühstücken. Der komplette Platz war überschwemmt, sodass wir nicht mal mit den Hunden gehen wollten oder besser gesagt: Die Hunde selbst wollten unter keinen Umständen raus ;)
Ab ca. 9 Uhr war die Rezeption auch besetzt und wir bezahlten gleich den Stellplatz für die Nacht. Inkl. Strom kostet dieser 250 NOK, was uns schon ein bisschen erschrocken hat. Die Duschen waren auch nicht mehr so modern und an den Fugen haftete – zumindest bei der Damendusche – Schimmel. Für diese Nacht war es ok, aber eine zweite hätten wir hier auch nicht gerne verbringen wollen.
Um 10:15 Uhr verließen wir dann den Platz und fuhren zunächst Richtung Honefoss. Dabei kamen wir an der Nachbildung der Stabkirche in Gol vorbei, die wir im letzten Jahr bereits verzweifelt versucht haben zu besichtigen. Wie geplant hielten wir anschließend bei Nesbyen am Gardnos Meteoritenkrater. Nur war dieser in diesem Jahr komplett überströmt. Hätten wir nicht aus dem letzten Jahr noch gewusst, dass dort normalerweise kein Wasserfall ist und man eigentlich auf dem Gestein herumwandern kann, hätten wir uns etwas „verarscht“ gefühlt. Also hatten wir diesmal leider wieder nicht die Möglichkeit hinunterzugehen, außer wir hätten ein Surfbrett dabei ;-)
Es hörte auch einfach nicht auf zu regnen. Der Fluss Hallingdalselve hatte einen deutlich hören Wasserstand als sonst, um das zu sehen, musste man kein Profi sein, denn die Wiesen der Schafe standen schon unter Wasser und einige in Folie gewickelte Heuballen trieben auf dem Fluss. Honefoss konnte uns dann nicht so richtig begeistern. Das schlechte Wetter hat sicherlich auch dazu beigetragen, jedoch konnten wir hier schön günstig auftanken und noch schnell im Supermarkt unsere letzten Kronen ausgeben. Auch einige norwegische Produkte für zu Hause landeten im Korb.
Nun stand eigentlich schon wieder Schweden auf dem Programm, vorher mussten wir allerdings noch durch den Berufsverkehr in Oslo, was bei uns bedeutete: elendiger Stau im Tunnel. Eine sehr beklemmende Situation. Als wir es unbeschadet wieder herausgeschafft haben ;-) fuhren wir weiter Richtung Strömstad in Schweden. Es hörte jetzt auch endlich auf zu regnen, was auch Zeit wurde, denn auf der E6 konnten wir teilweise, auch aufgrund der Gischt der Lkws, kaum etwas sehen. Strömstad hat uns sofort angesprochen. Eine sehr schöne Stadt, die wir uns bei unserem nächsten Aufenthalt in Schweden gerne noch einmal genauer anschauen möchten.
Von hier blieben wir auf der 176 und fuhren nach Tanumshede, um die dortigen Felszeichnungen anzuschauen. Auf dem Weg kamen wir auch am Park „Daftöland“ vorbei, der sicherlich für Kinder sehr toll ist. Schließlich haben wir uns dann die Felszeichnungen von Tanum angeschaut. Das Vitlycke Museum schließt leider bereits 17 Uhr, sodass wir hier nicht mehr hineinkonnten, allerdings sind die Felszeichnungen alle frei zugänglich. Das Museum ist im Übrigen kostenfrei! Die Wanderwege zu den Vitlyckehällen waren auch teilweise überschwemmt, wir haben uns dennoch unseren Weg gebahnt und die sehr interessanten Zeichnungen angeschaut. Zu jedem Block gibt es auch immer eine kleine Beschreibung, sogar mit deutscher Übersetzung. Wir haben nicht bedacht, dass es unten in Schweden schon zeitiger dunkel wird und sind dann erst im Halbdunkeln zum Wohnmobil zurückgekehrt. Allerdings hielten wir dennoch bei dem „Aspeberget“, wo man weitere Zeichnungen bestaunen kann. Hier mussten wir schon die Taschenlampe mitnehmen. Dennoch konnten wir das meiste noch sehen. Diese historischen Funde von längst vergangenen Tagen finden wir so interessant, dass es uns immer schwerfällt, uns loszureißen.
Nun begann aber natürlich auch noch die Stellplatzsuche, die wir einfach ein bisschen missachtet hatten. Also fuhren wir weiter und hofften, dass uns unterwegs schon was ins Auge fallen würde. Als dann die Ausfahrt nach Fjällbacka kam, war die Entscheidung schnell getroffen und wir hielten schließlich beim Hauptparkplatz bei der Touristeninfo. Da Overnight-Parking nicht offensichtlich verboten war, verbrachten wir dann unsere Nacht hier.

Trotz des schlechten Wetters gefahrene Kilometer: 389 km.


18.09.2015 von Fjällbacka nach Haslev (Dänemark)
Tatsächlich und zu unserer schier endlosen Freude regnet es seit früh nicht mehr ;-) und so konnten wir mit den Hunden noch gemütlich eine Runde durch Fjällbacka laufen. Dabei entdeckten wir auch eine Galerie mit sehr schönen Bildern. Sie heißt „Galleri Grön“ und bietet eigentlich etwas karikaturistische Bilder von schwedischen Häusern und der Natur im Allgemeinen. Wirklich sehr kreativ und einfallsreich. So traurig, dass sie geschlossen war. Hier hätten wir uns wirklich gerne ein bisschen genauer umgesehen und wenn möglich, sogar ein Bild gekauft.
Wir fuhren weiter nach Smögen. Es wurde nun auch extrem windig, sodass wir schon Angst hatten, das Wohnmobil auf dem Parkplatz abzustellen. Wir parkten auf dem Smögenbryggans-Parkplatz und dachten eigentlich, dass es dort dann eine Ausschilderung zum bekannten Holzsteg entlang des Hafens geben wird. Leider falsch gedacht. Erst nach nochmaliger Recherche im Internet haben wir herausgefunden, dass wir etwas in die falsche Richtung gelaufen sind und man auch noch näher dran parken kann – zumindest außerhalb der Saison. Einfach die Straße Brunnsgatan hinunterfahren, am Ende sind dann schon die bekannten bunten Häuser ;)
Der Wind war inzwischen wirklich so stark, dass wir Angst hatten, dass das Wohnmobil umkippt oder sich irgendwie die Dachklappen lösen. Also haben wir uns beeilen müssen, was darin geendet ist, dass wir hinunterrannten, Fotos machten und sofort wieder ins Wohnmobil stiegen. Sightseeing in panisch ;-) Ansonsten sollte man sich aber wirklich mehr Zeit nehmen, auch wenn in der Hauptsaison dort extrem viel los ist. Smögen selbst ist schön, aber es wirkte alles so gedrungen, zu viele Häuser auf diesem kleinen Fleck.
In Uddevalla hielten wir bei einem großen Einkaufszentrum beim Max und gönnten uns zum Abschluss noch einmal einen Lyxshake. Lecker :)
Nun fuhren wir weiter Richtung Malmö und standen bei Göteborg wieder im Stau. Diesmal führte uns das Navi eine andere Strecke als bei der Hinfahrt und nun wussten wir auch wieder, warum Göteborg bei uns keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Aber Stadtautobahnen zeigen ja meist sowieso nicht die schönsten Seiten einer Stadt. Im Übrigen gibt es in Göteborg und Stockholm inzwischen eine Citymaut und auch wenn es nicht viel ist, wird der Beleg tatsächlich zugestellt. Wir haben nämlich kurze Zeit später zu Hause eine Rechnung über 0,96 EUR zugestellt bekommen. Nur wenn man diese nicht rechtzeitig bezahlt wird es wirklich teuer. Ein Minusgeschäft für die Schweden, denn das Porto war sicherlich deutlich teurer.
Bei Fäjras bogen wir dann von der E6 auf die E20 ab, erneut zum Tjolöholms Slott. Diesmal hatten wir ein bisschen mehr Zeit und konnten uns das Schloss auch mal aus der Nähe anschauen. Geöffnet war es leider nicht, aber es ist so schon sehr sehenswert, zumal hinter dem Schloss auch ein kleiner Strand ist.
Als wir dann nach Malmö weiterfuhren, wurde der Wind endlich etwas besser. Auf den Weiden nahe der Autobahn sahen wir auch immer mal wieder Rehe. Es müssten so um die acht gewesen sein. Also auch dort immer wachsam fahren. Es gibt eher selten einen Wildzaun.
Wir wollten heute eigentlich auf einen Campingplatz. Die in und bei Malmö waren jedoch leider bereits geschlossen oder haben uns nicht zugesagt. Also fuhren wir gleich direkt nach Dänemark herüber und zahlten zunächst an der Öresundbrücke 690 DKK (92,15 EUR). In Dänemark gab es eigentlich auch genügend Campingplätze, nachdem wir jedoch drei abgeklappert haben und alle drei ebenfalls geschlossen waren und es dieses Vertrauensprinzip wie in Norwegen hier anscheinend einfach nicht gibt, beschlossen wir dann doch frei zu stehen. Wir fuhren noch ein Stück weiter auf der Autobahn und nahmen die Abfahrt bei der Stadt Haslev. Dort in der Nähe scheint auch das Schloss Bregentved zu sein, allerdings haben wir hierzu keine Ausschilderung gesehen. Die Stadt ist eigentlich ganz ok, war jedoch abends aufgrund der Jugendlichen doch relativ laut, aber wir konnten hier dennoch ganz gut stehen.

Gefahren sind wir 617 km.


19.09.2015 - Heimfahrt
Heute haben wir ausgeschlafen und viel getrödelt. Da unsere Fähre erst 17:45 Uhr in Gedser ablegt, haben wir uns entsprechend viel Zeit gelassen. Wir fuhren dann also nach Gedser und hielten vorher noch zum Einkaufen, denn unser Kühlschrank in Deutschland ist ja leer, also haben wir uns auch ein paar frische Sachen gekauft, damit wir Montag nicht gleich in den Supermarkt rennen müssen. Da wir dennoch viel Zeit hatten, fuhren wir bei Gedser zum südlichsten Punkt von Dänemark. Es war sogar relativ viel los, sogar einige Ornithologen waren vor Ort und haben mit ihren großen Ferngläsern nach Vögeln gesucht. Zum Zeitvertreib ist die Ecke auf alle Fälle gut geeignet, denn man kann unten am Strand nach Steinen suchen, ein bisschen wandern oder einfach auch noch ein paar Sonnenstrahlen am Meer genießen. Später fuhren wir dann zum Fährhafen und warteten dort die letzten paar Minuten bis die Fähre ablegt. Wir genossen den Sonnenuntergang noch draußen an Deck und gingen dann hinein, denn sobald diese weg war, wurde es auch kalt.
Ab Deutschland fuhren wir dann einfach nur durch. Es war dunkel und Anhalten nicht nötig. Somit endete wieder ein wunderschöner Urlaub.

Heute sind wir dann noch 498 gefahren. Hauptsächlich jedoch natürlich in Deutschland.


Fazit:
Jetzt ist es sicher, Norwegen ist unsere Wahlheimat, hätten wir das nötige Kleingeld. Trotz des teilweise schlechten Wetters waren wir wieder durchgehend begeistert, so Facettenreich und wunderschön hat sich uns dieses traumhafte Land wieder präsentiert. Auch für eine weitere Reise blieb wieder genug offen, zudem wir ja die Lofoten aufgrund des Nebels kaum wahrgenommen haben. Auch Trondheim und Bergen würden wir uns gerne noch mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck anschauen. Nach unserem Empfinden waren wir wieder zur besten Reisezeit unterwegs, auch wenn man natürlich auch manchmal einige Abstriche machen muss, aber uns gefällt diese Ruhe. Die meisten Aussichtspunkte hatten wir wieder für uns und konnten somit diese großartige Natur noch besser genießen. Besonders angetan haben es uns in diesem Jahr die frisch beschneiten Berge, die türkisen Seen und die Strände auf Andoya und den Lofoten. Eines steht schon jetzt fest: Dies wird nicht unser letzter Norwegen-Urlaub gewesen sein!
Insgesamt gefahren sind wir: 7897 km

Geplant haben wir die Reise mit:

Norwegen - Michael Müller Verlag, Aufl. 2013

Norwegen - ADAC Reiseführer plus, Aufl. 2013

Schweden - ADAC Reiseführer plus, Aufl. 2013

Landschaft Norwegens entlang E6

Gadoystraumen

bei den Saltstraumen

Hängebrücke entlang E6

Formofossen

Nord-Norge Pforte

Verdal, Soria Moria Camping

am Trondheimfjord

Røros

Fahrt entlang Fv705

Steinvikholmen

Landschaft bei Lom

Bergwerk Folldal

Røros

Rv55 - Krossbu

Beginn Rv55

Lom Stabkirche

Gardnos Meteoritenkrater

Borgund Stabkirche

Tindevegen

am Gardnos Meteoritenkrater

Felszeichnungen Tanumshede

Felszeichnungen Aspeberget

Fjällbacka

Tjolöholms Slott

Smögenbryggans

Smögen

Strand Tjolöholms Slott

Steilklippe Gedser

Öresundbrücke

Strand Tjolöholms Slott

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