Oldevnatnet am Campingplatz

Reisebericht Norwegen, 2015                      (Teil 2)

05.09.2015 von Olden nach Eidsdal
Das Wetter war schon beim Aufstehen mal wieder nicht so besonders. Schon wieder hörten wir den Regen auf das Wohnmobil fallen. Nur langsam kamen wir aus dem Bett, verließen dafür aber schon gegen 9:30 Uhr den Oldevatn Campingplatz. Die Sicht wurde etwas besser, sogar die Sonne kam immer mal wieder für ein paar Sekunden heraus.
Wir fuhren direkt zum Parkplatz des Briksdalsbreen, welcher gar nicht mehr so weit weg war. Wir fuhren weiterhin vorbei am türkisen Oldevatn, durch zwei ziemlich dunkle enge Tunnel und kamen schließlich bei den großen Parkplätzen heraus. Es war noch nicht viel los, was uns sehr freute. Für das Tagesticket zahlt man 50 NOK.
Die Wanderung ist mit 45 Min. ausgeschildert. Man kann sich auch einen Teil der Strecke fahren lassen, jedoch ist der Weg nicht wirklich schwer. Es geht zwar einen kurzen Teil bergauf, jedoch ist alles geebnet bzw. sogar teilweise betoniert. Am Kleivavossen bleibt man auf alle Fälle kurz stehen, zu schön ist das Gefühl der Gischt auf der Haut. Den meisten Teil des Weges sah man den Gletscher schon. Leider ist dieser in den letzten Jahren stark zurückgegangen, sodass man nicht mehr direkt danebenstehen kann. Er wirkt von der Ferne viel kleiner, als er wirklich ist. Erst wenn man am Gletschersee steht und direkt hochschaut, wird man sich der Ausmaße bewusst. Ein wirklich schönes Naturschauspiel. Auf dem Rückweg kamen uns schon deutlich mehr Besucher entge-gen und auch der Parkplatz war nun voller. Zeitig da sein lohnt sich also.
Wir fuhren nun weiter nach Loen. Hier führt ein Abzweig zum Kjenndalsbreen. Man fährt vorbei an dem beeindruckend türkisen Lovatnet. Der Gletscher liegt auf einem Privatgrundstück und so führt auch nur eine Privatstraße zum Parkplatz, dieser Zugang kostet für das Wohnmobil 50 NOK, für den Pkw 40 NOK. Über das Bezahlsystem mit dem Umschlag mussten wir erst einmal grübeln, haben es dann aber durchschaut. Vom Parkplatz aus hat man noch nicht eine so gute Sicht auf den Gletscher, jedoch gibt es auch kurze Wanderwege, die etwas näher heranführen, was selbstverständlich sehr lohnenswert ist. Als es wieder anfing zu regnen, traten wir den Rückweg an und fuhren nach Stryn zum Einkaufen. Anschließend fuhren wir weiter nach Oppstryn zum Nationalparkcenter, welches jedoch bereits seit 15 Uhr geschlossen hatte (!). Im Übrigen war es auf der gesamten Strecke egal wohin man schaute, denn man sah nur Wasser, entweder als Wasserfall oder türkisen Seen. :-)
Wir fuhren nun weiter Richtung Geiranger. Die Strecke führte zunächst durch zwei längere Tunnel und auf einmal war man wieder oben und er erblickte die karge Natur. Jedoch ließ uns ab jetzt auch das Wetter im Stich, umso näher wir kamen, desto schlechter wurde die Sicht und es regnete ohne Unterbrechung. Als wir bei der Auffahrt zum Viewpoint Dalsnibba angekommen sind, sahen wir kaum die Straßenführung, also haben wir darauf verzichtet die 110 NOK für den Zugang zu bezahlen, denn wahrscheinlich hätten wir sowieso nichts gesehen.
Wir fuhren also wieder ins Tal und hielten vorher noch beim Flydalsjuvet Viewpoint. Die Sicht war zwar immer noch nicht die beste, aber immerhin konnte man den Geirangerfjord jetzt sehen. Der Ort Geiranger sah für uns jetzt nicht so schön aus, zu sehr dem Tourismus verschrien, stach das große Hotel einfach zu sehr hervor. Dennoch hielten wir für eine kurze Rast und fuhren dann weiter zum Viewpoint Ornesvingen. Von hier wirkte der Fjord wirklich wunderschön, trotz der tief hängenden Wolken. Da es jetzt doch langsam dunkel wurde, mussten wir dringend einen Stellplatz finden. Campingplätze gibt es hier zwar genug, aber wir wollten heute ja wieder autark stehen. Wir fuhren einfach nach Eidsdal und hofften, unterwegs schon was zu finden. Wir wollten uns schon fast neben einem Wohnwagen niederlassen, der auf einem Rastplatz stand, als wir merkten, dass dieser draußen einen lauten Generator laufen hat. Also doch noch einmal an das Steuer gesetzt. In Eidsvoll gibt es einen kleinen Info-Parkplatz, hier ließen wir uns dann für die Nacht nieder. So standen wir auch gleich näher an der Fähre, die wir morgen früh sowieso nehmen müssen.
Gefahren sind wir heute 196 km.


06.09.2015 von Eidsdal nach Kvithummel
Da wir ja fast direkt neben der Fährstation geschlafen haben, konnten wir bereits die zeitige Fähre um 7:45 Uhr nach Linge nehmen. Das Wetter sah bis jetzt noch sehr vielversprechend aus. Vielleicht wird es ja doch noch einmal was mit der Sonne. Zuerst steuerten wir die Schlucht Gubransjuvet an. Beeindruckende „Schlucht“, vor allem das Gestell, um diese überhaupt zu besichtigen, ist ein Kunstwerk für sich. Wir fuhren dann weiter durch die wunderbare Landschaft Norwegens zum Trollstigen. Bis jetzt nieselte es zwar immer mal wieder, aber die Sicht war ganz gut. Die Berge ums herum sahen so aus, als hätte man sie mit Puderzucker bestäubt, also scheint es in den höheren Gefilden schon geschneit zu haben. Beim Trollstigen hielten wir selbstverständlich an dem obigen Zentrum von dem aus man zu den Aussichtsplattformen gelangt. Die Wolken haben sich inzwischen weitestgehend verzogen, sodass wir fast optimale Sicht hatten. Sehr beeindruckende Straße und toller Wasserfall, an dem man dann auch noch vorbeifährt. Frühs war sogar der Andrang noch nicht so groß, sodass wir dann auch das einzige Auto auf der Straße waren. Am Ende der Straße gibt es noch einen Parkplatz, hier steht auch ein „Trolle verboten“ Schild, welches wir besonders toll fanden. Die Sicht von unten auf die Straße ist jedoch nicht so gut.
Als nächstes auf dem Programm stand die bekannte Atlantikstraße. Wir fuhren also zunächst weiter nach Andalsnes, hielten nur zum Tanken, bevor wir dann gleich den Fährhafen in Afarnes ansteuerten, um nach Solsnes überzusetzen. Die Strecke führte zunächst entlang des Romsdalsfjords und während der Fährfahrt überquert man den Langfjord. Wieder unbeschreiblich tolle Ausblicke. Sobald wir drüben waren, wurde das Wetter auch schon wieder schlechter. Wir fuhren zunächst nach Bud, und folgten damit der Ausschilderung der Atlanterhavsvegen. Man kommt über die RV64 schneller ans Ziel, jedoch kann man so noch die Küstenlandschaft genießen. Kurz vor Vevang kam tatsächlich die Sonne heraus, sodass wir die Überfahrt doch wieder genießen konnten. Wir hielten auf den kleinen Inseln immer mal wieder. Es gibt auch einen Aussichtspunkt mit Café, hier kann man komplett um eine Insel herumgehen. Wir hätten zwar teilweise etwas mehr erwartet, aber der Ausflug lohnte sich dennoch.
Anschließend fuhren wir weiter nach Kristiansund. Wir bereuten es sofort, als wir für den unausweichlichen Atlanterhavstunnelen 130 NOK für das Wohnmobil und zwei Personen an einer manuellen Mautstation bezahlen mussten. Aber was solls, dafür ist Urlaub ja da ;-) Kristiansund hat einen sehr schönen Hafen, nur haben wir mal wieder für das Wohnmobil keinen Parkplatz gefunden, sodass wir die Stadt auf uns im Fahrmodus wirken lassen mussten.
Heute stand noch Trondheim auf dem Programm, bzw. irgendwas in dieser Richtung, wo immer ein Campingplatz sein sollte. Also fuhren wir zur Fähre in Kanestraum um nach Halsa überzusetzen. Auf der Fahrt haben wir einen Otter über das Feld rennen sehen und zwei Elchkühe, die an einem Baum geknabbert haben. Das Wetter ließ aber leider nun auch wieder zu wünschen übrig und auch die Landschaft wurde langsam seichter und nicht mehr so spektakulär. Vor Trondheim folgten wir der Ausschilderung eines Campingplatzes, wir fuhren dort schnell rückwärts wieder raus, als wir sahen, dass die für einen alten Parkplatz 200 NOK verlangten, sanitäre Anlagen fehl am Platz. Die Wohnmobile standen dicht gedrängt aneinander. Das war uns dann doch nichts. Also suchten wir im Internet nach weiteren Campingplätzen und fanden den in Flakk. Es war bereits 19:30 Uhr, also wollten wir auch einfach gerne zur Ruhe kommen. Wir fuhren die lange Strecke bis Flakk, um dann direkt am Tor des Campingplatzes zu erfahren, dass dieser bereits seit dem 15. August geschlossen war. Hier wäre ein Hinweis auf der Internetseite schön gewesen, oder wenigstens ein Schild etwas vorher an der Straße. Was also nun machen? Die einzige Möglichkeit für heute war wieder freistehen, also fuhren wir zunächst die Fjordstraße entlang und hofften eigentlich noch vor Trondheim einen Rastplatz zu finden oder ähnliches. Es kam aber keine einzige Ausfahrt und schon waren wir in Trondheim. Zunächst am Hafenviertel und später sogar in der Innenstadt, jedoch war einfach kein Parkplatz zu finden. Trondheim war allerdings so schön, wie wir es in Erinnerung hatten. Es tat schon fast weh, einfach wieder herausfahren zu müssen. Gerne hätten wir das Wohnmobil einfach stehen lassen und wären ein bisschen durch die Straßen gebummelt. Trondheim ist einfach die perfekte Mischung aus alt und modern. Wir fuhren nun auf der E6 wieder aus der Stadt und wurden dann durch Vikhammer umgeleitet. Wir fuhren auch an der Skisprungschanze Trondheims vorbei. In Hommelvik haben wir kurz geparkt, um endlich mit den Hunden zu gehen. Zum Übernachten war die Straße zu laut, da hinter uns auch gleich die Züge entlangfuhren. Also brachen wir wieder auf und fanden dann endlich bei Kvithummel um 22:15 Uhr einen Rastplatz, der sogar recht ruhig war, obwohl er auch an der E6 liegt. Wir machten uns nur kurz fertig und fielen dann auch direkt ins Bett und hörten schon wieder den Regen auf das Dach trommeln.

Gefahren sind wir heute 504 km.


07.09.2015 von Kvithummel nach Torghatten
Um 8:15 Uhr sind wir dann aufgebrochen, langsam haben wir den Dreh raus ;-) Wir fuhren zunächst Richtung Steinkjer. Direkt an der E6 gelegen kam ein Einkaufszentrum „Magneten“. Hier hielten wir, gingen in dem Meny einkaufen und dann noch schnell in den H&M rein, um ein paar wärmere Hosen zu kaufen. Beim Packen haben wir wohl etwas falsch geplant. Wir haben etwas getrödelt und sind erst um 11 Uhr wieder losgefahren. Früh haben wir vergessen die Klokassette zu leeren, so mussten wir uns jetzt unterwegs etwas suchen. Direkt beim nächsten Schild fuhren wir heraus und landeten bei einem großen Stellplatz. Ein netter alter Herr kam sogar heraus und hat uns die Entsorgung schnell erklärt bzw. alles gezeigt. Der Platz reicht sicherlich auch, wenn man mal nur eine Nacht stehen möchte: Rinnleirets Venner.
Wir fuhren nun bis Steinkjer durch. Die Stadt gefiel uns leider nicht so gut, obwohl sie auch ein paar schöne Ecken hatte. Wir suchten dann die Steingräber von Egge und haben diese auch eher durch Zufall gefunden. Die Gräber sollen zwar an der E6 entlang verteilt sein, jedoch haben wir uns an den Schildern des Egge Museums bzw. der Kirche (alter Hof) orientiert und standen auch prompt vor einem kleinen fast übersehbaren Schild, auf dem eine kurze Erklärung zu den Steingräbern steht und auch das Gebiet genauer eingegrenzt ist.
Im Übrigen haben wir Chips mit Pilzgeschmack (laut Bild Pfifferlinge) erstanden, die wir auf der Fahrt verputzt haben. Eine Neuheit die wirklich lecker war. Wenn wir schon mal beim Essen sind: Empfehlen können wir auch den Byggrynslunsj aus dem Kühlregal. Die Konsistenz ist wie Milchreis, jedoch handelt es sich um Gerstengraupen und ist wirklich sehr lecker.
Wir fuhren nun weiter auf der RV17 nach Namsos. Die Landschaft war weiterhin ganz schön, aber haute einen nicht vom Hocker. Was auch an dem Wetter gelegen haben kann, denn dieses wurde wieder zunehmend schlechter. Immer mal wieder Regen und ständig bewölkt. Bei der Einfahrt in Namsos kamen wir auch an einem Sägewerk oder ähnlichem vorbei, bei dem gerade das gelagerte Holz zur Konservierung mit Wasser besprenkelt wurde. Auch Namsos hatte wieder ein paar schöne Ecken. Leider verhagelte uns der Regen jedoch etwas die Stimmung, sodass wir mehr oder wenig achtlos hindurchfuhren. Aufgefallen ist uns beim Herausfahren noch eine schöne Elch-Statue :-)
Unser nächstes Etappenziel ist Torghatten, also fuhren wir zunächst nach Holm, um mit der Fähre nach Vennesund überzusetzen. Die Fahrt dauert 20 Min. und kostete 289 NOK. Die Natur wurde schon auf dem Weg zum Fährhafen wieder beeindruckender, nur ordentliche Rastplätze sind leider rar gesät. Wir befanden uns nun auch auf dem Touristenweg „Helgelandsküsten“. Kurz vor Bronnoy wurde dann endlich auch das Wetter besser und sogar den blauen Himmel konnte man ab und an mal durchblitzen sehen. Auch ein paar schöne tiefbraune Rehe kreuzten unseren Weg. Bronnoy wirkte beim Durchfahren sehr schön und vor allem sauber und modern. Unser Ziel war jedoch der Campingplatz beim Torghatten, sodass wir einen kurzen Stopp in der Stadt für morgen einplanten, denn die Zeit rannte uns schon wieder davon. Gegen 19:30 Uhr kamen wir dann beim Campingplatz an. Ganz billig ist er nicht, das müssen wir zugeben (280 NOK), jedoch wunderbar gelegen, mit ei-nem eigenen kleinen Strand. Es war so gut wie nichts los, wir teilten uns die Wiese mit zwei anderen Wohnmobilen, sodass wir auch die Hunde ohne Leine laufen lassen konnten. Die Dame von der Rezeption war auch sehr nett, man fühlte sich gleich gut aufgehoben. Des Weiteren haben wir auch noch schnell ein paar Kleidungsstücke gewaschen. Allerdings mussten wir nach dem Waschraum fragen, da dieser nicht ausgeschildert ist. Der Wanderweg zum Torghatten liegt direkt daneben, so kann man vom Platz aus gleich losziehen. Das Restaurant, welches zum Platz gehört, haben wir nicht testen können – es war nicht mehr geöffnet, jedoch war alles sehr schön eingedeckt ;)

Heute sind wir 389 km gefahren.


08.09.2015 von Torghatten zum Polarkreiszentrum
Als wir die Jalousien des Wohnmobils hochzogen, strahlte heute glatt die Sonne. So ließ sich der Morgen doch gleich viel besser beginnen.
Heute sind uns erst die Makel des Campingplatzes aufgefallen. Die sanitären Anlagen waren fast katastrophal. Sowohl bei den Frauen und auch den Männern waren einige Duschen defekt bzw. verdreckt. Im Waschraum flog immer wieder die Sicherung raus, sodass unsere Kleidungsstücke früh immer noch nass waren. Auch die Entsorgungsstation war verstopft, was nicht sonderlich ap-petitlich war. Also eigentlich ein sehr moderner Platz mit top Lage, der es aber nicht schafft, auch mal zu reparieren. So konnten wir nur das Frischwasser auffüllen (wobei dieses auch nicht explizit ausgewiesen wurde, aber die logische Schlussfolgerung ließ nur zu, dass es nicht das hinten bei der Entsorgung sein konnte) und fuhren vom Platz, um direkt 5 Meter hinter der Einfahrt auf dem Parkplatz des Torghatten zu halten. Es gibt zwei Möglichkeiten. Nur bis zum Loch des Torghatten zu wandern (700 Meter) oder einen kompletten Rundweg zu nehmen (6,5 km). Wir entschieden uns für den kurzen Abstecher. Da der Weg anfangs noch sehr leicht aussah, hatten wir auch unsere Hunde dabei. Schnell ähnelte dieser fast dem Aufstieg zum Preikestolen, nur in der Kurzvariante. Unsere Hunde kämpften sich aber tapfer durch und waren mit ihren kleinen Beinen schneller oben als wir. Die Ausmaße des Loches (160 m lang, 35 m hoch und 20 m breit) waren beeindruckend. Auf Bildern sieht dieses immer aus wie ein kleines Bullauge. Zudem hat man noch einen grandiosen Ausblick auf die umliegenden Schäreninseln. Wieder eine absolut grandiose Sehenswürdigkeit.
Da wir heute noch dem Polarkreiszentrum entgegensteuern wollten, fuhren wir nun auch wieder weiter Richtung Mosjoen. Zunächst hielten wir noch kurz in Bronnoysund zum Tanken. Die Land-schaft ist wieder atemberaubend, auch wenn wir gestern den gleichen Weg schon einmal gefahren sind, wirkte alles bei Sonnenschein noch viel schöner. Teilweise hat man sogar noch einmal einen guten Blick auf den Torghatten, einmal sogar mit dem Loch. Nun fuhren wir auf der Rv76 nach Mosjoen und kamen dabei an einer traumhaften Küstenlandschaft vorbei. Immer wieder zückten wir die Kamera, um ein paar Momente einzufangen. Bei Hommelsto passierten wir das Velfjord Bygdemuseum, welches sehr interessant aussah.
Anschließend zweigte die Straße wieder ab auf die E6. Diesen Teil der Strecke sind wir im letzten Jahr bereits gefahren, sodass wir eigentlich nicht viel Neues erwarteten. Bei Trofors hielten wir bei der Raststätte Trixies, eigentlich nur, weil wir beide mal unser WoMo-WC benutzen wollten, jedoch sah die Gaststätte auch ganz gut aus, sodass wir kurzerhand beschlossen, noch schnell etwas zu essen. Es wurde aus den bekannten vegetarischen Gründen wieder nur Pizza und Pommes, jedoch war das Essen bezahlbar, ganz lecker und auch schnell fertig ;-)
Kurz danach kam auch schon die Ausfahrt zu den Laksforsen. Kurzerhand beschlossen wir uns diese noch einmal anzuschauen und wir hatten Glück, denn diesmal war auch ein Türchen geöffnet, so-dass wir hinuntergehen konnten und einen viel besseren Blick auf diese Stromschnellen/Wasserfälle hatten. Da war unsere Intuition mal wieder richtig.
In Mosjoen haben wir gar nicht erst gehalten, sondern sind direkt nach Sandnessjoen weitergefah-ren. Leider war die Küstenstraße (Rv78) gesperrt, sodass wir die neue Fv78 für teuer Geld (85 NOK) fahren mussten. Das Portemonnaie sah das zwar gar nicht gerne, aber wir wollten unbedingt zur Gebirgskette „Die sieben Schwestern“. Bevor man nach Sandessjoen kommt, muss man noch die beeindruckende Helgelandsbrua überqueren. Schon von hier werden einem die Ausmaße dieser Gebirgskette bewusst, die klar das Landschaftsbild bestimmt. Sandnessjoen als Stadt ist zwar nichts Besonderes, jedoch bietet sie die perfekte Ausgangslage für Wanderungen zu „De Syv Sostre“. Es gibt ausreichend Einkaufsmöglichkeiten und auf der Fv138 gibt es mehrere Parkplätze, um von dort die Wanderung zu den jeweiligen Gipfeln zu starten. Angeblich benötigt man hierfür noch nicht einmal Bergsteigerausrüstung. Bleibt man auf der Hauptstraße (Fv17) so hat man die Gebirgskette ab und an mal ganz gut im Blick. Wir konnten die Schwestern teilweise gar nicht auseinanderhalten, da die Wolken die Bergspitzen umhüllten. Auf alle Fälle bekommt man das beste Foto immer noch vom Meer aus.
Wir fuhren anschließend wieder zurück über die teure Mautstraße mit einem über 11 km langen Tunnel und bogen dann nach Mo i Rana ab. Kurz nach dem Ortseingangsschild oder besser gesagt dem Blumenbeet, kam eine tolle Entsorgungsstation für Wohnmobile. Was wir heute früh verschieben mussten, holten wir nun noch schnell nach. Es war inzwischen schon 20 Uhr und wir stellten unser Navigationssystem auf „Polarkreiszentrum“ ein. Die Sonne, welche sich den ganzen Tag hat lang blicken lassen, verschwand nun, um den Abend anzukündigen. Im Halbdunkeln fuhren wir dann noch die letzten paar Kilometer bis zum Polarkreis, stets wachsam wegen des Wildwechsels. Wie in unserer Erinnerung, endete die Vegetation wieder wie mit dem Lineal gezogen und so wuss-ten wir, dass wir gleich da sind. Die Idee, auf dem Parkplatz des Polarkreiszentrums zu übernach-ten, hatten auch noch einige andere Wohnmobilisten. Wir gingen noch schnell eine Runde mit den Hunden und waren erschrocken, wie kalt es auch auf einmal war. Umso froher waren wir, dass wir eine Diesel-Heizung im Wohnmobil haben. Das Polarkreiszentrum war im letzten Jahr geschlossen und alles war mit Vorhängen bedeckt. In diesem Jahr können wir tatsächlich auch mal hineingehen.

Heute kamen wir auf stolze 462 km.


09.09.2015 vom Polarkreiszentrum nach Bleik
Der Tag begann mit Sonne, was uns, gerade am Polarkreis, sehr gefreut hat. Wir wanderten ein bisschen herum, suchten einen Stein, auf dem wir uns verewigen konnten und platzierten diesen oben bei all den anderen. An den weißen wasser- und lichtfesten Stift hierfür haben wir in diesem Jahr gedacht ;-) Die Natur im Umland des Saltfjell war wieder atemberaubend. Wir lieben diese Kargheit, kein einziger Baum ist zu sehen, überall Flechtengewächse und Wollgras. Einen Stein finden, der noch frei ist und noch nicht verbaut wurde, ist gar nicht so einfach. Wir mussten ziemlich lange suchen. Unsere Empfehlung: Im Laufe des Urlaubs bereits einen Stein sammeln, davon gibt es Norwegen ansonsten genug ;-) Da das Polarkreiszentrum erst um 10 Uhr öffnet, wollten wir nicht so lange warten und sind schon eher losgefahren, vielleicht schaffen wir es auf dem Rückweg noch einmal dort zu halten. Gegen 9:00 Uhr schauten wir auf das Thermometer, welches am Zentrumsgebäude hängt. Es zeigte 7°C an, nachts war es sicherlich noch kühler.
Unser heutiges Ziel und somit eigentlich der Endpunkt unserer Reise, soll Andenes sein. Also fuhren wir weiter auf der E6 durch das Saltdal in Richtung Rognan. Uns begleitete immer mal wieder der schöne türkise Fluss Luonosjåhkå. Auch die Vegetation nahm Meter für Meter wieder zu. Von hier fuhren wir dann weiter nach Fauske, wir hielten um wieder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Leider war nun auch die Sonne verschwunden und der Regen setzte mal wieder ein. Bei Morsvik-botton tankten wir an einer sehr kleinen Tankstelle. Mehr aus Sicherheit als aus Nutzen.
Wir steuerten nun den Fährhafen in Bognes an, um nach Lodingen überzusetzen. Also blieben wir auf der E6. Überwiegend fuhren wir heute eine Strecke, die wir auch bereits im letzten Jahr zurückgelegt haben. Um uns herum ragten wieder die beeindruckenden Berge auf, deren Oberflä-hen teilweise glatt abfallen, der Regen glänzte darauf. Als wir wieder die Ausfahrt zu den Hel-lerstninger sahen (Felszeichnungen eines Rentiers; beim Abzweig auf die RV 835), fuhren wir direkt noch einmal raus. Wir fanden unseren Eintrag im Gästebuch von 2014 und verewigten uns in diesem Jahr noch einmal. Des Weiteren fuhren wir auch wieder vorbei am alten Sägewerk „Vassaga“. Hier hielten wir jedoch nicht noch einmal.
Der nächste Teil der Strecke führte am europäischen Nordmeer entlang und gewährte somit wie-der wunderschöne Ausblicke auf das türkise Wasser mit den noch türkiseren Sandbänken. Die Fähre in Bognes lag gerade vor Anker und wir kamen gerade so noch mit herauf, bevor sie losgefahren wäre. Für das Wohnmobil plus zwei Personen zahlten wir tatsächlich 585 NOK. Wir sind fast von den Sitzen gefallen, aber die lange Strecke über Narvik hätte auch eine Fährfahrt beinhaltet und mehr Zeit gekostet, also blieb uns auch hier wieder nichts Anderes übrig, als die Kreditkarte zu zücken. Man darf sich nicht auf dem Autodeck aufhalten, also ließen wir die Hunde wieder allein im Wohnmobil und gingen in die Lounge. Wir hatten starken Seegang und die Wellen peitschten gegen die Fähre. Da Schifffahrt nicht unbedingt unsere Lieblingsbeschäftigung ist, hofften wir, dass es bald vorüber ist. Als dann endlich der Wellengang abschwächte, kamen wir auch schon fast in Lodingen an. Die Überfahrt dauerte ca. 1 Stunde.
Ab hier merkten wir, dass der Herbst bereits eingekehrt ist und mal wieder fast nur noch Birken zu sehen sind, die jedoch auch immer kümmerlicher wurden. Umso näher wir Andenes kamen, umso weniger Vegetation gab es. Auf Andoya angekommen, sahen wir auch direkt insgesamt 4 Elche. Zwei grasten auf einer Wiese (eine Elchkuh mit einem jungen Elchbullen) und zwei sahen wir im Wald bei der Vorbeifahrt. Da wir im letzten Jahr auf dieser Insel auch bereits einen Elch gesehen haben, scheint Elchsichtung garantiert zu sein.
Ansonsten kam tatsächlich jetzt auch endlich wieder die Sonne heraus und wir konnten die wun-derbare Natur der Insel genießen, denn im letzten Jahr konnten wir auch alles nur erahnen. Kurz vor Andenes steuerten wir allerdings wieder in eine große Regen-/Sturmfront. Stephan musste stark gegenlenken und die Berge im Hintergrund verschwanden hinter den Regenschwaden. Zum Übernachten wählten wir aufgrund der Aussicht den Midnattsol Campingplatz in Bleik. Wir zahlten 220 NOK für eine Nacht inkl. Strom mit ADAC-Campingkarte. Der Platz liegt direkt am Sandstrand und der Herr von der Rezeption sprach perfekt Englisch, man hörte nicht mal einen Dialekt. Wir waren das einzige Wohnmobil, nur hinter der Düne hat sich noch ein Zelt niedergelassen, sodass wir natürlich wieder den Platz mit der besten Sicht nehmen konnten.
Als wir gerade dabei waren alles fürs Abendessen zurechtzupacken, sahen wir einen Otter über den Strand rennen. Er war jedoch so schnell weg, dass wir kein Foto machen konnten. Kurze Zeit später rannte dieser wieder ins Wasser und wieder hatten wir die Kamera nicht griffbereit. Nun waren wir vorbereitet und legten uns auf die Lauer, als sich auch schon ein zweiter Otter ebenfalls in die Fluten stürzte, nur haben wir diesen nie genau vor die Linse bekommen. Da es nun dunkel wurde, konnten wir leider nicht mehr sehen, wie die beiden evtl. auch wieder aus dem Wasser gekommen sind. Vielleicht haben wir morgen früh noch einmal das Glück und erwischen die beiden bei der Frühstücksjagd.
Wir drehten die Dieselheizung auf, machten es uns bei einem Film gemütlich und hofften, dass sich der Wind bis morgen gelegt hat, damit wir diesmal die Walsafari mitmachen können.

Gefahren sind wir 420 km. Der Verbrauch lag tatsächlich nur bei atemberaubenden 9,3 Litern ;-)


10.09.2015 - Erkundung von Andoya
Die sanitären Anlagen des Campingplatzes sind nicht mehr so neu, jedoch recht sauber. Für 5 Minuten duschen zahlt man 10 NOK, allerdings kann man hier zwischendrin wenigstens stoppen.
Anschließend gingen wir mit den Hunden gleich eine schöne Runde am Strand entlang. Den hellen Sand und das Meer muss man einfach genießen.
Laut der Internetseite sollte die erste Tour gegen 11.00 Uhr starten, also fuhren wir rechtzeitig in Bleik los, damit wir pünktlich bei der Walsafari sind. Wir wussten ja noch, dass das Gebäude direkt neben dem roten Leuchtturm von Andenes liegt.
Als wir dann ausgestiegen sind, mussten wir auch schon feststellen, dass heute keine Tour stattfinden wird. Am Aushang standen auch komplett andere Öffnungszeiten, also war auch die Rezeption noch nicht besetzt. Da wir nun noch mind. 1 ½ Stunden warten mussten, um an weitere Informationen zu kommen, machten wir es uns im Wohnmobil gemütlich und schlugen die Zeit tot. Gleichzeitig überlegten wir, ob wir unsere Reiseplanung ein bisschen verschieben, um dann morgen teilnehmen zu können. Schließlich sind wir eigentlich genau deswegen nach Andenes gefahren. Wir wollten nicht ein zweites Mal unverrichteter Dinge wieder davonfahren.
Als die Rezeption dann geöffnet wurde, haben wir uns die Informationen geholt, die wir eigentlich schon erahnten. Die einzige und anscheinend letzte Tour für dieses Jahr findet am 11.09.2015 statt und das auch erst ab 14:00 Uhr, vorher erhält man noch eine Führung im dortigen Walmuseum. Die Tour selbst soll allerdings ungefähr 4 Std. dauern. Kurz mit uns hadernd, aber eigentlich innerlich schon entschlossen, buchten wir die Fahrt für morgen. Wir zahlten 1.890 NOK für zwei Personen. Auf der Liste, auf der wir uns eintragen mussten, standen auch noch nicht so viele Personen, sodass wir zumindest hoffen, dass das Boot nicht überfüllt ist.
Was jetzt also wieder mit dem unverhofft „freien“ Tag anfangen? Die Sonne kam auch gerade her-aus, sodass wir zunächst beschlossen, die Insel Andoya etwas genauer zu erkunden und so fuhren wir zunächst wieder Richtung Bleik und nahmen die Küstenstraße einmal um die Insel herum. Immer wieder sah man traumhafte Strände, teilweise hielten wir selbstverständlich auch an. An einer Bucht herrschte ein reger Wellengang, obwohl das restliche Meer sehr still war. Die Landschaft war karg, teilweise wuchs einige Kilometer gar nichts. Auch die Berge waren zwar nicht hoch, dafür aber extrem schroff und sahen im Profil immer sehr beeindruckend aus. Eine wirklich beeindruckende Kulisse und gerne hätten wir hier länger verweilt.
Wir hielten auch noch einmal am alten Wikingerdorf bei der Ausfahrt „Jernaldertufter“. Diesmal waren zwar Informationskarten in dem Briefkasten, der im letzten Jahr leer war, allerdings waren die Infos alle auf Norwegisch und so wie wir das erkannten standen diese auch schon an der Infotafel am Beginn des kurzen Weges. Die Fundamente, welche die letzten Überbleibsel dieser Siedlung sein sollen, scheinen sich also wirklich unter den ganzen Flechtengewächsen und dem Moos zu verstecken.
In Andenes fuhren wir noch zu dem Leuchtturm, denn bei dem jetzigen Sonnenschein hatte man von dem Gelände aus auch einen schönen Blick auf die Dünenlandschaft. Außerdem waren wir noch tanken und ein bisschen Bargeld holen. Wir fuhren nun direkt zum Campingplatz von Andenes. Auch hier haben wir uns den kompletten Platz nur mit einem Wohnwagen teilen müssen. Fast direkt neben dem Platz ist auch ein Supermarkt. So liefen wir direkt dorthin, um unsere Vorräte etwas aufzustocken und genehmigten uns auch ein Eis für den Abend.
Anschließend genossen wir den wunderbaren Strand direkt vor unserer Nase, an dem wir auch bereits im letzten Jahr entlangliefen. Es sah alles noch viel besser aus, denn diesmal hatten wir Sonne :-)
Angeblich ist die Rezeption des Campingplatzes von 19:00 bis 22:00 Uhr besetzt. Da wir uns noch anmelden mussten, waren wir selbstverständlich pünktlich 19:00 Uhr bei der Rezeption und warteten dort sogar noch mind. 20 Min. Als dann immer noch niemand kam, versuchten wir einmal die angegebene Rufnummer anzurufen, jedoch ging auch keiner ran. So müssen wir uns wahrscheinlich morgen vor der Walsafari noch kurz bzgl. des Campingplatzes melden, denn beide Unternehmen gehören zusammen. Die Duschräume sind leider etwas klein, sodass man eigentlich keine Kleidung mit hineinnehmen kann. Außerdem kosten auch wieder 5 Min. 10 NOK. Ansonsten ist der Platz halt direkt an den Dünen gelegen und man hat einen super Zugang zum Strand.
Als wir abends noch einmal mit den Hunden gehen wollten konnten wir unseren Augen nicht trauen, als wir über unseren Köpfen Nordlichter tanzen sahen. Schnell holten wir die Kamera und probierten die Lichter so gut wie möglich einzufangen. Eine ganze Zeit lang setzten wir uns dann einfach nur auf die eine Bank, starrten in den Himmel und genossen dieses wunderbare Schauspiel. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass wir so ein Glück haben würden.

Wir sind dennoch immerhin 125 km gefahren.


11.09.2015 - Andenes Walsafari
Heute war eigentlich wirklich Ausschlafen angesagt, jedoch waren wir zu unserem Leidwesen bereits um 7 Uhr wach. Wir holten die warmen Sachen heraus, um für die Walsafari gerüstet zu sein. Um 8 Uhr war die Rezeption immer noch nicht besetzt, sicherlich nutzen viele dies aus und campen „kostenfrei“. Die Sonne war bereits draußen, was uns ein gutes Omen für die Walsafari zu sein schien. Wir schlenderten noch einmal am Strand entlang und fuhren dann zum Walzentrum. Wir gingen zur Rezeption, um für den Campingplatz zu bezahlen und konnten uns auch gleich für die Museumstour registrieren, die ja im Preis der Walsafari inklusive ist. Draußen sprach uns dann das deutsche Pärchen an, welches auch auf dem Campingplatz gestanden hat und so schlugen wir bei einem kurzen Gespräch die restliche Wartezeit tot. Wir setzten die Hunde dann wieder ins Wohn-mobil und gingen pünktlich 12:30 Uhr zur Museumsführung. Die Gruppe wird anfangs bereits in Sprachen unterteilt. Diesmal gab es eine deutschsprachige Gruppe und eine englischsprachige. Der Guide sprach perfekt Deutsch, man hörte kaum einen Dialekt, obwohl man auch auf Englisch alles verstand. Zunächst erhielt man noch ein paar Details zur Führung und zur Safari, denn nach der Führung muss man ca. 1 km zum Schiff laufen oder fahren.
Anschließend wird man auch getrennt durch die Räumlichkeiten des Museums geführt. Die Tour ist sehr interessant, gibt zwar auch einige Informationen die – ehrlich gesagt – für Kinder gedacht sind, allerdings haben wir auch viel Neues gelernt. Highlight der Führung ist dann wahrscheinlich das echte Pottwalskelett, so wird einem zunächst bewusst, wie groß die Tiere eigentlich sind, die man hoffentlich gleich sehen wird. Pünktlich um 13:30 Uhr war die Führung beendet und wir fuhren mit dem WoMo zum Hafen, es standen – auch für Wohnmobile – genügend Parkplätze zur Verfügung. Bis jetzt hatten wir im Übrigen noch strahlenden Sonnenschein und so hofften wir, dass die Tour nicht zu kalt ausfallen würde. Dazu gleich mehr ;-)
Der Guide hat uns bereits vorgewarnt, dass es die letzten Tage relativ stürmisch war und sich das Meer bis jetzt noch nicht beruhigt haben sollte, wir waren also gespannt. Die Tour wurde für 4 bis 6 Stunden angesetzt, also eine breite Spanne, immer abhängig, wann man denn mal einen Wal vor die Linse bekommt.
Pünktlich 14 Uhr ist das Schiff ausgelaufen. Man kann sowohl oben stehen, als auch unten, wo es auch dauerhaft Kaffee, Tee und Kekse gibt. Während wir aus dem Hafen fuhren, wurden uns auch noch die Sicherheitsdetails erläutert. Ganz klar – Nicht klettern und ins Wasser springen, denn das ist „way to cold to swim“. :-)
Wir fuhren zunächst – noch bei Sonnenschein – in den Fjord und hofften, dort nach kurzer Zeit bereits den ersten Pottwal zu hören. Leider Fehlanzeige, also mussten wir aufs offene Meer zum Bleik Canyon. Dieser fällt ca. 2,5 km hinab. Wir fuhren also auch geradewegs den Wolken entgegen, die zunehmende Kälte sollte aber nur unser kleineres Problem sein. Der Wellengang hat uns fast gelähmt. Wir mussten stetig versuchen unseren Blick auf die Linie des Horizonts zu richten, ansonsten hätten wir – wie so viele andere auch – eine „Krankheitstüte“ benötigt. Man musste sich teilweise krampfhaft festhalten, weil man das Gefühl hatte, das Boot würde gleich umkippen. Schon fast hofften wir, dass wir einfach keinen Wal finden und ganz schnell zurückfahren können. Irgendwann, Andenes war schon nicht mehr in Sicht, hielt das Boot und wir hofften, dass jetzt endlich ein Signal vernommen wird. Dies war tatsächlich der Fall und wir fuhren dem „Klicken“ hinterher. Wir mussten noch kurz warten und das war bei dem Schaukeln des Bootes kein Zuckerschlecken und der Pottwal tauchte direkt neben uns auf. Pottwale bleiben immer ca. 20 bis 30 Min unter Wasser und kommen dann für 10 Min. an die Wasseroberfläche um die Lungen und den Luftsack im Kopf zu füllen. So hat man also genügend Zeit, einen Blick auf den Riesen zu erhaschen. Der tollste Moment ist jedoch immer noch, wenn er nach diesen 10 Min. abtaucht und seine Schwanzflosse aus dem Wasser schaut.
In diesen Minuten, während wir den Wal beobachteten und somit keinen weit entfernten Fixpunkt mehr hatten, wurde uns beiden so schlecht. Mich zog es schon, bevor der Wal abgetaucht ist, wie-der aufs untere Deck und ich habe Stephan vorher einfach die Kamera in die Hand gedrückt. Als er anschließend wieder nach unten kam, suchte er schwankend nach einer „Krankheitstüte“ und ver-zog sich kurz zur Sicherheit auf die Toilette. Jetzt mussten wir eine weitere halbe Stunde ausharren, da gewartet wurde, bis der Wal noch einmal auftaucht. Durchgefroren und so schlecht wie uns war, wollten wir eigentlich nur noch wieder zurück. Es hat uns natürlich dennoch gefreut, als sich der Wal dann auch ein zweites Mal gezeigt hat. Hier drehten wir fast während seiner kompletten Auftauchphase ein Video (siehe Videogalerie). Nachdem er dann wieder abtauchte, wurde der Motor angeschmissen und wir steuerten auf dem direkten Wege wieder Andenes entgegen. Umso näher wir der Küste kamen, umso seichter wurde der Wellengang, hier haben wir uns dann auch gerne etwas von der angebotenen Gemüsesuppe (eher Brühe) mit Brötchen geholt. Bei der Kälte war diese total angenehm, jedoch waren wir so durchgefroren, dass die Freude nur von kurzer Dauer war. Andenes konnten wir gar nicht näherkommen sehen, denn wir befanden uns auf einmal in einer dichten Nebelwand. Als wir dann in den Hafen eingefahren sind, lag ganz Andenes im Nebel. Für den Rückweg haben wir 1 ½ Std. benötigt und insgesamt waren wir 5 Stunden an Board.
Da die spät angesetzte Waltour sowieso eigentlich ein bisschen unseren Zeitplan durcheinandergebracht hat, mussten wir heute noch bis zu den Lofoten fahren. Also lagen noch ca. 200 km vor uns. Es war bereits 19 Uhr als wir losfuhren und durch den Nebel, der sich im Übrigen auf ganz Andoya ausgebreitet hat, sahen wir so gut wie gar nichts. In dem Bewusstsein, dass überall ein Elch stehen konnte, fuhren wir auch entsprechend langsam. Einen solchen haben wir dann auch ein Stück entfernt von der Straße stehen sehen, allerdings erst, als das Licht unserer Scheinwerfer ihn kurz beleuchtet hat. Wir drehten die Heizung voll auf und wärmten uns allmählich wieder auf.
Während der Fahrt haben wir dann auch mitbekommen, dass man wieder wunderbare Nordlichter sehen konnte. Wir hielten einmal an, um schnell ein paar Fotos zu machen und fuhren dann weiter. Nach 187 Kilometern hielten wir dann auf einem Rastplatz (E10 mit Abzweig auf Rv82) kurz vor Svolvaer an. Durch Zufall gerade, als die Nordlichter wahrscheinlich ihren Höhepunkt hatten, denn so grün strahlend haben wir sie den Tag zuvor nicht erlebt. Wir stellten uns noch kurz draußen hin, schossen noch ein paar Fotos und genossen das Schauspiel. Anschließend sind wir ganz ohne Abendessen einfach ins Bett gefallen.

Gefahren sind wir heute dennoch 188 km.

 

12.09.2015 - Lofoten
Der Wecker klingelte bereits 6:30 Uhr, denn wir mussten schließlich ein bisschen Zeit bzw. Kilometer aufholen, damit wir auf den Lofoten auch ein bisschen Zeit haben. Leider haben wir jedoch verschlafen und sind erst 7:30 Uhr aufgestanden, dann ging jedoch alles ganz schnell und um 8:15 Uhr waren wir schon unterwegs. Die Sonne kam heraus, es war sogar, wenn man das im September in Norwegen überhaupt so nennen kann, richtiggehend warm.
Nach kurzer Zeit erreichten wir Svolvaer, schon die Landschaft unterwegs war großartig. In Svolvaer haben wir jedoch nur getankt und hielten ein Stück weiter an der Lofoten Kathedrale. Ein sehr schönes Bild, wie die Kirche dort so etwas erhoben direkt vor dem Meer steht.
Nun steuerten wir das Wikingermuseum in Borg an, Hauptaugenmerk ist hier das originalgetreu nachgebaute Langhaus. Dieses wurde fast an der gleichen Stelle errichtet, wo das Fundament des Originals stand. Wir zahlten für zwei Personen – außerhalb der Saison – 280 NOK. Ein Guide gibt einem Kopfhörer und einen Synchronizer, programmiert auf die jeweilige Landessprache. Man erhält auch eine kurze Einführung und eine Erklärung zum Museum. Alles sehr nett und natürlich auch auf Deutsch. Auf die Touristen ist man hier wirklich gut eingestellt. Im ersten Museumsraum werden kurze Filme gezeigt, in denen es um den Fund auf Borg geht, welche Bedeutung dies hat und wer die Wikinger waren. Im zweiten Raum wird dann ein 20 Min. langer Film gezeigt, der von dem Häuptling und seiner Tochter handelt. Um diesen besser zu verstehen, sollte man die Filme im Vorraum angucken, denn hier erhält man bereits ein paar Grundinfos. Im dritten Raum kommen dann die „Schätze“, denn hier werden in Vitrinen, auch alle mit Erklärungen per Synchronizer, die Ausgrabungen auf Borg und andere Wikingergegenstände ausgestellt. Die Informationen sind stets interessant und wirklich informativ. Besonders von den Perlen und den Gläsern waren wir fasziniert, da diese einen regen Handel mit anderen Ländern und den Reichtum des damaligen Hofes auf Borg zeigen. Anschließend kann man hinaus in das Langhaus gehen, wo alles mit originalgetreuen Requisiten ausgestattet ist, die alle berührt und probiert werden können. Nicht nur ein Paradies für Kinder. So probierten wir den Mahlstein, fassten die Wolle an und probierten die Wikingerspiele. Im zweiten Raum kann man sich auf den Thron setzen und Helme und Kettenhemd anprobieren. Achtung, dieses ist ziemlich schwer und bei Frauen nicht sehr schmeichelhaft ;-) Auch Waffen stehen herum. Schon allein das Langhaus lohnt also einen Besuch. Das nachgebauchte Wikingerschiff (Die originalen Überreste befinden sich im Museum in Oslo, welches wir im letzten Jahr besucht haben) liegt ca. 1,5 km weiter unten am Innerpollen (See). Wir gingen zunächst zum Wohnmobil zurück und fuhren ehrlich gesagt ein Stück dorthin, da wir gleich die Hunde mitnehmen wollten, die im Museum natürlich nicht erlaubt waren. Das letzte Stück liefen wir dann mit den Hunden, jedoch waren wir etwas enttäuscht, dass das Boot so am Hafen lag, dass man es gar nicht richtig sehen oder überhaupt fotografieren konnte. Auf dem Rückweg übten wir uns noch im Axtwerfen und stellten uns anscheinend gar nicht so schlecht an ;-) und fuhren dann auch schon weiter.
Wir hielten beim Rastplatz „Gimsoystraumen“ und machten ein paar Fotos. Die Landschaft war wirklich wunderschön und schon kam auch der Abzweig zum Strand Uttakleiv. Man kommt auf der Strecke an mehreren Stränden vorbei und fährt durch einen einspurigen Tunnel mit Ausfahrbuchten. Und auf einmal war es komplett neblig. Nichtsdestotrotz fuhren wir weiter. Zunächst mussten wir feststellen, dass es sich beim Zugang zum Strand um eine Privatstraße handelt, die für ein Auto 20 Kronen kostet. Auch Übernachten mit dem Wohnmobil ist gegen Bezahlung möglich, natürlich alles auf Vertrauensbasis. Wir fuhren also die Straße nach oben, als wir auch geschockt feststellen mussten, dass die komplette Umgebung im Hochnebel versunken ist. Der Strand war schön, jedoch inzwischen auch sehr touristisch ausgebaut, so gibt es auch Sitzbänke, die uns ein bisschen zu futuristisch erschienen. Im Wasser befanden sich Taucher und auch eine Robbe, die diese immer beobachtete. Die Umgebung konnten wir leider fast gar nicht wahrnehmen, dafür haben wir die Robbe mit ihren großen Knopfaugen einfach eine Weile beobachtet und den Wellengang genossen.
Auf dem Weg zurück haben wir am Hauklandstranda gehalten, welcher mit dem weißen Sandstrand und dem türkisenen Wasser einfach wunderschön war. Auch ein paar Muscheln haben wir hier endlich gefunden. Der Nebel blieb hinter den Bergen und so brachte die Sonne den Sand zum Glitzern und wärmte unsere Haut.
Nun fuhren wir weiter in Richtung Å und hatten eigentlich vor zwischendrin immer mal wieder bei den Orten zu halten, daraus wurde nichts, denn nach kurzer Zeit trat nicht nur Hochnebel ein, sondern genereller Nebel und so sahen wir von Ramberg, Reine, Moskens usw. eigentlich gar nichts. Wir fuhren dennoch weiter, schließlich wollten auch wir einmal in der Stadt mit dem kürzesten Namen der Welt gewesen sein. In Å angekommen war das Wetter natürlich noch nicht besser, wir schnappten uns dennoch die Hunde und gingen hinunter zum Hafen. Der ganze Nebel hatte auch etwas Mystisches. Natürlich hätten wir uns für den kompletten Ausflug gewünscht, dass man hätte weiter als 10 Meter gucken können. Zumal die Landschaft der Lofoten eigentlich mehr als beeindruckend ist. Auch als wir nach Nusfjord gefahren sind, gab es noch keinen Wetterumschwung, also fuhren wir direkt weiter.
Wir bogen dann von der E10 in Richtung Valberg ab, um auch diese Küstenstraße entlangzufahren und dies war sogar eine gute Entscheidung, denn der Nebel hat hier noch nicht Einzug gehalten und so konnten wir wunderbare Bilder der Küste machen und des beginnenden Sonnenuntergangs. Sobald wir wieder auf die E10 kamen, befanden wir uns auch schon wieder in der Nebelsuppe. Wir fuhren bis nach Svolvaer und begannen mit der Campingplatzsuche. Es sollte dann einer außerhalb der Stadt werden – Hammerstad Campingplatz. Ein sehr familiärer Platz, der Besitzer kam auch sofort heraus und hat uns geholfen noch ein Plätzchen zu finden. Er erklärte uns alles und war sehr freundlich. Der Platz kostet inkl. Strom nur 185 NOK und liegt direkt an der Küste und bietet somit auch noch einen schönen Ausblick. Die sanitären Anlagen und den Rest schauen wir uns dann morgen erst an.
Als wir abends noch einmal eine kleine Runde mit den Hunden gegangen sind, haben sich über uns schon wieder die Nordlichter ausgetobt. Also drei Tage in Folge :-)

Gefahren sind wir 330 km.

Briksdalsbreen

Lovatnet

Kjenndalsbreen

Geirangerfjord bei Regen

Landschaft entlang Rv63

Gubrandsjuvet

Atlantikstraße

Trollstigen

Landschaft Norwegens

Regenbogen in Norwegen ;)

Atlantikstraße

Loch des Torghatten

Campingplatz Torghatten

Fahrt nach Bronnoy

Laksforsen

Fahrt entlang Rv76

Blick vom Torghatten

Landschaft Polarkreiszentrum

Helgelandsbrua

Die Sieben Schwestern

Markierung Polarkreis

unser Stein - Polarkreiszentrum

Landschaft Norwegens

Elche

Landschaft Andoyas

Strand Bleik

Küste Andoya

Strand auf Andoya

Küstenlandschaft Andenes

Leuchtturm Andenes

Landschaft Andoyas

Pottwalskelett, Andenes

auf Walsafari, Andenes

Pottwal, Walsafari Andenes

Strand Andenes

Pottwal, Walsafari Andenes

Nordlichter

Gimsoystraumen

Landschaft Lofoten

Borg Wikingermuseum

Hauklandstranda

Lofoten

A i Lofoten

Sonnenuntergang Lofoten

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