Reiseroute Schweden/Norwegen, 2014          (Teil 1)

30. August 2014 - Fahrt nach Ystad

05:45 Uhr fuhren wir in Cottbus los, bei Regen und viel zu früh am Tag, zumal wir den Tag zuvor noch viel zu erledigen hatten. Unsere beiden Chihuahuas sind bei meinen Eltern gut versorgt, dennoch war es komisch die beiden für so lange Zeit dort abzugeben. Wir vermissten die beiden jetzt schon.In Deutschland sind wir selbstverständlich durchgefahren bis nach Rostock. Den Fährhafen fanden wir nicht sonderlich übersichtlich, bzw. auch nicht einladend. Eine Stunde vor Abfahrt sind wir bereits dort angekommen und hatten Mühe uns die Zeit dort zu vertreiben. Die Wartezeit kam uns deutlich länger vor, auch wegen der Vorfreude. Als die Fähre dann einfuhr, ging alles relativ schnell, die Autos und Busse waren schnell verstaut und mit der Abfahrt in Rostock begann auch in unseren Köpfen der Urlaub. Zu der Fährfahrt kann man nicht viel sagen, saubere Fähre, relativ modern, aber außer Essen hatte man eigentlich nichts zu tun. Leider konnte man während der Fahrt nicht mehr zurück auf das Autodeck, um sich z.B. irgendwelche Snacks oder gar die Kamera zu holen. Hätte man das eher gewusst, hätten man all das schon vorher einpacken können. In Gedser am Hafen angekommen, führte uns der Weg direkt zur Öresundbrücke bei Kopenhagen. Die Überquerung der Brücke ist nicht gerade kostengünstig, aber dafür ein Erlebnis wert. Nun waren wir in Schweden und unsere Reise beginnt wirklich. Da wir auf dem Rückweg noch in Malmö übernachten, beschlossen wir die Küstenstraße nach Ystad zu nehmen und passierten zunächst Trelleborg. Wir fuhren durch viele kleine schöne Orte, mit alten schön dekorierten Häusern. Schon jetzt fällt uns auf, es gibt keine Gardinen, jedoch stehen überall schöne Lampen in den Fenstern. Am liebsten hätte man teilweise gerne sofort solch ein Haus gemietet und eine Weile hier verbracht. Die Ostsee war die ganze Zeit in der Nähe, roch jedoch zu diesem Zeitpunkt eher nicht so gut. Wir hielten auch an einigen kleinen Strandabschnitten, diese waren auch mit Algenschlick bedeckt. Aber die Natur ringsherum hatte schon ihren Charme. In Ystad angekommen waren wir zunächst etwas verzweifelt, weil sich die Parkplatzsuche sehr schwer gestaltete, da wir die schwedischen Straßenschilder und Parkautomaten nicht verstanden. Ein älterer Herr hat uns dann geholfen und meinte, dass man am Wochenende auf den gekennzeichneten Parkflächen kostenfrei parken kann. Unser Hotel hatten wir bereits gefunden, es lag direkt in einer Fußgängerzone, sodass wir unser Gepäck auch noch ein Stückchen tragen mussten. Aber die umliegenden Häuser wirkten alle viel kleiner, und niedlicher. Die Hotelpreise in Schweden und erst Recht in Norwegen sind natürlich überteuert, was uns hier auch gleich ins Auge gestochen ist, denn das Hotel war nicht sonderlich groß und das modernste war es leider auch nicht mehr, aber für die eine Nacht hat es vollkommen gereicht. Allerdings würde man in Deutschland natürlich für den Preis etwas anderes bekommen. Wir schauten uns die Stadt dann noch ein wenig an und fanden eine schöne Gasse mit kleinen bunten Häuschen und Fachwerkhäusern. Es wirkte alles so idyllisch und freundlich. In der Nähe des Hotels gab es eine kleine Pizzeria, in der wir uns noch eine leckere Pizza gegönnt haben. Die Preise waren an die deutschen Preise angepasst, sodass man hier noch mit gutem Gewissen etwas essen konnte. Müde von der langen Fahrt gingen wir anschließend wieder zurück zum Hotel und bereiteten den nächsten Tag vor.

 

31. August 2014 - Fahrt nach Borgholm

Der Tag fing leider verregnet an und der Regen brach auch nie so richtig ab. Von Ystad sind wir direkt zum Ales Stenar gefahren. Wir parkten an dem dortigen Hafen und gingen den Weg hinauf, vorbei an einer großen Schafsherde. Die Schiffssetzung ist eine der größten in Schweden und markiert Urnengräber oder allgemein Grabanlagen. Ales Stenar wurde bereits mehrfach restauriert, so wurden die Steine wieder aufgerichtet und der Flugsand entfernt. Aufgrund vieler Untersuchungen konnte die Schiffssetzung auf ca. 600 n. Chr. datiert werden. Teilweise wird auch angenommen, Ales Stenar diente als Sonnenkalender, von den Archäologen wird diese Behauptung jedoch einhellig abgelehnt. Nachdem wir unten am Hafen dann noch ein bisschen die Möwen beobachtet haben, fuhren wir weiter nach Simrisham und schauten uns den kleinen Ort mit der St.-Nikolai-Kyrka an. Auch die Innenstadt war wieder malerisch. Unser Weg führte uns anschließend weiter zur Mittelalterburg „Glimmingehus“. An einer Tankstelle etwas außerhalb von Simrisham mussten wir jedoch nach dem Weg fragen, da die Burg nicht ausgeschildert war. Der nette Herr gab uns gleich kostenfrei eine Karte mit. Gerade als wir bei der Burg angekommen sind, fing es wieder stärker an zu regnen. Wir schauten uns kurz das Gelände der Burg an. Auf dem Hof stand sogar ein Pranger. Die Burg haben wir nicht von Innen besichtigt, da wir u.a. auch noch zu dem Stenshuvud Nationalpark wollten. Wir kamen vorbei an Kivik und sahen die vielen Apfelplantagen, für die die Gegend bekannt ist. Wir fuhren zunächst Richtung Karlshamn, als wir dann aber die Ausfahrt zum Nationalpark sahen, sind wir direkt abgebogen. Der Park ist eigentlich nur 3,9 km² groß, um jedoch alles erkunden zu können, benötigt man dennoch seine Zeit, so sind wir zumindest hinunter zum Strand gegangen. Das Wetter wurde etwas besser, die Sonne ließ sich dennoch nicht blicken. Allerdings hatten wir dadurch auch einen schönen Wellengang. Das war der erste Strand, an dem keine stinkenden Algen lagen und so genossen wir das Rauschen der Wellen und die frische Luft. Es war bereits Mittag und somit steuerten wir jetzt direkt Öland an. Unterwegs kamen wir an einem schönen Wildreservat vorbei, die Durchfahrt hätte über eine Stunde gedauert, sodass wir voraussichtlich erst gegen 17 Uhr überhaupt auf Öland angekommen wären, also mussten wir das leider auslassen, was wirklich schade war, auf der anderen Seite, fing es auch kurze Zeit später wieder stark an zu regnen. Am Anfang taten wir uns noch schwer mit den Straßenschildern, doch langsam verstanden wir, was die Symbole bedeuteten. So deuten braune Schilder z.B. auf eine Sehenswürdigkeit hin, doch leider kann man vom Namen der Sehenswürdigkeit nicht ableiten, was es genau ist. So haben wir viel nicht angeschaut, weil wir nicht erahnen konnten, was uns dort erwartet und dann z.B. nur für ein kleines Denkmal extra einen Umweg fahren erschien uns nicht als sinnvoll. Zumal die Reiseführer natürlich auch nicht alle Sehenswürdigkeiten auflisten. Wir kamen dann aber auf alle Fälle bei Kalmar an und sind die ca. 6 km lange Brücke hinüber nach Öland gefahren. Sogar die Sonne kam jetzt heraus und hieß uns auf der Insel willkommen. Öland bietet eine komplett andere Landschaft und vor allem auch ein anderes Klima als die Küstenregion Schwedens. Teilweise nahm die Natur steppenartige Züge an. Öland bietet sehr viel Sehenswertes, weshalb man hier hätte eigentlich mindestens einen extra Tag einplanen müssen, was aber leider nicht machbar war. So genossen wir halt das, was wir alles sehen konnten. Schon alleine die vielen umherstehenden Windmühlen hatten ihren eigenen Charme. Vor Borgholm lag die Ruine des Borgholm Slott. Wir kamen gerade an, als es auch bereits geschlossen wurde. So viel Vorteile es auch hat, außerhalb der Feriensaison unterwegs zu sein, kleine Nachteile ergeben sich dennoch und das ist z.B., dass Attraktionen immer viel eher schließen oder gar nicht geöffnet haben. Wir gingen dennoch einmal ringsherum, denn auch von außen konnte das Schloss mit der Größe und die damit symbolisierte Macht begeistern. Direkt daneben liegt das Schloss Soliden, welches der Sommersitz der schwedischen Königsfamilie ist. Auch hier war das Tor bereits zu, die Gärten sollen aber sehr schön sein. Anschließend sind wir dann direkt nach Borgholm gefahren. Der Ort ist in unseren Augen noch schöner, als die anderen, die wir bisher gesehen haben. Richtig begeistert sind wir jedoch von unserem Hotel (Villa Ingrid), es ist so süß und einladend. Es ist eher eine kleine Stadtvilla mit untervermieteten Zimmern. Die Räume sind schön eingerichtet und man konnte sich auch schön draußen in den Garten setzen. Wir brachten unser Gepäck aufs Zimmer und gingen dann auch schon wieder los zur Fußgängerzone bzw. somit auch hinunter zum Hafen. Da gerade die Sonne unterging hatten wir ein sehr schönes Licht. Direkt am Hafen lag ein schönes Restaurant, allerdings gab es keine große vegetarische Auswahl, sodass wir uns in der Nähe in einem gut besuchten Restaurant niederließen und uns wieder eine Pizza bestellten. Der Tag war damit auch wieder viel zu schnell um. Morgen planen wir hoch in die nördliche Gegend von Öland zu fahren und danach dann Stockholm anzusteuern.

 

1. September 2014 - Fahrt nach Stockholm

Also ich muss es noch einmal wiederholen: Unser Hotel war echt super. Wir waren vom Frühstück sehr beeindruckt, da denkt man außerhalb der Saison, wo ohnehin nicht mehr viele Gäste da sind, werden die Standards zurückgeschraubt und dann so was. Das Frühstück war reichhaltig, es war von allem was da und der Frühstücksraum war so detailreich dekoriert und das Frühstück auch sehr schön angerichtet. Zudem sitzt man im Wintergarten und hatte bei dem Sonnenschein einen schönen Ausblick auf den Garten. Nach dem üppigen Frühstück haben wir ausgecheckt und sind Richtung Byrum gefahren, um uns dort „Byrum Raukar“ anzuschauen, diese liegen an der Westküste Richtung Norden. Unterwegs konnten wir unseren Augen kaum glauben. Wir hatten super Wetter, was die Landschaft von Öland nur noch schöner machte. Teilweise flogen steppenartige Wiesen an uns vorbei, sowie weiterhin viele grasende Kühe und die schönen Mühlen. Doch auf einmal, sahen wir sogar Kamele. Wir konnten auf die Schnelle kein Foto machen, aber sie waren real und haben gemütlich neben ein paar Kühen gegrast. Endlich erreichten wir unser Ziel. Die Strecken sehen auf den Landkarten immer gar nicht so groß aus, aber wir haben jetzt doch eine Weile gebraucht, zumal wir den gleichen Weg auch wieder zurück fahren müssen, um wieder über die Brücke nach Kalmar zu fahren. Die Kalksteinsäulen (Rauken) gehören zu einem Naturschutzgebiet. Wir hatten das Gebiet fast wieder ausnahmslos für uns und haben alles ganz genau erkundet, zudem konnte man viele Fossilien finden, was alles für uns noch interessanter machte. Der Ausflug hatte sich wirklich gelohnt, zumal wir selber Fossilien nur aus dem Museum kannten. Wir fuhren wieder zurück. Das Gebiet bei der Brücke sah sehr schön aus, vorgelagerte Inseln und Wälder luden eigentlich dazu ein, ein bisschen spazieren zu gehen. Auf dem Festland angekommen schauten wir uns noch schnell das Schloss in Kalmar zumindest von außen an. Der straffe Zeitplan und auch der schwedische Parkautomat (keine Ahnung wie man den hätte bedienen sollen) haben nichts anderes zugelassen. Das Schloss liegt jedoch vor einer schönen Park- bzw. Seeanlage. Auf den Wiesen watschelten ein paar Gänse durch die Gegend. Weiter ging es nach Västervik, eigentlich wollten wir uns hier die Burgruine anschauen, jedoch war mal wieder nichts ausgeschildert, sodass wir beim Hafen blieben und einfach einen McFlurry vom benachbarten McDonalds geholt haben. Das Eis genossen wir auf den Bänken am Hafen, von hier hatte man einen schönen Blick auf das Warmbadehaus, danach sind wir noch ein bisschen durch die Gassen gelaufen. Zudem stoppten wir kurz bei der Båtsmansgränd, mit alten Bootsmannhäuschen aus dem 18. Jahrhundert, die heute als Ferienhäuser dienen. Die Landschaft unterwegs war sehr schön, die Wälder sind bemoost und überall sind große Felsen, die mit Moos und Erika bewachsen sind. Das Farbenspiel von lila, grün, gelb und mint sieht atemberaubend aus. Wir haben an einem Rastplatz gehalten, in der Hoffnung, dort ein schönes Bild von dem blühenden Erika und dem farbenfrohen Gräsern machen zu können. Erika fanden wir hier ausnahmsweise leider nicht, aber einen Weg hinunter zu einem See. Was natürlich auch schön war. Anschließend steuerten wir langsam Nyköping an, als eine Ausfahrt zur Stegeborgs Slottsruin kam. Wir konnten nicht ahnen, wie schön dieser Weg werden würde. Wir fuhren einige Schlängelstraßen entlang, durch schöne Natur und an den Straßenseiten zogen teilweise süße kleine Häuser vorbei. Alle schön gepflegt und einladend. Die Ruine war gerade wegen Bauarbeiten geschlossen, jedoch liegt diese vor einem See und man hat von der Brücke aus einen schönen Blick auf die Schlossruine und den gegenüberliegenden Hafen. Wir konnten jedoch kurz hineingehen, da zumindest das Tor offen stand. Als wir weiterfahren wollten, haben wir registriert, dass dies nur mit der Fähre über einen kleinen Fluss geht. Damit hatten wir erst nicht gerechnet und auch gleich an die Fährkosten gedacht. Aber anscheinend ist dies hier so etwas wie ein notwendiger Linienbus, denn es kostete uns nichts. Insgesamt mussten wir sogar zwei Fähren nehmen, denn ein kurzes Stückchen weiter kam die nächste Fährstation. Wir fuhren diesmal endgültig weiter Richtung Nyköping und haben hier bei einem Rastplatz noch kurz gepicknickt. In Nyköping angekommen, mussten wir aufgrund der „ausführlichen Ausschilderung“ wieder die mittelalterliche Burgruine Nyköpinghus suchen. Nach kurzer Suche haben wir diese auch gefunden. Die Anlage hatten wir uns etwas besser vorgestellt. Wir sind relativ schnell wieder aufgebrochen und direkt bis nach Stockholm durchgefahren, da wir die Fahrt im Dunklen vermeiden wollten. Es fing bereits an zu dämmern, als wir in Stockholm angekommen sind. Die Parkgarage des Best Western war sehr abenteuerlich. Das Tor musste selbst aufgeschlossen werden und es war kein übliches Garagentor, sondern eher eine Tür, die noch weiter geöffnet werden konnte, ähnlich wie bei Balkontüren. Der Platz war sehr begrenzt und Licht so gut wie gar nicht vorhanden. Endlich auf dem Hotelzimmer angekommen, sind uns auch schon die Augen zugefallen.

 

2. September 2014 - Stockholm

Nach dem reichhaltigen Frühstück im Hotel haben wir uns auch schon in das Stockholmer „Stadtleben“ gestürzt, denn es gibt viel zu sehen. Direkt neben unserem Hotel steht die Johannes Kyrka und der Friedhof von dieser Kirche scheint auch als Park zu dienen. Danach sind wir erst einmal Richtung Hafen und der dortigen Oper gelaufen und dann am Wassergraben entlang zum Stadshuset, in dem die Nobelpreise verliehen werden. Im Übrigen hatten wir den ganzen Tag super Wetter und in der Sonne war es wirklich angenehm warm. Das Stadshuset passt unserer Meinung nach nicht so richtig in das Bild, da es bereits modernere Architektur ist. Von dort führt eine Brücke hinüber zur Insel Gamla Stan, wo wir uns die dortigen Gebäude und den Palast angeschaut haben sowie u.a. auch die Riddarholmskyrkan. Vor dem Palast liegt ein Graben mit dem Mittelaltermuseum. In diesem Wassergraben ist ein Mann in einem Anzug mit einer Art elektrischem Surfbrett durchgefahren und ein anderer hat es mit einer Hubschrauberdrohne gefilmt. Das war ein seltsamer Moment J Von diesem Teil der Insel sind wir wieder zurück über die Strömbron zum „Festland“ gelaufen und am dortigen wunderschönen Hafen entlang zur Museumsinsel „Djurgården“. Die Sonne hat inzwischen so in den Augen gebrannt, dass wir uns kurz bei einem Café an der „Strandpromenade“ setzten und ein Eis gegessen haben. Die Insel „Skeepsholmen“ haben wir nicht besucht, jedoch vom Hafen aus die dortigen schönen Museen gesehen. Wir liefen entlang der Strandvägen mit den schönen Altbauten. Auf dem Weg zur Insel mit dem Vasa Museum und Skansen fiel einem gleich auch das „Nordiska Museet“ ins Auge. Es wirkte eher wie eine alte Kirche oder ein Palast. Extrem beeindruckend. Beim Vasa Museum mussten wir uns draußen kurz anstellen, jedoch war der Andrang jetzt in der Nebensaison tatsächlich noch händelbar. Das Museum hätte ohne den herausragenden Mast eher unscheinbar ausgesehen, jedoch löst das Innenleben ein Staunen aus. So etwas hatten wir beide noch nicht gesehen und werden wir voraussichtlich auch nirgends anders sehen. Man sieht zunächst ein riesengroßes altes Schiff und nach und nach lernt man viel über die Geschichte dieses Kriegsschiffes, denn im Museum wird alles auf den vielen Etagen sehr anschaulich dargestellt. Und immer wieder fällt der Blick auf das Schiff und die vielen aufwendigen Holzschnitzereien ringsherum. Ein einmaliges Bild.Als nächstes machten wir uns auf den Weg zum Skansen Museum. Für das Freilichtmuseum müsste man eigentlich schon einen kompletten Tag, wenn nicht sogar mehr, einplanen, denn das Areal ist riesig, aber wir haben ja flinke Füße. Das Museum bietet so viel. Gerade in der Hauptsaison ist es sicherlich noch interessanter, da noch mehr Schausteller mitwirken und quasi ein Leben im damaligen Schweden symbolisieren. Ansonsten hat man einen sehr guten Eindruck vom historischen Schweden erhalten und kann sich inzwischen vorstellen, wie die Wohnungen und gar Behausungen in den verschiedenen Jahren aussahen. Es gab sogar ein „kleines Dorf“ mit alten Geschäften, wie z.B. einer Glaserei, einer Bäckerei, einer Apotheke oder ein Konsum, sogar ein Studentencafé. Man erhielt einen Einblick in viele Häuser, z.B. Bauern- bzw. Farmhäuser, Schulen oder sogar einer Backstube, in der auf traditionelle Art und Weise Knäckebrot hergestellt wurde. Die Häuser wurden in verschiedenen Teilen Schwedens abgebaut und im Museum wieder aufgebaut. Wie dies funktioniert, ist uns ein Rätsel und umso beeindruckender. Zum Skansen gehört auch ein Zoo, Highlight der Tierwelt waren für uns jedoch ein Reh, welches gemütliche abseits des Zoos graste und dort auch anscheinend als Tier nicht vorgesehen war und ein Eichhörnchen, welches sich bereits an die Besuchermassen gewöhnt hatte und entsprechend vor uns seine Nuss knabberte. In dem „Studentencafé“ und der Bäckerei gönnten wir uns ein paar schwedische Leckereien. Die Aufhäufung der Kuchen und Gebäcke sah einfach zu köstlich aus, als das man hätte dran vorbei gehen können. Am Ende des Rundgangs qualmten uns die Füße und wir suchten den schnellsten Weg zum Hotel zurück. Vor Erschöpfung aufs Bett fallend, ging auch dieser Tag schon wieder zu Ende. Die ganzen Eindrücke, die wir heute erhalten haben, kann man kaum in Worte fassen. Dieser Tag war voller neuer und vor allem auch schöner Dinge. Stockholm haben wir auf alle Fälle gleich in unser Herz geschlossen, auch wenn wir eigentlich nur einen groben Überblick über die Stadt erhalten haben. Sobald man ankommt fühlt man sich wohl und irgendwie auch ein Stück zu Hause. Gerade am Hafen hätte man bei dem schönen Sonnenschein ruhig noch eine Weile länger sitzen können. Dies hat sich anscheinend auch ein Fischer gedacht, denn es lag ein Boot vor Anker, welches komplett häuslich eingerichtet war und nicht so aussah, als würde es sonderlich oft auslaufen. Das ist sicherlich auch eine schöne Art zu leben.

 

3. September 2014 - Fahrt nach Sundsvall

Heute hielten wir zuerst in Sigtuna. Eigentlich wollten wir hier alte Kirchruinen und ein Museum anschauen, jedoch war auch hier die Ausschilderung wieder so schlecht, dass wir zwar das schöne Ufer des Sees (Sigtunafjärden ein Seitenarm des Mälaren) gefunden haben, aber zunächst keine einzige Ruine in Sicht war. Nach längerer Suche, haben wir dann noch eine der Kirchruinen gefunden. Welche Ruine das jedoch war, wissen wir nicht, denn auch das stand nicht dran. Eine Informationstafel inkl. Erklärungen fehlte leider auch. Von hier ging es dann weiter nach Uppsala. Ehrlich gesagt, waren wir jedoch von Uppsala wirklich enttäuscht, es kann nicht mit den vielen kleinen malerischen Orten konkurrieren, die wie vorher gesehen haben. Wir haben uns aber immerhin den dortigen Dom St. Erik angeschaut, welches das höchste Kirchengebäude Skandinaviens ist. Der vergoldete Schrein und der Hochaltar innen wirkten sehr imposant. Das Universitätsviertel ein Stückchen weiter war kaum zu beschreiben, prachtvolle Bauten und Gärten, die Studenten hatten wirklich allen Luxus. Bereits bei der Weiterfahrt, bzw. auf der Suche nach dem Ausweg aus Uppsala, haben wir auf einem Berg in einem Waldstück einen Turm gesehen. Wir sind dann zu dem Wald bzw. Berg gefahren und haben den kurzen Weg nach oben bestritten für einen „seltsamen“ Turm, dessen Bedeutung wir nicht kennen. Auch nach weiteren Recherchen haben wir dies nicht in Erfahrung bringen können. Vielleicht hätten wir noch schöne Ecken in Uppsala entdeckt, wenn wir noch ein bisschen gesucht hätten, aber die Fahrt sollte ja auch weiter gehen.

Wir entdeckten noch einen Abzweig nach „Gamla Uppsala“ und sind zu den dortigen Wikinger-Hügelgräbern gefahren. Erst am Ende unserer Reise, haben wir wirklich begriffen, was wir dort gesehen haben. Dazu kommen wir dann später noch. Am 03.09.2014 sah es für uns eigentlich eher einfach nur nach Hügeln aus und die Wikingergräber konnten wir nur erahnen. Teilweise lagen größere Steine herum, ob die eine größere Bedeutung hatten wissen wir auch nicht. Es gibt sowohl Hügelgräber, als auch ein angrenzendes Grabfeld, welches ca. 2000 bis 3000 Gräber enthält. Die Gräber entstanden in unterschiedlichen Epochen. Neben dem Gelände steht eine schöne alte Kirche mit einem separaten Glockenturm. Nachdem wir uns noch ein bisschen umgesehen haben, sind wir Richtung Gävle gefahren, jedoch haben wir hier nicht einmal gehalten. Einige der dortigen Bauten sahen zwar interessant aus, jedoch wirkte die Stadt auf uns allgemein nicht sehr einladend.

Anschließend fuhren wir weiter Richtung Sundsvall und wollten unterwegs eigentlich an einigen Rastplätzen halten, jedoch haben wir immer wieder die Ausfahrt verpasst und hielten schließlich am „Tönnebro Värdshus“. Hier am See haben wir unsere Essensvorräte etwas minimiert. Wir sind wieder einem Sehenswürdigkeitenschild gefolgt und von der Autobahn abgefahren, jedoch kam danach nichts mehr. Was auch immer es war, wir haben es nie gefunden. Diese Beschilderung hier verbreitet teilweise wirklich schlechte Laune. Das Hotel in Sundsvall haben wir schnell gefunden. Auf der Suche nach etwas Essbarem haben wir dann auch Sundsvall halb umrundet. Zumindest sind wir durch die Fußgängerzonen gelaufen. Überall standen verschieden bemalte und dekorierte Drachen, welche sehr süß waren. Am besten hat uns u.a. der gefallen, der gleichzeitig auch ein Wasserspender war oder der, der mit zahlreichen Comicbemalungen verziert war. Alles in allem scheint es eine sehr schöne Stadt zu sein. Die Geschäfte waren leider jedoch alle schon geschlossen, nur einige der Restaurants oder Bars hatten noch offen. Wir suchten immer noch eine kleine weiße Stehlampe für unser Fensterbrett, sowie sie hier überall stehen. Jedoch immer noch ohne Erfolg. Eingekehrt zum Essen sind wir schließlich in einem Max, welches eine schwedische, jedoch sehr leckere, Fastfood-Kette ist. So lange möglich, wird dies sicherlich nicht der letzte Besuch im Max gewesen sein. Stephan aß ein paar vegetarische Burger und dazu hatten wir beide einen extrem leckeren Lyxshake. Das sind große Milchshakes mit Eis und in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Stephan hatte Schokolade und ich Blaubeere. Die Shakes waren die besten Milchshakes die wir je getrunken haben und trinken werden.

 

4. September 2014 - Fahrt nach Umeá

Als wir heute früh das Auto anließen, ging die Motorlampe an. Wir sind zunächst bis Härnösand weitergefahren, weil wir hofften, was von alleine angeht, geht auch von alleine aus. Jedoch leider nicht, so haben wir dann den Mercedes Service angerufen. Zum ersten Mal brach unser Kontakt ab und als wir noch einmal die Warteschleife durchbrochen haben, sagten sie uns nur zu, eine Werkstattadresse herauszusuchen, zu der wir dann fahren sollen. Wir sind also erst einmal weitergefahren, damit wir nicht so viel Zeit „verplempern“. Als wir den Motor nach dem Tanken wieder gestartet haben, war die Lampe auf einmal aus und wir hofften, dass sie nicht einfach wieder angeht. Härnösand war okay, jedoch nichts Besonderes mehr. Danach fuhren wir über eine große Hängebrücke, die „Högakustenbron“ ist das zweithöchste Bauwerk Schwedens. Direkt nach der Brücke kam eine Ausfahrt zum Hotel Höga Kusten. Gleichzeitig ist dies auch ein schöner Rastplatz mit einem großen Spielplatz sowie einem wunderbaren Wanderweg. Zunächst mussten wir erst einmal ein Bild von der Aussicht machen, denn man hatte einen wunderbaren Blick auf die Brücke, über die wir gefahren sind. Danach probierten wir natürlich erst einmal den Spielplatz und alles was er zu bieten hatte, u.a. auch ein Wasserspritzdingens, bei dem Wasserstrahlen aus verschiedenen Löchern aus dem Boden kam. Anschließend nahmen wir dann auch den Wanderweg, der über Steine, Erika und hellgrünem Moos auf einen Hügel hinauf führte und einen wahnsinnigen Ausblick auf die Küste und die umliegenden Inseln bot.

Anschließend fuhren wir weiter zum Skulleskogen Nationalpark, wanderten dort hinunter zum See. Die Natur war wirklich wunderschön und wir genossen die Zeit in der Stille. Als wir dann weitergefahren sind, fuhren wir ab und an mal von der Schnellstraße, etwas Interessantes gefunden haben wir jedoch leider nicht. Wir hielten wieder bei einem Max um dort zu essen, nachdem wir den Tag zuvor schon von dem Lyxshake nicht genug bekommen konnten. Anschließend hielten wir noch an einem Campingplatz „Salusand“. Auch hier testeten wir den Spielplatz mit den Schaukeln und dem Trampolin. Anschließend gingen wir noch zum dortigen Strand. Auf dem Campingplatz war nichts los und man hatte komplett seine Ruhe und konnte schön rumalbern und Kind sein. Danach machten wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Ziel Umeá. Leider finden wir die Stadt nicht so schön, aber das macht nichts, da sie ja sowieso nur zur Übernachtung dienen soll. Morgen steuern wir dann endlich Lappland und somit auch das Nordkap an. In Umeá fanden wir jedoch noch einen schönen Lampenladen, jedoch wissen die Schweden auch, dass man hier mit Stehlampen viel Geld verdienen kann, denn diese waren nicht gerade günstig und wir suchten ja nur nach einem einfachen Mitbringsel.

 

5. September 2014 - Fahrt nach Jokkmokk

Frühs sind wir wie immer direkt nach dem Frühstück aufgebrochen. Unser erster Halt war bei einem Coop Forum Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Der Markt ist der Wahnsinn, dort gibt es wirklich alles, sogar eine Baumarktabteilung. Aber immerhin haben wir unsere weiße Stehlampe bekommen und die Süßigkeitenvorräte wieder aufgestockt. In Schweden gibt es die Gummitiere nicht direkt abgepackt, sondern alle einzeln in Regalen, sodass man sich seine Mischung selber zusammenstellen kann. Stephan mochte am liebsten die Cola-Ferraris, da diese immer extrem hart waren und man davon einen Kiefernbruch erlitten hat. Genau in der Ecke haben wir dann durch Zufall auch das Mercedes Autohaus gefunden. Kaum ein paar 100 Meter hinter dem Autohaus ging wie auf Bestellung unsere Motorlampe wieder an und wir konnten sogleich wieder umdrehen und das Auto zu Mercedes bringen. Nach langer Erklärung haben die sich doch dazu bereiterklärt, den Fehler mal auszulesen. Wir bekamen einen Mietwagen, sodass wir in der Stadt noch mobil waren und mussten auf einen Anruf vom Autohaus warten. In der Zeit haben wir uns das Västerbottons Freilichtmuseum in Umeá/Gammlia angeschaut. Das Museum war wirklich gut und hat viel geboten, zudem ist es auch noch kostenfrei. Man hat viele Einblicke in die Häuser erhalten und auch in dem Museumsgebäude gab es Einiges zu sehen, so u.a. den ältesten Ski der Welt. Danach sind wir wieder zu einem Max gefahren und haben dort Mittag gegessen, als auch gegen 15.15 Uhr der ersehnte Anruf des Autohauses kam. Wir hatten schließlich noch ein weiten Weg vor uns und wollten eigentlich nicht im Dunkeln fahren, was sich jetzt mehr oder weniger nicht mehr vermeiden ließ. Wir sind schnell zum Autohaus gefahren, haben uns für die schnelle Hilfe bedankt und mussten für die Reparatur Gott sei Dank nichts bezahlen, da das Auto noch kein Jahr alt war. Also hatten wir Glück im Unglück. Dann ging es ohne Umwege auf nach Jokkmokk, wir wollten zumindest die großen Stromschnellen „Storforsen“ noch im Hellen erreichen. Wir hielten lediglich kurz beim Campingplatz „Jävre Port“, welcher sehr schön war und direkt am Wasser lag und es gab sogar einen kleinen Leuchtturm. Auf den Weg zu den Storforsen sind vor uns noch ein paar Rentiere auf die Straße gelaufen, die aber schnell wieder im Wald verschwunden sind und anscheinend den Bauern in der Umgebung gehörten, denn eines der Rentiere hatte eine Glocke um den Hals gebunden. Schließlich erreichten wir die Storforsen, sogar noch im Halbhellen. Das Gelände ringsherum hat schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen, die Stromschnellen selbst waren noch beeindruckender und machten sprachlos. Die Kraft des Wassers war so faszinierend, die Wassermassen, die hier sprudelten waren einfach unglaublich. Da es allmählich dunkler wurde, rissen wir unseren Blick nach einer Weile los und setzten unseren Weg fort, denn bis nach Jokkmokk hatten wir noch ein paar Kilometer vor uns und aufgrund des vielen Wilds wollten wir eher langsamer fahren. Wir überquerten noch den Polarkreis und hielten bei dem entsprechenden Schild an, um ein Bild zu machen und kamen komplett übermüdet in Jokkmokk an. Die Geschäfte hatten bereits geschlossen, sodass wir leider auch hungrig ins Bett gegangen sind.

 

6. September 2014 - Fahrt nach Kautokeino

Heute haben wir unser Hotel in Jokkmokk das erste Mal im Hellen gesehen, es liegt direkt an einem kleinen schönen See. Das Frühstück war sehr lecker und vielseitig. Heute geht die Fahrt durch Finnland Richtung Kautokeino, also immer nördlicher. Der erste Stopp, mehr oder weniger, war am Muddus Nationalpark. Leider haben wir die richtige Einfahrt verpasst. Jedoch führt der Park ein kurzes Stück auch an der Straße entlang, sodass wir doch einen kurzen Blick auf die Landschaft erhaschen konnten. Kurz danach erreichen wir auch schon Gällivare und den dortigen Berg Dundret, welches auch zu einem Naturreservat gehört. Die Aussicht vom Berg war zwar schön, hätten wir uns jedoch etwas anders vorgestellt. In Gällivare waren wir auch noch einmal in einem Coop Forum und einem Krims-Krams-Geschäft, quasi so etwas wie McGeiz nur riesengroß. Dort haben wir auch ein paar hilfreiche Sachen gefunden. Danach ging es dann wirklich weiter Richtung Norwegen bzw. sogar Finnland. Was uns immer mehr auffällt, ist wie die Natur sich verändert, es gibt nur noch Birken und keine anderen Laubbäume mehr, auch der Herbst ist hier bereits ausgebrochen. Die Nadelbäume wurden immer weniger und später in Kautokeino gibt es sogar nur noch Birken, die schon fast all ihre Blätter verloren hatten und natürlich verschiedene Gräserarten. Auf dem Weg dorthin kamen wir an vielen Seen und Sumpflandschaften vorbei. Die Natur war wirklich atemberaubend und komplett anders, als das was wir bisher gesehen haben. In Finnland hielten wir bei einem Aussichtspunkt auf den See „Sotkajärvi“. Hier gab es einen Hochstand, von dem man einen schönen Ausblick auf den See hatte und auch einen Platz mit Feuerholz, um ein Lagerfeuer zu machen. Wir haben auf dem Hochstand ausgiebig gepicknickt und machten uns dann wieder auf den Weg. Hin und wieder hielten wir auch an weiteren Seen, die Umgebung war wirklich schön. Schließlich durchquerten wir die Grenze von Norwegen und kamen kurz darauf in Kautokeino an. Die Stadt ist leider nicht so groß wie man denkt und bietet auch nicht allzu viele Möglichkeiten. Das Hotel war ganz okay, jedoch war es auch das einzige Hotel hier in der Gegend, sodass die Preise entsprechend angepasst waren. Wir suchten nach einem Restaurant und versuchten zum Schluss unser Glück im Hotelrestaurant, jedoch gab es auch hier nichts Vegetarisches, eher sogar noch schlimmer, es gab nur Rentier oder Elch. Was nicht nur für Stephan nicht in Frage kam, sondern auch natürlich für mich nicht. So gingen wir auch an diesem Abend wieder ohne Abendessen ins Bett. Aber wie schon gesagt, der Weg hierher hat das alles eigentlich entschädigt und dass es gerade im Norden schwieriger wird mit dem Essen, damit haben wir schon fast gerechnet.

 

7. September 2014 - Fahrt nach Honnigsvag

Das Frühstück im Thon Hotel Kautokeino war zu gut um wahr zu sein und das Beste, welches wir je in einem Hotel hatten. Da war es gut, dass wir den Abend zuvor quasi hungernd ins Bett gegangen sind. Es gab wirklich alles, sogar laktosefreien Kuchen oder Mousse Chocolate. Es wurde auch frischer Blaubeersmoothie verteilt. Ein weiteres Highlight waren auch die hoteleigenen Rentiere, die draußen friedlich grasten. Darunter war auch ein schönes weißes Rentier, welches richtig hervorstach. Nachdem wir uns komplett satt gefuttert hatten, gingen wir noch kurz raus und versuchten das Gehege der Rentiere zu erreichen, was uns teilweise gelang, jedoch waren diese komplett eingezäunt, sodass ein komplettes Herankommen leider nicht möglich war. Freie Rentiere haben wir jedoch noch nicht gesehen und auch ein Elch hat sich bei uns noch nicht blicken lassen. Wir checkten aus und setzten unsere Reise zum Nordkap voller Spannung fort. Bereits kurze Zeit nachdem wir losgefahren sind, hielten wir an einem Rastplatz, an dem ein Fluss vorbei führte. Es gab sogar wieder eine Schaukel, die wir beide wieder ausgiebig testeten. Wir fanden einen riesengroßen Pilz, der größer war als Stephans ausgebreitete Hand. Was wir erst später sahen: In den Gebüschen neben uns lagen zwei Rentierüberreste, wahrscheinlich von Wölfen gerissen. Die Vegetation hat sich ständig geändert, teilweise kamen wieder mehr Nadelbäume vor und die Anzahl der Birken nahm ab und andere Sträucher kamen jedoch wieder hinzu. Und dann auf einmal, wie mit dem Lineal gezogen, wuchsen nur noch Gräser und Moos. Wir fuhren die Straße am Posangerfjord entlang und nicht die Strecke durch Alta durch, sodass wir einen wunderschönen Ausblick genießen konnten. Zuvor führte die Strecke an einem Fluss entlang. Dort fanden wir das alte Feldlazarett Skoganvarre der Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg, welches von den Deutschen am Ende des Krieges selbst zerstört wurde. Man konnte sich die Überreste noch anschauen und bekam gleich ein bedrückendes Gefühl, jedoch war dies auch sehr interessant. Man musste über eine Hängebrücke gehen, um zu dem Rundgang zu gelangen. Zwischen den Kratern der Bomben sah man viele alte Bettgestelle, Öfen und sogar noch gut erhaltene Sportschuhe. Man wollte sich ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen, wie es hier aussah, als der Krieg noch tobte. Wir fuhren weiter und die Landschaft wird bergiger und man hat teilweise das Gefühl, dass der Herbst hier wiederum noch nicht so vorangeschritten ist.

Wir hielten nun direkt am Meer. Hier gab es eine kleine Meereszunge, die wir entlanggewandert sind. Die Sonne hing zwischen den Wolken und bot zwischen den Bergen ein schönes Motiv. Das Wasser war so viel schöner und klarer, fast schon Türkis, als das an der Ostsee. Wir genossen die kurze Zeit hier am Wasser und setzten unsere Reise fort. Wir haben jetzt sogar unsere anscheinend ersten wilden Rentiere gesehen – sogar mehrere. Das Wetter könnte besser sein, aber ab und an kam die Sonne wieder durch. Die Strecke liefert wirklich einzigartige Aussichten. Wir passierten den ersten Tunnel, den Skarvbergtunnel, der sehr eng und beklemmend war. Die Steinwände schwebten quasi direkt an einem vorbei und man hatte durch die Dunkelheit nicht wirklich einen guten Blick auf den Seitenstreifen bzw. Bordstein. Weitere Tunnel folgten, so auch der steil abfallende und 6875 m lange Nordkaptunnel. Dieser führt unter dem Meer hindurch und zu unserem Glück ist er seit gut zwei Jahren mautfrei. Wir sahen noch weitere Rentiere und wunderten uns schon, warum wir hier auf Magerøya mehr Rentiere sahen als auf dem ganzen Weg hierher, wo doch keine Vegetation oder Rückzugsorte vorhanden sind. Die Antwort liefert uns Wikipedia. Die Rentiere werden in den Sommermonaten von den Samen der Stadt Karasjok mit Lastwagen und Landungsbooten zur Insel transportiert und am Ende der Saison sind die Rentiere so weit zu Kräften gekommen, dass sie den Weg zurück zum Festland alleine schwimmend zurücklegen.In Honnigsvag angekommen checkten wir nur schnell ein und fuhren gleich weiter zum Nordkap. Leider fing es jetzt auch an zu Regnen und die Sonne hatte sich tief hinter den Wolken vergraben. Das Wetter hier oben ist ja bekanntlich sehr wechselhaft, also stellten wir uns jetzt auf alles ein. Es war aber Gott sei Dank noch hell, sodass wir hofften, trotzdem etwas zu sehen. Der Weg war noch länger als wir dachten und mit jedem Meter den wir fuhren wurde es nebliger. Pflanzen gab es keine mehr, nur Steine und Moos. Wir kamen beim Nordkap an, was wir nur durch ein Schild direkt neben uns bemerkten. Den Parkplatz oder gar die Nordkaphallen konnten wir aufgrund des Nebels gar nicht sehen. Wir fuhren vorsichtig weiter und hofften nicht einfach den Abgrund herunterzurollen. Wir parkten das Auto direkt vor den Hallen, was auch möglich war, da anscheinend kaum jemand anderes hier war. Wir hatten das Hauptziel unserer Reise erreicht. Als wir uns ein wenig umschauten lichtete sich der Nebel immer mal wieder teilweise und wir waren wirklich fast alleine an diesem magischen Ort. Der Nebel gehörte hier irgendwie einfach dazu, er verstärkte die Wirkung nur noch mehr. Der Wind der hier wehte war zwar kalt, aber das störte uns nicht weiter. Wir tanzten um die Nordkaphalbkugel, machten Fotos und gingen am Geländer entlang und schauten in den Abgrund. Es ging verdammt tief bergab. Wir liefen weiter zu dem anderen Felsvorsprung und hatten einen besseren Blick auf das eigentliche Nordkap dem „Knivskjellodden“ und natürlich auch einen guten Blick auf die Halbkugel. Der Nebel bzw. der Wind spielte uns hier in die Karten. Durch den Nebel kam es einem jedoch auch vor, als wäre man am Ende der Welt, doch auch wenn für uns hier der Weg zu Ende ist, waren wir ja natürlich noch lange nicht am Ende der Welt und natürlich auch noch nicht am Ende unserer Reise. Jetzt kam auch das Paar an, welches den Weg mit dem Fahrrad hier hoch gestrampelt ist und diese errichteten bei diesem Wind sogar noch ihr Zelt – diese Verrückten. Nachdem wir noch ein paar Steine in den Abgrund geworfen haben und zuhörten, wie diese nach unten fielen, ohne jedoch jemals beim Wasser anzukommen, fuhren wir wieder zurück nach Honnigsvag. Die Nordkaphallen konnten wir uns ja leider nicht anschauen, weil diese bereits geschlossen hatten, als wir angekommen sind. Wie auch schon vorher bemerkt, ändern sich die Öffnungszeiten ab September bei den meisten Sehenswürdigkeiten und das natürlich leider zu unserem Nachteil, aber wir hatten auch wieder den Vorteil diese und auch die anderen Sehenswürdigkeiten dennoch fast für uns alleine zu haben, was seinen eigenen Reiz hat. Wieder in Honnigsvag angekommen suchten wir wieder nach einem Restaurant, wir waren es vorher gewohnt, dass die Geschäfte in Schweden auch am Sonntag auf hatten, was in Norwegen leider nicht mehr der Fall ist. Wir fanden eine kleine Snack-Bude und aßen eine Portion Pommes. Danach gingen wir wieder ins Hotel und freuten uns schon auf den nächsten Tag.

Strandabschnitt Ostsee

Innenstadt Ystad

Häuserreihe Ystad

Schiffssetzung "Ales Stenar"

Mittelalterburg "Glimmingehus"

Stenshuvud Nationalpark

Borgholm Slott

Borgholm Hafen

Byrum Raukar

Fossil / Byrum Raukar

Stein-Windmühle Öland

Schloss in Kalmar

Västervik

Stegeborgs Slottsruin

Stockholm

Stadshuset Stockholm

Sicht auf Strandpromenade

Vasa Museum

Skansen Freilichtmuseum

Ufer Sigtunafjärden in Sigtuna

Dom St. Erik in Uppsala

Gamla Uppsala

See beim Tönnebro Värdshus

Sundsvall, Drachenfiguren

Hägakustenbron

Blick auf Höga Kusten

Skulleskogen Nationalpark

Västerbottons Freilichtmuseum

beim Campingplatz "Jävre Port"

Stromschnellen "Storforsen"

Umgebung Muddus Nationalpark

Seelandschaft Schweden

Rastplatz See Sotkajärvi, Finnland

Feldlazarett Skognavarre

Fjordlandschaft Norwegen

junges Rentier

Regenwolken über Mageroya

Blick auf Knivskjellodden

Blick auf Nordkapkugel

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