Reiseroute Schweden/Norwegen, 2014          (Teil 3)

17. September 2014 - Fahrt nach Oslo

Heute verließen wir Eidfjord mit dem Gedanken, dass unsere Reise bald zu Ende ist, aber ein paar Tage haben wir ja doch noch vor uns. Unser erster Halt heute war bei dem unteren Aussichtspunkt der Voringsfossen. Die Tiefe des Canyons war sehr beeindruckend. Die Wasserfälle vervollständigten das Landschaftsbild nur. Pluspunkt war, dass überall kleine Lemminge herumgelaufen sind. Die waren total niedlich, man musste jedoch aufpassen, dass man nicht drauf tritt. Wir schauten uns ein bisschen um, fuhren danach zum oberen Aussichtspunkt. Die Aussicht von dort oben in die Schlucht war noch beeindruckender, da man die Dimensionen jetzt noch aus einer anderen Perspektive gesehen hat. Nachdem wir ein paar Bilder gemacht haben, ging die Fahrt schon wieder weiter Richtung Geilo. Überall auf der Straße lagen tote Lemminge und hin und wieder lief auch einer über die Straße. Die Landschaft war extrem beeindruckend und schon wieder so anders, als wie am Tag zuvor. Es wurde karger und umso erstaunlicher ist es, dass es hier so viele kleine Tiere gibt. Wir entdeckten den Sysenvatnet mit dem Sysen-Staudamm. Am Strand gab es schöne weiße Steine, die mit Moos bewachsen waren. Im Hintergrund lagen die Berge mit den Schneekuppen bzw. dem Gletscher. Zusammen war diese Aussicht atemberaubend und mich faszinierte das Spiel von Weiß und Grün. Es gab ein Hinweisschild, auf dem stand, dass man lieber nicht baden gehen sollte, da der Boden wie Treibsand ist. Wir mussten das natürlich ein bisschen testen und können dies bestätigen. Man sinkt langsam am Strand, aber man sinkt. Wie es dann tiefer im See ist, wollen wir lieber nicht wissen. Auf der gesamten Fahrt nach Geilo sah man die Lemminge. Rings um uns herum lagen Seen, Moos- und Flechtlandschaften sowie im Hintergrund die Berge mit den Gletschern. Wir hielten an einem weiteren See, dem Ørteren und genossen den Ausblick. Was wir teilweise alles gesehen haben, auch die Tage zuvor, können wir leider manchmal gar nicht richtig zuordnen, da es zu den einzelnen Gebieten oder Sehenswürdigkeiten nicht immer eine Beschreibung bzw. Infotafeln gab. Und auf den Karten die manchmal ausgehangen waren, gab es nie einen „Hier sind Sie“-Punkt. Nur mit einem Navigationsgerät ist es nicht immer so gut nachvollziehbar, was man eigentlich gerade sieht. Manchmal hat man sich wirklich gewünscht, Norwegen würde dies für die Touristen alles etwas vereinfachen. Auf alle Fälle gehörte die Landschaft in der Ferne zum Hardangervidda Nationalpark, bzw. in der Nähe zum Skaupsjøen/Hardangerjøkulen Naturschutzgebiet. Dieser bot auch einen schönen Ausblick. Es gab wieder einige Steinskulpturen und Stephan wollte es sich diesmal nicht nehmen lassen und auch eine bauen. Erst als er stolz sein Werk begutachtete, wurde ihm bewusst, wie das Gebilde aussah :-) Wir trafen auch eine ältere asiatische Dame, die mit uns lachend gestikulierte. Vor dem Ort Geilo kamen wir noch am See „Ustevatnet“ vorbei. In Geilo waren wir dann einkaufen und tanken. Danach fuhren wir weiter nach Torpo zur dortigen Stabkirche. Hier konnten wir nur durchs Schlüsselloch schauen, da diese auch nur bis August geöffnet war. Aber da die Kirche nicht so groß war, konnten wir doch relativ viel durch das kleine Schlüsselloch erkennen. Gerade die Schnitzereien beim Eingang waren sehr schön. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche stark verändert bzw. verkleinert, sodass heute nur noch ein kleiner Rest, des ursprünglichen Bauwerks erhalten ist. Wir wollten uns in Gol dann noch den Nachbau einer Stabkirche anschauen, die schon eine Weile in einem Museum in Oslo steht, allerdings war der Park, der anscheinend auch noch andere Sachen beinhaltet, auch geschlossen, aber nicht nur wir haben den Eingang gesucht, auch andere sind gescheitert. Also fuhren wir einfach wieder weiter. Es kam dann eine Ausfahrt zu einem Meteoritenkrater. Wir fuhren den Weg hinauf und schauten uns den „Gardnos Krater“ an. Man konnte gut das durch den Aufprall zerstörte und dann wieder gefestigte Gesteinsmaterial sehen. Das Gebiet kann man auch gut erwandern, nur gab es dort oben leider keine Toilette, da das dortige Museum geschlossen war. Da wir somit also leider nicht so viel gesehen haben, wie wir gerne wollten, werden wir im nächsten Urlaub dem Krater noch einmal einen Besuch abstatten und vorher nichts trinken. Auf der gesamten Strecke waren Rastplätze oder Toiletten überhaupt rar, sodass wir erst am Koderen See zum Picknick gehalten haben. Anschließend sind wir direkt nach Olso durchgefahren. Die Stadt wirkte auf Anhieb, auch schon in den Außenbezirken sehr sauber und modern. Das Hotel liegt schön zentral und direkt neben dem Schloss und nur wenige Gehminuten von der Prachtstraße „Karl Johans Gate“ entfernt. Wir haben ein Zimmer, wie eine Einraumwohnung inkl. einer modernen Küchenzeile und Kamin im Schiebeschrank versteckt sowie einen richtigen Wohnbereich mit Essecke und Sofa. Hier hätte man es noch eine Weile aushalten können. Nachdem wir eingecheckt haben, sind wir wieder mit der Kamera bewaffnet raus gegangen. Es wurde bereits dunkel, sodass alles schön beleuchtet wurde. So waren wir beim Schloss, sind die Karl Johans Gate entlang geschlendert und haben die verschiedenen Seitenstraßen angeschaut. Es gibt viele Läden und Restaurants. Auf dem Weg lag auch das Staatstheater, das Parlamentsgebäude (Storting) sowie der Dom und auch der Bahnhof. Die Stadt hatte viele Altbauten, was den besonderen Reiz ausmacht. Bis jetzt wurden wir noch nicht enttäuscht. Nachdem wir bei McDonalds eine Portion Pommes und Chili Cheese Nuggets essen waren, gingen wir wieder zurück. Im Übrigen wird man hier meist blöd angeschaut, wenn man nach vegetarischem Essen fragt, selbst in der Großstadt. Bei McDonalds wusste die Bedienung noch nicht einmal, was die Vegetarisches im Angebot haben. Auf dem Weg zurück konnten wir am Palast dann noch kurz den Marsch der Wachen beobachten und sind dann wieder in das Hotel zurückgegangen. Morgen geht die Erkundung von Oslo dann weiter.

 

18. September 2014 - Oslo

Nachdem wir uns am reichhaltigen Frühstücksbuffet sattgegessen haben, sind wir mit dem Auto rüber auf die sog. Museumsinsel gefahren um uns das Vikingerschiffmuseum und das Nationale Volksmuseum (Freilichtmuseum) anzuschauen. Das Vikingerschiffmuseum bot eine interessante Reise in die Vergangenheit. Hier werden alte Vikingerschiffe, die als Grabbeigabe in Grabkammern gefunden wurden, ausgestellt sowie viele andere Elemente, die ebenfalls mit beigesetzt wurden. Da die Wikinger an ein Leben nach dem Tod glaubten, wurde quasi ein kompletter Hausstand mit begraben sowie zahlreiche Tiere, je nachdem, wie angesehen bzw. welche Rolle die betreffende Person gespielt hat. Für uns ergaben aber jetzt auch die Grabhügel, die wir in Schweden gesehen haben, erst einen Sinn. Denn bei so vielen Grabbeigaben, fällt so ein Grab natürlich auch mal ein bisschen größer aus. Es war alles sehr gut erklärt und mit vielen Bildern der Ausgrabungen untermalt, sodass man wirklich gefesselt war. Danach ging es dann in das fast nebenan gelegene Volksmuseum. Es war zwar nicht so groß wie das Skansen, hatte aber dennoch viel zu bieten, zumal man in viele alte Häuser hineinschauen konnte und die meisten davon waren traditionell eingerichtet und es wurden u.a. auch alte Werkzeuge etc. ausgestellt. Wie immer fasziniert, konnten wir uns so in das Leben damals hineinversetzen und nur staunen. Wir verbrachten auch hier drei Stunden, ohne die Ausstellung im Hauptgebäude anzuschauen, aber auf dem Gelände gab es so viel zu sehen und das Wetter war auch wieder super schön, sodass wir beschlossen, eher die Zeit draußen zu genießen. Es wirkte so, als hätte ein Teil des Museums früher schon hier gestanden und man baute den Rest einfach drum herum. Denn in dem einen Teil des Museums waren alte Holzhäuser so sorgsam nebeneinander aufgereiht und direkt daneben standen auch alte Backsteinhäuser, sodass man hätte denken können, es war wirklich ein alter Stadtteil. Sogar die Straßen waren gepflastert und nicht einfach nur Sand hingestreut. Doch tatsächlich wurden alle Häuser Stein für Stein bzw. Holzlatte für Holzlatte abgebaut und sorgfältig wieder aufgebaut. Extrem beeindruckend! Zu was die Menschen damals schon im Stande waren, denn das Museum wurde bereits 1894 gegründet und Jahr für Jahr erweitert. 1907 kam auch die Stabkirche von Gol hinzu, den Nachbau wollten wir uns ja eigentlich den einen Tag anschauen, also schauten wir uns heute das Original von 1200 an. In dem Backsteinbau des Museums wurde auch Stockwerk für Stockwerk eine Wohnung eines anderen Zeitalters ausgestellt, was auch interessant war. Nachdem wir unseren Rundgang mit vielen Ahs und Ohs beendet haben, machten wir uns auf den Weg zurück. Im Übrigen scheint der Stadtteil, in dem die Museen stehen, auch zu einem der besseren zu gehören, denn hier türmte sich eine Villa neben der anderen. Wir wollten das Auto beim Hotel abstellen, jedoch ging nach ein paar Metern Fahrt mal wieder die Motorlampe an. Also suchten wir mit dem Handy die nächste Mercedes-Werkstatt und sind im Berufsverkehr dort hingefahren. Und der Berufsverkehr in Oslo ist eigentlich zu vergleichen mit dem in Berlin, wir haben also teilweise gehofft, überhaupt dort anzukommen. Der Mitarbeiter war sehr freundlich und hat uns sofort weitergeholfen. Nach einer halben Stunde waren wir schon wieder mit dem reparierten Auto unterwegs, der Fehler konnte schnell behoben werden. Wir stellten das Auto wie vorher geplant beim Hotel ab und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt und gingen am Rathaus vorbei, um zur Festung Akershus zu gelangen. Leider konnten wir das dortige Schloss nicht mehr besichtigen, da auch dieses schon geschlossen war, die Besuchszeit war gegen 16 Uhr zu Ende. Aber zumindest das Gelände konnten wir uns ein bisschen anschauen. Von dort aus gingen wir dann wieder durch die Stadt und suchten ein schönes Restaurant mit vegetarischen Gerichten, um einmal nicht Pizza oder Pommes zu essen. Nachdem wir eine Weile suchten und schon fast doch wieder beim MAX eingekehrt wären, fanden wir einen Inder, der eine große vegetarische Karte hatte. Die Entscheidung fiel uns also nicht schwer. Das Restaurant war extrem voll, doch wir haben noch einen Tisch bekommen. Das Essen war sehr lecker und das Personal schnell und freundlich. Wir genossen das gute Essen und waren froh, endlich etwas Richtiges gefunden zu haben. Da unter dem Restaurant ein Max ist, haben wir uns für den Rückweg noch einen Lyxshake geholt, denn wir mussten lange darauf verzichten, den letzten haben wir schließlich in Umeå getrunken, denn MAX ist eine schwedische Fastfood-Kette und somit in Norwegen sehr wenig vertreten und leider in Deutschland ja überhaupt nicht. Vielleicht sollte man das mal anregen, denn schon allein aufgrund der Shakes lohnt sich ein Besuch in Schweden. Der Shake war der krönende Abschluss des Tages. Zufrieden vor uns hinschlürfend sind wir die Karl Johans Gate zurück zum Hotel gelaufen bzw. schon fast gekullert.

 

19. September 2014 - Fahrt nach Malmö

Heute liegt ein langer Tag vor uns und wir fahren auch wieder zurück nach Schweden. Erster Halt war in Fredrikstad. Die Stadt war schön, aber wir hätten etwas mehr erwartet, was aber vielleicht auch daran lag, dass wir vorher noch in Oslo waren und auf unserer Reise allgemein schon sehr viele Superlative gesehen haben. Fredrikstad wirkt auch eher aus der Luft mit der sternenförmigen Wallanlage beeindruckend. Auf dem Weg zur Grenze nach Schweden passierten wir noch eine Straße mit vielen historischen Funden. Wir hielten bei den alten Steinkreisen „Hunnfeltet“. Über die Bedeutung streitet man sich noch immer. Sie hätten als Grabsteine dienen können oder wurden für Rituale genutzt. Danach hielten wir in Holden, direkt an der Grenze. Dort haben wir uns die Festung angeschaut und im H&M unsere letzten norwegischen Kronen ausgegeben. Dann ging es wieder rüber nach Schweden. Unser nächster Halt war im Fischerdorf Fjällbacka. Von dem dortigen Berg hatten wir einen super Ausblick auf die zahlreichen Schäreninseln. Wir setzten uns eine Weile hin und genossen den Ausblick, die Sonne und die Ruhe. Das Dorf selbst war aber auch schon wunderschön und ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Die gesamte Kulisse wirkte so malerisch und lud zum Träumen ein. Schweren Herzens sind wir wieder vom Berg hinunter und haben uns dann im Hafencafé niedergelassen und leckeren Kuchen gegessen. Danach sind wir noch den Steg dort entlang gelaufen. Im Wasser gab es einige verschiedene Quallen-Arten. Leider mussten wir dann auch schon wieder los, denn die noch vor uns liegende Kilometerzahl bis nach Malmö hatte sich noch nicht so richtig minimiert. Ab Göteborg kamen wir dann in den Berufsverkehr und standen teilweise sogar im Stau, schade um die Zeit, die wir dort verloren haben. Auf der Strecke kam dann eine Ausfahrt zu dem Schloss Tjolöholm. Da wir so viel Zeit eingebüßt haben, warfen wir nur einen kurzen Blick darauf. Ein weiterer Besuch lohnt sich aber auf alle Fälle. Unser nächster Halt war in Varberg. Hier fuhren wir zum bekannten Kaltbadehaus und die Festung lag auch direkt daneben. Da es nun auch dunkel wurde, haben wir uns noch den Sonnenuntergang am Wasser angeschaut und sind danach bis Malmö durchgefahren. Das Hotel in Malmö war super und hat eine sehr gute Lage. Wir sind noch zum Platz mit dem Rathaus gelaufen, da dort auch ein Max ist und sind dann mit einer Tüte voller leckerer ungesunder Sachen wieder zurück zum Hotel, um uns noch einen schönen entspannten Abend vor dem Fernseher zu machen.

 

20. September 2014 - Rückreise

Heute ist der Abreisetag und wir wollen eigentlich gar nicht weg. Wir haben wieder so viele schöne Orte gesehen und bei einigen hätten wir uns einfach gerne niedergelassen. Nichtsdestotrotz müssen wir erst einmal wieder zurück und wollen natürlich auch noch den letzten Tag unserer Reise genießen. Das Wetter war heute leider auch nicht auf unserer Seite, dennoch wollten wir auch noch ein bisschen von Malmö entdecken. Also checkten wir aus, packten alles in das Auto und liefen noch einmal in die Stadt, zunächst gingen wir beim Markt der Central Station noch Kleinigkeiten einkaufen und danach steuerten wir noch einmal das Rathaus an. Danach irrten wir noch etwas herum, um das Schloss zu suchen, welches uns dann leider gar nicht gefiel. Den Weg hätte man sich eigentlich sparen können, denn es hatte eher den Anschein eines Gefängnisses. In dem Schloss liegen allerdings die Museen Malmös, was den Besuch dann sicherlich wieder lohnenswert macht, allerdings war auch hier die Zeit wieder unser größter Feind. Wir eilten wieder zurück zum Hotel und holten unser Auto, um die Fahrt nach Gedser zur Fähre anzutreten. Wieder in Deutschland angekommen, sind wir bis Calau durchgefahren und haben die Hunde geholt. Unsere Reise war dann vor unserer Haustür mit 8.300 km beendet.

Beide Länder, auch das kurze Stück Finnland, hatten sehr viel zu bieten und waren so beeindruckend, dass wir unbedingt noch einmal wiederkehren wollen. Die Natur und die Landschaft hat uns fasziniert und in den Bann gezogen. Wir haben viel Neues gelernt, viel gesehen und mitgenommen, aber natürlich auch vieles von den Ländern noch nicht sehen können, da Skandinavien so vielseitig ist und man wirklich an jeder Ecke eine kleine Sehenswürdigkeit findet. Umso sicherer ist es, dass dies nicht unser letzter Skandinavien-Urlaub bleiben wird und wer weiß, vielleicht findet der nächste Urlaub dann tatsächlich schon in unserem eigenen Wohnmobil statt.

Die Reise haben wir mit folgenden Reiseführern geplant:

Norwegen - Michael Müller Verlag, Aufl. 2013

Norwegen - ADAC Reiseführer plus, Aufl. 2013

Schweden - ADAC Reiseführer plus, Auf. 2013

Voringsfossen

Lemminge bei Voringsfossen

Sysenvatnet

Seenlandschaft Norwegen

Stephans Gebilde

Stabkirche Torpo

Karl Johans Gate, Oslo

Vikingerschiffmuesum

Norsk Volkemuseum Oslo

Stabkirche von Gol, Volksmuseum

Norsk Volkemuseum Oslo

Festung Akershus, Oslo

Steinkreis "Hunnefeltet"

Fischerdorf Fjällbacka

Kaltbadehaus Varberg

Slottsparken, Malmö

Malmö

  • Instagram
  • YouTube Social  Icon
  • Twitter Social Icon